Werkzeugfabrik Dümmel expandiert

Pünktlich zum 90-jährigen Firmenjubiläum hat die Werkzeugfabrik Dümmel in Hülben ihr zweites Werk erweitert. Für das Familienunternehmen eine wegweisende Investition in die Zukunft.

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1928 gründete Paul Dümmel eine mechanische Werkstätte, mit der er sich in den 1940er Jahren auf die Herstellung von Hartmetall-Werkzeugen spezialisierte. Zwischenzeitlich ist das mittelständische Unternehmen in der dritten und vierten Generation mit Karl-Heinz und Jochen Dümmel zu einem weltweiten Anbieter von Zerspanungswerkzeugen für Miniatur-Bohrungsbearbeitung herangewachsen.

Der komplette Produktionsprozess findet in Hülben statt. Das hauseigene Technologiezentrum für Forschung und Entwicklung, sowie ein firmeninternes Qualitätssicherungssystem und die internationale Zertifizierung nach ISO 9001 sorgen dafür, dass alle Produkte höchsten Qualitätsansprüchen gerecht werden. Dafür benötigt die Werkzeugfirma genügend Platz.

Mit der Verdoppelung der Produktionsflächen um 4.000 Quadratmetern hat sie weitreichend für die Zukunft vorgesorgt und sich klar zum Standort bekannt. „Wir produzieren nonstop 365 Tage im Jahr und rund um die Uhr. Unsere 70 Mitarbeiter arbeiten eigenverantwortlich und mit einem hohen Know-how. Durch die Betriebserweiterung können wir nun für die nächsten Jahre perfekte Produktionsbedingungen schaffen, so dass auch ein gesundes Wachstum möglich ist “, sagt Jochen Dümmel, der als Urenkel des Firmengründers vor zehn Jahren in die Werkzeugfirma eingestiegen ist und sie gemeinsam mit seinem Vater leitet.

Das Tüftler-Gen liegt den Dümmels im Blut. Schon Paul Dümmel konnte mit seinen Erfindungen – wie etwa 1951 die erste Windkraftturbine – einige Patente anmelden und auch später wurden andere Neuigkeiten patentiert. So auch die Pendelschleifmaschine, welche die Oszillationsbewegung beim Schleifen automatisierte. Sein Enkel Karl-Heinz Dümmel entwickelte ab den 1980er Jahren die Hartmetallwerkzeuge weiter, dadurch konnte sich das Unternehmen mehr und mehr mit großem Erfolg im Miniaturbereich behaupten.

Diese Spezialisierung führte 2012 zum Neubau der Produktionshalle in Werk 2 in der Daimlerstraße. Verwaltung, Warenlager und Versand verblieben in der Lerchenstraße. Die Anfertigung von mehr als 10.000 Standardartikeln erfordert jedoch ein noch höheres Maß an Technik und Raumvolumen, so dass eine Expansion unumgänglich war. Im Erweiterungsbau wird jetzt auf zwei Etagen produziert, die vielen feinsensorischen Maschinen sind dabei auf ein spezielles Be- und Entlüftungssystem angewiesen, das für eine konstante Raumtemperatur sorgt. „Vier- bis sechsmal in der Stunde wird die Luft in der Produktionshalle ausgetauscht“, erklärt Jochen Dümmel. Die warme Abluft der Maschinen geht mittels integrierter Wärmerückgewinnung direkt in die Heizung des kompletten Werks.

Um die Produktion nonstop am Laufen zu halten, wird nachts und am Wochenende auf Vollautomatik umgestellt. Nur so kann die Serienfertigung von fast zwei Millionen Werkzeugen pro Jahr gewährleistet werden. Das setzt eine stetige Weiterbildung der Mitarbeiter durch Schulungen voraus. Diese können – ebenso wie die 80 Vertretungen in 40 Ländern – nun im neu eingerichteten Veranstaltungsraum stattfinden.

Jochen Dümmel hat sein Büro in den Erweiterungsbau verlegt, um in der Nähe der Produktion zu sein. Wie die Produktionshalle verfügt auch dieser Raum über große Fensterflächen, durch die ein Bezug zur Außenwelt hergestellt wird. „Wir haben einen Standort mit außergewöhnlicher Lage. Von hier aus lässt es sich bis in den Schwarzwald und über die ganze Alb schauen“.

Kein typischer Industriearbeitsplatz also für den Mitarbeiterstamm, sondern vielmehr ein Industriebau, der sich optisch – auch mit der Natursteinfassade, den 50 Nistkästen für Mauersegler und der umliegenden Streuobstwiese – perfekt an die Region anpasst. Dank dieser nachhaltigen Firmenphilosophie ist die Werkzeugfirma Dümmel auch nach 90 Jahren beständigem Wachstum für die Zukunft bestens gerüstet.

Kontakt:

www.duemmel.de