Komplexe Formen per Mausklick messen

Qualitätsanforderungen in der Automobilindustrie steigen stetig. Umso wichtiger ist es, bereits am Anfang der Prozesskette Qualitätsmerkmale genau zu überwachen. Um den Genauigkeitsansprüchen gerecht zu werden, setzt Sammer auf die Messsoftware FormControl von Blum-Novotest.

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Der Infrarot-Messtaster TC50 von Blum-Novotest ermöglicht eine schnelle Messung komplexer Formen.

Die Sammer Modell- und Formenbau GmbH aus dem österreichischen Eugendorf zählt namhafte Unternehmen wie BMW, AVL oder Nemak zu ihren Kunden, für die sie zum Großteil Formen wie Zylinderköpfe, Kurbelgehäuse und Getriebegehäuse fertigt. Jedes gefräste Teil wird im Bearbeitungszentrum mit der Messsoftware FormControl von Blum-Novotest vermessen, die auf sieben 3- und 5-Achs-Bearbeitungszentren installiert ist. Dabei werden Freiformflächen, Bohrungen, Winkel oder Abstände gemessen.

Prototypenmodelleinrichtungen aus Kunststoff – unter anderem für Zylinderköpfe (Abb. Ähnlich) – werden bei Sammer gefertigt.

„Ein großer Vorteil der Software ist, dass wir noch in der Originalaufspannung im Bearbeitungszentrum unsere Werkstücke messen können. Das spart uns viel Zeit, da wir bei Bedarf sofort nacharbeiten können“, erläutert der Fertigungsleiter Johann Pucher. „Der zeitintensive Ablauf – abspannen, Transport zur Messmaschine, messen, wieder aufspannen, ausrichten, nacharbeiten – gehört dadurch der Vergangenheit an.“

Enge Toleranzen von fünf Hundertstel sind bei Sammer an der Tagesordnung. Um diese einhalten zu können, bietet die Messsoftware FormControl ein ideales Gesamtpaket. Denn jeder Mitarbeiter in der Produktion konstruiert, bearbeitet und vermisst jedes Bauteil selbst.

Zuerst werden die CAD-Daten in die Messsoftware eingelesen. Dort können die Messpunkte optimiert und per Mausklick am PC hinzugefügt oder verschoben werden. Die automatische Kollisionskontrolle am PC verhindert ungewollte Zusammenstöße zwischen Werkstück und Messtaster. Das NC-Programm wird an die Steuerung übertragen und der Messablauf kann gestartet werden. Nach der Messung werden die Ergebnisse auf den PC zurückgeführt. Hier können die einzelnen Messpunkte dann farbig dargestellt werden, sodass Toleranzabweichungen über Farbverläufe leicht erkennbar sind. Am Ende kann ein Messprotokoll exportiert werden, in dem die einzelnen Messpunkte in tabellarischer Form dargestellt sind.

Dank FormControl fühlen sich die Österreicher sicher und können die Qualität der gefrästen Werkstücke nachweisen: Denn wenn früher ein Fehler im Gießprozess des Kunden aufgetreten ist, wurde die Form an Sammer zur Nacharbeit zurückgesendet. Heute hat der Modell- und Formenbauer dagegen mit dem Messprotokoll ein Dokument, das die Qualität der gefrästen Formen belegt. Daher ist das Protokoll mittlerweile unumgänglich, nicht zuletzt weil es von einigen Kunden auch gefordert wird. Um außerdem im Nachhinein auf Anfragen reagieren zu können, wird in Eugendorf für jedes gefräste Werkstück ein Protokoll erstellt und gespeichert. Zumal für die Fertigungsmitarbeiter dadurch kein Mehraufwand entsteht. Im Gegenteil – das Protokoll erstellt sich fast im Alleingang, außerdem kann sofort nachgearbeitet werden.

Die Software ermöglicht mit wenigen Mausklicken eine vollständige Werkstückkontrolle in der Originalaufspannung.

Die für die Fräsbearbeitung guten Werkstoffeigenschaften der Kunststoffe ermöglichen höchste Schnittgeschwindigkeiten. Trotzdem befinden sich manche Formen bis zu 50 Stunden zur Fräsbearbeitung im Bearbeitungszentrum. Solche Bauteile sind natürlich allein schon durch die lange Maschinenlaufzeit teuer, wodurch Bearbeitungsfehler zwingend vermieden werden sollten. Bei großen Bauteilen sind es schnell über 100 Messpunkte, an denen ein Bauteil gemessen wird. Im Falle von sehr eng tolerierten Maßen setzen die Österreicher mehrere Punkte von Hand, um sich abzusichern.

Im Kunststoffbereich wird eine Vielzahl von Formen gefertigt, teilweise 5 bis 8 pro Tag. Die Kosten sind sehr unterschiedlich, da die Spezialisten von Sammer nicht nur Fräsdaten erhalten und fräsen, sondern oftmals die CAD-Daten aufbereiten, Teile konstruieren, fräsen und manchmal auch noch Schlitzdüsen, Auswerfer- oder Schießsysteme fertigen und montieren. Es ist also nötig, sich bei so einem hohen Aufwand und den damit verbundenen Kosten abzusichern und die Qualität zu überwachen. Nicht zuletzt deswegen hat sich FormControl seit 2010 beim Modell- und Formenbauer bewährt.

Vor allem die einfache Bedienbarkeit der Software weiß zu beeindrucken. „Ich beherrschte die Software nach nur einem halben Tag Schulung und konnte anschließend meinen Kollegen den Umgang mit ihr problemlos beibringen“, zieht Johann Pucher ein positives Fazit. „Mit dem Service im Allgemeinen und der ganzen Zusammenarbeit mit Blum im Besonderen sind wir ebenfalls hochzufrieden.“

Kontakt:

www.blum-novotest.com