VDW-Technologiesymposium in St. Petersburg

Deutsche Werkzeugmaschinenhersteller präsentieren sich mit Rekordaufgebot

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Am VDW-Technologiesymposium in St. Petersburg beteiligten sich 30 namhafte deutsche Werkzeugmaschinenhersteller. Das ist in der langen Reihe der Symposien des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) Rekord und zeigt die Bedeutung des russischen Marktes. Die deutschen Firmen präsentierten am 13. und 14. März 2013 bereits zum zweiten Mal in St. Petersburg Lösungen über nahezu alle technologischen Verfahren der Metallbearbeitung hinweg in den Bereichen Zerspanung, Laser, Umform- und Steuerungstechnik. Zu der Veranstaltung mit dem Titel „Werkzeugmaschinen und Fertigungssysteme aus Deutschland“ kamen rund 600 Experten aus der russischen Automobil- und Zulieferindustrie, dem Maschinenbau, der Energietechnik, der metallverarbeitenden Industrie sowie dem Schiff- und Flugzeugbau.

„Der russische Markt ist für uns nach wie vor sehr interessant. Gerade in den Bereichen Energiegewinnung und -Verteilung haben wir in den vergangenen Jahren gute Erfolge erzielen können. Es zeichnet sich ab, dass hier weiter investiert wird‘‘ ,sagt Hubert Erz, Vertriebsleiter der Dörries Scharmann Technologie GmbH, Mönchengladbach.

In St. Petersburg mit dabei waren außerdem die deutschen Firmen Alzmetall, DMG Mori Seiki, Emag, Gleason-Pfauter, Grob, Heller, Hermle, Index, Kapp, Alfing Kessler, Franz Kessler, Körber Schleifring, Liebherr Verzahntechnik, MAG IAS, Mauser-Werke, A. Montforts, Niles-Simmons-Hegenscheidt, Profiroll Technologies, Rattunde, Renishaw, Samag, Schwäbische Werkzeugmaschinen, Schuler, Siemens, Trumpf, Vollmer, Waldrich Coburg, Weisser und Peter Wolters.

Rund 600 Experten aus der russischen Automobil- und Zulieferindustrie,
dem Maschinenbau, der Energietechnik, der metallverarbeitenden Industrie
sowie dem Schiff- und Flugzeugbau kamen zu der Veranstaltung.

Russischer Werkzeugmaschinenmarkt wächst
Nach dem WTO-Beitritt steht die breit angelegte Modernisierung der Industrie ganz oben auf der Agenda der russischen Regierung. Die russische Wirtschaft soll nach Vorhersagen von Ökonomen im laufenden Jahr um 3,6 Prozent und 2014 um 4,1 Prozent steigen. Für die Industrieproduktion ist ein Wachstum von 4,3 und 5,5 Prozent vorhergesagt. Aus- und Aufbau der Industrie benötigt dringend innovative moderne Werkzeugmaschinen. „Gerade vor dem Hintergrund voranschreitender Modernisierungsbemühungen der russischen Industrie ist das VDW-Symposium ein Maßstab und ein Schritt in die richtige Richtung“, betont Pavel V. Soluyanov, Representative Rosoboronexport State Corporation in St. Petersburg.

Mit einem Volumen von über 1 Mrd. Euro steht der russische Werkzeugmaschinenmarkt bereits unter den Top 10 in der Welt. Der Werkzeugmaschinenverbrauch soll weiter steigen, um 9,5 Prozent im laufenden Jahr und um über 10 Prozent im kommenden Jahr. Mehr als vier Fünftel der benötigten Werkzeugmaschinen werden importiert. Der mit Abstand wichtigste Lieferant heißt Deutschland, das ein Viertel der russischen Werkzeugmaschinenimporte bestreitet.

Konkret wurden im vergangenen Jahr deutsche Werkzeugmaschinen für fast 480 Mio. Euro nach Russland exportiert. Das steht für einen Zuwachs von 27 Prozent gegenüber 2011. Damit steht Russland auf Platz drei der wichtigsten Märkte für die deutschen Hersteller. Die Lieferungen umfassen eine sehr breite Palette von Technologien wie Bearbeitungszentren, Drehmaschinen, Bohr- und Fräsmaschinen, Schleif-, Hon- Läpp- und Poliermaschinen, Laserbearbeitungsmaschinen, Verzahnmaschinen, Pressen, Biege-Abkant- und Richtmaschinen u.v.m.

Auch die Aussichten für das laufende Jahr sind ausgezeichnet: Der Auftragseingang aus Russland ist in den ersten drei Quartalen 2012 um beachtliche 30 Prozent angestiegen.

Die internationale Fahrzeug- und Zulieferindustrie ist mit vielen eigenen Projekten, mit Joint Ventures und mit Lizenzvergaben im russischen Markt sehr aktiv. 2012 dürften bereits 1,9 Mio. Fahrzeuge in Russland gebaut worden sein, 2013 sogar 2,2 Mio. Fahrzeuge. Wichtige Impulse kommen auch aus dem Maschinenbau, dem Schiffsbau, der Agrartechnik, der Energietechnik, der Luftfahrtindustrie, der Metallverarbeitung sowie der Elektro- und Elektronikindustrie. „Der Umsatz und der Vertrieb von Fahrzeugen ist heute fast so groß wie der in Deutschland. Die in Russland ansässige internationale Automobil- und Zulieferindustrie wird sich weiter gut entwickeln. Aus Sicht der russischen Regierung muss der Anteil der lokalen Produktion mit Partnern forciert werden“, konstatiert Maya Sviridova, Leiterin des Komitees für kleine und mittelständische Unternehmen von NAPAK (National Association of Automotive Component Manufacturers) in St. Petersburg.

Deutsche Werkzeugmaschinenhersteller sind wertvolle Partner für die russische Industrie
Das VDW-Technologiesymposium war bereits die sechste Veranstaltung in Russland nach Symposien in Moskau, Samara und Jekaterinburg. „Die russischen Industriezentren sind über das ganze Land verteilt“, sagt Klaus-Peter Kuhnmünch, zuständig für die Organisation der VDW-Auslandssymposien. „Deshalb sind wir als deutsche Anbieter gut beraten, uns auch nachhaltig in den Regionen zu präsentieren“, ist er überzeugt. Das sehen auch die russischen Teilnehmer so. „Diese Veranstaltung bietet eine einmalige Chance, sich zur Kompetenz und Komplexität der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie zu informieren. Wir brauchen die deutsche Technologie, um unser Land in allen industriellen Bereichen voranzutreiben. Aufgrund der starken lokalen Industrieansiedlung begrüßen unsere Unternehmen das Symposium in St. Petersburg“, bekräftigt Dr. Vladimir I. Evseev, President Foundrymen Union of Saint-Petersburg.

Partner des VDW bei der Organisation des Technologiesymposiums sind die AHK Deutsch-Russische Auslandshandelskammer bzw. das Informationszentrum der Deutschen Wirtschaft in St. Petersburg. „Made in Germany ist in Russland gefragter denn je. Die große Zahl russischer Teilnehmer aus St. Petersburg, der Leningrader Region, Moskau und anderen Landesteilen Russlands ist kennzeichnend für den hohen Stellenwert deutscher Werkzeugmaschinenhersteller. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das VDW-Symposium zu neuen Geschäften zwischen deutschen und russischen Unternehmen führen wird“, sagt René Harun, Direktor Filiale Nordwest, AHK Deutsch-Russische Auslandshandelskammer, St. Petersburg / Delegierter der Deutschen Wirtschaft in der Nordwest-Region der Russischen Föderation.