Trotz Tiefgang sportliche Schnittwerte

Das Tieflochbohren gilt noch heute als problematische Bearbeitung, mancherorts gar als ein Buch mit sieben Siegeln. Beim Unternehmen Power Hydraulik in Sulz dagegen hat der Prozess eine lange Geschichte und mittlerweile fährt man mit den 4-Achs-Bearbeitungszentren H 2000 und H 4000 von HELLER nicht nur ausgesprochen zuverlässig sondern auch absolut prozesssicher.

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Im Gegensatz zu konventionellen Tiefbohrmaschinen möchte man bei Power-Hydraulik mit möglichst wenigen Aufspannungen arbeiten. Deshalb setzt man auf die H-Baureihe von HELLER.
Mit absolut sportlichen Schnittwerten in die Tiefe: Pro Bauteil sind allerdings bis zu 40 Werkzeuge notwendig.
 
Rainer Schlagenhauf: „Für ein sicheres und effizientes Tieflochbohren braucht man entsprechenden Kühlmitteldrücke, Werkzeuge und eine Maschine mit der richtigen Ausstattung. Mit der H-Baureihe von HELLER sind wir da bestens aufgestellt.“

Es sind sicher nur wenige Unternehmen, die sich derart intensiv mit dem Tieflochbohren beschäftigen wie die Power Hydraulik GmbH in Sulz. Das liegt vor allem am Lieferprogramm der Hydraulik-Spezialisten. Zum einen ist das eine Eigenfertigung, die ausschließlich auf horizontalen Bearbeitungszentren stattfindet. Zum anderen sind das komplette Systeme wie Steuerblöcke und Grundkörper sowie Handelsware, die auf den Bearbeitungszentren nach Kundenwunsch modifiziert werden. Besonders interessant ist hier aber, dass es unter anderem um hydraulische Zahnrad-Stromteiler geht, die auch in Tieflochbohrmaschinen zur Teilung der Ströme sowie zur Drucküberwachung und Druckübersetzung eingesetzt werden. In Sulz hat man sich entschieden, die Tieflochbohrungen mit den Bearbeitungszentren von Heller durchzuführen.

Von Tieflochbohren spricht Geschäftsführer Rainer Schlagenhauf ab 6 x D bis zu 30 x D. Wobei man klar nach Werkstoffen unterscheidet. Während Guss sich relativ problemlos bearbeiten lässt, ist das bei dem eingesetzten Seewasser-beständigen Aluminium anders. Im Gegensatz zum Guss schließen sich die Poren dieses Materials. Das ist auch der Grund, weshalb das Bohren schon ab 5 x D kritisch wird. Unabhängig vom Material bewegt man sich in Sulz allerdings immer an den oberen Grenzen bei den Schnittwerten. Dabei muss alles stimmen, so Rainer Schlagenhauf: „Für solche Operationen braucht man eine Maschine mit der richtigen Ausstattung, also eine darauf abgestimmte Kühlmitteleinrichtung, eine mögliche Erhöhung des Kühlmitteldrucks und Reduzierung des Vorschubs. Hinzu kommen das richtige Werkzeug und natürlich auch die entsprechenden Schnittwerte und Steuerungszyklen.“ Bei den Maschinen setzt man deshalb auf HELLER Bearbeitungszentren vom Typ H 4000 und seit einigen Monaten zusätzlich vom Typ H 2000. Aus gutem Grund, denn gegenüber konventionellen Tiefbohrzentren möchte man in Sulz mit nur wenigen Aufspannungen die Komplettbearbeitung durchführen. Das ist mit ein Grund, weshalb man bei der Maschinenauswahl auf möglichst große Werkzeuglängen und Verfahrwege achtet. Ein anderer Punkt aber nicht minder wichtig sind die Werkzeugplätze. Bei Power Hydraulik sind pro Bauteil zirka 40 Werkzeuge im Einsatz. Hersteller konventioneller Tiefbohrzentren bieten heute zwar auch Automatisierungen an, bei den verfügbaren Werkzeugplätzen allerdings stößt man schnell an die Grenzen.

Die integrierte B-Achse macht‘s möglich

Die Anforderungen an ein Bearbeitungszentrum werden in Sulz natürlich nicht allein vom Tieflochbohren abhängig gemacht. Hoher Kühlmitteldruck ist das eine, qualitativ hochwertiger Maschinenbau das andere.  Die Oberflächen der Steuerblöcke, die mit den Zentren der H-Baureihe   gefräst werden, liegen bei Rz 4. Um diese hochwertigen Oberflächengüten zu erreichen, sind entsprechend gute Spindellagerungen und hohe Drehzahlen notwendig. Dass man mit der Siemens 840D solution line auch noch ein durchgängiges Steuerungssystem hat, kommt Rainer Schlagenhauf nur entgegen: „Ich möchte hier nicht näher auf unsere Schnittdaten eingehen. Fakt ist allerdings, dass wir je nach Werkstück einen Tieflochbohranteil von bis zu 30 Prozent haben. Wir suchen aber keine Sekunden. Für uns hat die Prozesssicherheit höchsten Stellenwert. Für die 4-achsigen Bearbeitungszentren von HELLER haben wir uns deshalb entschieden, weil wir inklusive der B-Achse, die vor allem für das Bearbeiten von Mehrfachspannungen wichtig ist, damit auch schräge Bohrungen einbringen können“. Selbst wenn das Tieflochbohren kein Kraftakt ist, so scheint die Vorgehensweise in Sulz doch daran zu erinnern. Seit 18 Jahren führt man bereits Tieflochbohroperationen auch mannlos durch. Am Anfang gab es da freilich noch die eine oder andere Überraschung aber man hat das Verfahren in Sulz weiterentwickelt und heute im Griff. Waren ursprünglich noch Vorschübe von 0,05 mm pro Umdrehung der Stand der Technik hat sich der mittlerweile auf 0,2 mm vervierfacht.

Effizient und sparsam

Das Unternehmen Power Hydraulik geht im Tieflochbohren nicht nur mit den aktuellen HELLER-Bearbeitungszentren eigene Wege. Auch in Sachen Energieeffizienz spielt man in der obersten Liga. Gemeinsam mit den Unternehmen HELLER und Knoll Maschinenbau wurde hierfür ein Konzept entwickelt, das bisher einzigartig ist. So werden in Sulz künftig in alle neuen Werkzeugmaschinen Energiefilter mit entsprechenden steuerungstechnischen und prozessspezifischen Modifikationen installiert. Was zunächst wie eine reine Energieeinsparung aussieht, hat allerdings noch einen anderen Hintergrund. Durch die Möglichkeit der Drucküberwachung sollten einerseits Werkzeugbrüche vermieden und andererseits die Vorschubgeschwindigkeiten erhöht werden. Nach Auskunft von Rainer Schlagenhauf ist dieses Experiment gelungen und für die Zukunft vielversprechend: „Wir haben mit diesem System eine messbare Kosteneinsparung. Einerseits kommt es zu keinen Werkzeugbrüchen mehr. Anderseits konnten wir die Vorschubgeschwindigkeiten erhöhen und sparen zusätzlich noch enorm an Energie ein. Und trotzdem ließ sich die Prozesssicherheit deutlich erhöhen“. Und die Prozesssicherheit ist es letztendlich, um die sich ja beim Tieflochbohren alles dreht.

Kontakt:

www.power-hydraulik.de

www.heller.biz