Hermle spürt Krise im ersten Halbjahr 2009

- Umsatz nimmt auf 67,1 Mio. Euro ab (Vj. 129,9) - Dennoch 3,7 Mio. Euro Nettogewinn (Vj. 20,4) - Auftragseingang von 40,3 Mio. Euro (Vj. 152,0) - Erheblicher Umsatz und Ergebnisrückgang im Gesamtjahr

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Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG war im ersten Halbjahr 2009 deutlich von der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise betroffen. Der Konzernumsatz des schwäbischen Werkzeugmaschinenherstellers verringerte sich von Anfang Januar bis Ende Juni 2009 gemessen am sehr hohen Vorjahresniveau um 48 % auf 67,1 Mio. Euro (Vj. 129,9). Hiervon erzielte das Unternehmen 38,1 Mio. Euro (Vj. 68,6) im In- und 29,0 Mio. Euro (Vj. 61,3) im Ausland. Damit lag die Exportquote bei 43,2 % (Vj. 47,2).
Durch sehr flexible Abläufe und Strukturen verbuchte Hermle trotz der hohen Umsatzeinbuße in den ersten sechs Monaten 2009 noch ein positives Ergebnis. Das Betriebsergebnis belief sich konzernweit auf 4,5 Mio. Euro (Vj. 27,0) und der Gewinn nach Steuern auf 3,7 Mio. Euro (Vj. 20,4). Auf dieser Basis konnte die Finanzlage weiter gestärkt werden: Die liquiden Mittel erhöhten sich zum Stichtag 30. Juni 2009 gegenüber dem Jahresende 2008 um 17,0 Mio. Euro auf 92,8 Mio. Euro. Allerdings war darin noch die Dividende für das Geschäftsjahr 2008 enthalten, die Anfang Juli ausbezahlt wurde. Auch nach der Ausschüttung verfügt das Unternehmen über eine sehr solide Eigenkapitalquote von 74,6 % (Ende 2008: 72,7 %)

Der Auftragseingang ging im ersten Halbjahr 2009 konzernweit auf 40,3 Mio. Euro zurück, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Rekordniveau von 152,0 Mio. Euro zu Buche gestanden hatte. Aus dem Inland erhielt Hermle neue Bestellungen in Höhe von 22,0 Mio. Euro (Vj. 81,0), das Ordervolumen aus dem Ausland belief sich auf 18,3 Mio. Euro (Vj. 71,0). Zum Stichtag Ende Juni 2009 verfügte das Unternehmen über einen Auftragsbestand von 16,9 Mio. Euro nach 43,8 Mio. Euro per Ende 2008.

Vor diesem Hintergrund rechnet Hermle im Gesamtjahr 2009 mit einem sehr deutlichen Umsatz- und Ergebnisrückgang. Eine genaue Prognose ist angesichts der großen konjunkturellen Unsicherheiten nicht möglich. Der Vorstand hofft, dass sich die Nachfrage im Herbst 2009 belebt, da die Läger in vielen wichtigen Abnehmerbranchen leer geräumt sind. Ein schnelles Ende der Krise erwartet Hermle aber nicht, da die allenfalls zaghafte konjunkturelle Erholung erst spät in der Werkzeugmaschinenindustrie ankommen dürfte. Zumindest im dritten Quartal wird sich der Druck auf die Ertragsmarge in jedem Fall nochmals verstärken. Deshalb schließt das Unternehmen nicht aus, dass es 2009 seine hohen Cash- und Eigenkapitalbestände angreifen muss.

Soweit verkraftbar will Hermle die Konjunkturkrise ohne Stellenabbau meistern. Zum Stichtag 30. Juni 2009 waren konzernweit 790 Mitarbeiter beschäftigt, 27 Personen mehr als ein Jahr zuvor. Die Ausbildungsquote am Produktionsstandort Gosheim betrug über 12 %. Während die meisten Unternehmensbereiche bei Hermle inzwischen kurzarbeiten, werden in den F & E- und Konstruktionsabteilungen weitere Verbesserungen des Produktprogramms vorangetrieben, die marktreif sein werden, sobald die Konjunktur wieder anzieht. Damit bereitet sich Hermle auf die Zeit nach der Krise vor und stärkt seine Wettbewerbsfähigkeit.

Bild: Hermle Automationslösungen und Robotersystem RS 4 in der spanenden Fertigung

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