Auch Gildemeister spürt die Wirtschaftskrise

Gewinn trotz deutlich rückläufiger Zahlen im ersten Quartal

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Noch im Februar verkündete Dr. Rüdiger Kapitza, Vorstandsvorsitzender der Gildemeister AG, das beste Konzernergebnis seit Bestehen für das vergangene Geschäftsjahr. Schon zu diesem Zeitpunkt prognostizierte Kapitza ein schwieriges Folgejahr. Wie nahezu alle Unternehmen der Branche, vermeldet auch Gildemeister jetzt stark rückläufige Zahlen für das erste Quartal.

Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis rückläufig.

Im ersten Quartal 2009 brach der Auftragseingang um rund 60% im Vergleich zum Vorjahr auf 236,8 Mio Euro ein. Der deutliche Rückgang betrifft das Inland (-62%) sowie das Ausland (-59%) in ähnlichem Umfang. Gildmeister verbuchte eine Auftragsvolumen aus dem Inland von 90,3 Mio Euro, sowie aus dem Ausland von 146,5 Mio Euro. Auch die Sparte „Solartechnik“ vermeldet mit 28,0 Mio Euro im Vergleich zum Vorjahr (112,8 Mio Euro) einen erheblichen Auftragsrückgang. Der Auftragsbestand im Konzern betrug am 31. März 2009 einen Wert 636,5 Mio Euro (-33%).

Mit einem Umsatz 327,7 Mio Euro blieb der Konzern ebenfalls hinter den Zahlen des Vorjahres (392,0 Mio Euro), was sich in der Ertragslage wiederspiegelt: Das EBITDA erreichte im ersten Quartal 22,7 Mio Euro (Vorjahr: 33,4 Mio Euro), das EBIT betrug 15,5 Mio Euro (Vorjahr: 25,9 Mio Euro). Das EBT war mit 10,2 Mio Euro positiv (Vorjahr: 18,1 Mio Euro). Der Konzern weist zum 31. März 2009 einen Jahresüberschuss von 6,5 Mio Euro aus (Vorjahr: 11,2 Mio Euro).

Die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise belasten weiterhin die internationalen Kapitalmärkte. Die GILDEMEISTER-Aktie verzeichnete in diesem Umfeld in den ersten zwei Monaten des Jahres eine uneinheitliche Entwicklung. Positiv auf den Aktienkursverlauf im März wirkte sich die Kooperation mit dem japanischen Werkzeugmaschinenhersteller Mori Seiki aus. Ausgehend vom Jahresanfangskurs mit 7,49 Euro (02.01.2009) schloss die Aktie zum Ende des ersten Quartals mit 5,84 Euro (31.03.2009). Der Rückgang des Kurses von 22% seit Jahresbeginn entsprach dabei dem Trend des MDAX, der 23% einbüßte. Derzeit notiert die Aktie bei 8,08 Euro (04.05.2009).

Für das Geschäftsjahr 2009 rechnet das Unternehmen mit einem Auftragseingang, der deutlich unter dem Vorjahr liegen wird. Die Gründe hierfür sieht Gildemeister im rückläufigen Werkzeugmaschinen- und Servicegeschäft.

Maßnahmen und Chancen

Als Chance sieht Gildmeister die Kooperation mit dem japanischen Werkzeugmaschinenhersteller Mori Seiki. „Gemeinsam werden wir Synergien erzielen und im Sinne unserer Kunden Ressourcen bündeln, um Effizienzvorteile zu realisieren. Wir werden mit unserem bewährten Geschäftsmodell und einer klaren Unternehmensstrategie profitieren.“

Mit Kostensenkungsmaßnahmen hat das Unternehmen schon frühzeitig auf die neue Marktsituation reagiert. Im ersten Quartal hat sich die Mitarbeiterzahl im Vergleich zum Jahresende 2008 um 139 verringert. Am 31. März 2009 waren 6.312 Mitarbeiter, davon 238 Auszubildende, bei GILDEMEISTER beschäftigt (31.12.2008: 6.451). Darüber hinaus wurden bis zum Ende des ersten Quartals die Anzahl der Leiharbeitnehmer konzernweit um 343 reduziert. Neben diesen Maßnahmen sowie dem Abbau von Überstunden und dem Einsatz von Kurzarbeit plant Gildemeister, die Personalzahl zum Ende des ersten Halbjahres um weitere 170 Mitarbeiter zu reduzieren. Dies wird insbesondere durch den Abbau temporärer Beschäftigungsverhältnisse erfolgen.

Unter dem Motto „Chancen nutzen. Stärken zeigen“ will sich das Unternehmen auch in Krisenzeiten weiterentwickeln und sieht in Asien und Osteuropa künftige Absatzmärkte. Mit einem verstärkten Direktvertrieb sowie Kooperationen sollen diese mittelfristig erschlossen werden. „Wir werden unsere Stärken bündeln und uns auf stabile Marktsegmente, wie Aerospace, Medizintechnik und regenerative Energien fokussieren“. Auch die „Solartechnik“ soll als Erweiterung der Kernkompetenzen der Gildemeister AG dazu beitragen.

Gildemeister plant im weltweit rückläufigen Werkzeugmaschinenmarkt Marktanteile zu gewinnen und setzt dabei auf die neu designten Produkte. Die nach eigenen Angaben „hohe Flexibilität“ sieht Gildemeister als Grundlage, auf neue Marktbedingungen angemessen zu reagieren. Das Unternehmen sieht sich gut gerüstet und positioniert um die Krise zu meistern.

FDZT