EMO Hannover 2007: Abschlussbericht

EMO Hannover 2007: Bestnoten durch Aussteller und Besucher Weltleitmesse der Metallbearbeitung generiert Milliardenaufträge – Mehr Besucher trotz kürzerer Messedauer

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Strahlende Gesichter, wohin man blickt. Nach sechs Tagen ging die EMO Hannover 2007 am Samstag mit Bestnoten zuende: Mehr Aussteller, mehr Besucher, mehr Internationalität. „Und dies alles bei einer um zwei Tagen kürzeren Messedauer“, freut sich Dr. Detlev Elsinghorst, Generalkommissar der EMO Hannover 2007.

Über 166 000 Besucher kamen zwischen dem 17. und 22. September nach Hannover, um Maschinen zu kaufen, Aufträge zu erteilen und sich über Neuheiten in der Metallbearbeitung zu informieren. Das waren 4 Prozent mehr als bei der Vorveranstaltung vor zwei Jahren als die Messe noch acht Tage dauerte. Schon die Ausstellerzahl lag mit insgesamt 2 118 Ausstellern aus 42 Ländern um 5 Prozent und die belegte Fläche mit 180 000 Nettoquadratmetern um 12 Prozent über dem Ergebnis der Vorveranstaltung.

Bereits in den ersten beiden Tagen äußerten sich die Aussteller geradezu begeistert. Dr. Marc Fleckenstein, Leiter Produktmanagement der Fette GmbH, Schwarzenbek: „Die Messe ist ein Traum.“ Michael Jochem, Leiter Vertrieb Werkzeugmaschinen bei Bosch Rexroth, ergänzt: „Unser Stand wird sehr gut besucht und wir führen ausgezeichnete Gespräche.“

Auftragsbücher sind prall gefüllt

Die EMO Hannover 2007 hat dem internationalen Werkzeugmaschinengeschäft einen deutlichen Schub versetzt. Laut Ausstellerbefragung haben die Aussteller durch die EMO ein Auftragsvolumen von mehr als 4 Mrd. Euro generiert. Über die Hälfte der Aussteller erwartet darüber hinaus weitere positive Auswirkungen auf das Deutschland- und das Europageschäft.

Stellvertretend für viele: „Gildemeister konnte einen zusätzlichen Schub im Auftragseingang realisieren“, berichtet Dr. Rüdiger Kapitza, Vorstandsvorsitzender beim größten EMO-Aussteller Gildemeister. „Gegenüber der letzten EMO konnten wir den Auftragseingang verdoppeln“, zeigt sich auch Gerhard Glanz von der österreichischen EMCO Maier Gruppe sehr zufrieden. Und schließlich Dieter Kollmar, Geschäftsführer bei EMAG in Salach: „Bei den Aufträgen, die auf der Messe geschrieben wurden, konnten wir eine enorme Steigerung gegenüber 2005 verzeichnen.“

Entsprechend positiv fiel das Urteil der EMO-Aussteller aus. Über zwei Drittel sind mehr als zufrieden mit der Messe. Dr. Klaus Finkenwirth, Geschäftsführer Liebherr Verzahntechnik in Kempten: „Das ist die beste Messe, die ich je erlebt habe.“ Dazu trägt auch bei, dass die Aussteller alle ihre wichtigen Zielgruppen in der Industrie besonders gut erreicht haben, allen voran die Automobilindustrie und ihre Zulieferer, den Maschinenbau und die ganze Bandbreite der Metallbe- und -verarbeitung.

EMO Hannover untermauert weltweite Spitzenstellung

Andere wichtige Kennzahlen für die Spitzenstellung der EMO Hannover zeigen ebenfalls nach oben: So ist die Internationalität der EMO-Besucher weiter gestiegen. Über 37 Prozent der Fachbesucher kamen aus dem Ausland, aus mehr als 80 Ländern. Ähnlich wie die europäische Werkzeugmaschinennachfrage hat sich der Besucherstrom aus Westeuropa besonders dynamisch entwickelt, speziell aus der Schweiz, Frankreich, Italien, Schweden und Österreich. Die größten Besucherkontingente aus Übersee reisten aus Indien und den USA an.

Der Anteil der Führungskräfte ist auf fast 60 Prozent gestiegen. „Alle wichtigen Entscheider sind da“, bestätigt Ruben Baranowski, Managing Director bei Iscar Germany. Deutlich mehr Fachbesucher als noch vor zwei Jahren verfügen über Entscheidungskompetenz für den Maschinenkauf.

Einmal mehr hat sich die herausragende Stellung der EMO Hannover als Forum für die Akquisition von Neukunden bei den Ausstellern gefestigt. Über ein Drittel der Besucher waren zum ersten Mal auf einer EMO Hannover. „Dieses Jahr haben wir Interessenten, die wir vorher nicht kannten und die möglicherweise noch auf der EMO abschließen wollen. Das ist ein Novum und wäre eine tolle Sache“, sagt Friedrich Herdan, Geschäftsführer Lasco Umformtechnik in Coburg.

Konkrete technische Lösungen erwartet

Die internationalen Fachbesucher erwarten, dass ihnen die EMO technische Lösungen zur Erhöhung ihrer Wettbewerbsfähigkeit bietet. „Besucher, die in diesem Jahr maßgeblich auch Neukontakte waren, fragten ganz gezielt nach ganzheitlichen Lösungsansätzen“ stellt Dr. Roland Ruppel, Geschäftsführer bei Zimmer + Kreim in Brensbach fest.

Als das wichtigste Innovationsforum für die Metallbearbeitung zeigt die EMO Hannover 2007 zahlreiche Innovationen, die im Vergleich zur Vorveranstaltung Marktreife erreicht haben. Ein Thema, das in vielen neuen Detaillösungen anschaulich wird, ist die Optimierung der Nebenzeiten. Viele Werkzeugmaschinenhersteller haben z. B. die Werkzeugwechselzeiten noch einmal erheblich minimiert, oder sie können den Einrichtprozess im Vorfeld simulieren. Damit werden die Maschinenstundensätze stark reduziert.

Ein weiteres Thema ist im Kommen, die Integration der Steuerungstechnik in den Fertigungs-prozess. Gemeinsam mit den Softwaresystemhäusern haben die Werkzeugmaschinenhersteller ihre Entwicklungen für den produktiven Kundeneinsatz vorgestellt. Diese Produkte helfen, den Fertigungsprozess hinsichtlich ausgewählter Kriterien wie Fertigungszeit oder Oberflächengüte zu optimieren.

Einen Megatrend griff auch das internationale technische Symposium „Intelligenter Leichtbau“ auf. Hochkarätige Experten diskutierten die verschiedenen Aspekte des innovativen Leichtbaus auf Kundenseite und aus Sicht der Anbieter von Produktionstechnik. Dazu Christian Rau von der Kyocera Fineceramics GmbH in Esslingen: „Sehr positiv ist der hohe Informationsgehalt der einzelnen Vorträge in kurzer prägnanter Form. Wir können einige Ideen aus der Präsentation für unseren Bereich mitnehmen, was ich als überaus nützlich einstufe.“

Nachwuchsaktionen wieder sehr gefragt

Sehr gefragt war die EMO Hannover auch in diesem Jahr wieder bei jungen Menschen als Schaufenster für Technik. „Wir mussten aufgrund unserer Kapazitäten einen Anmeldestopp verhängen, obwohl das Interesse noch sehr viel größer war“, sagt Peter Bole, verantwortlich für den Jugendsonderstand. Rund 10 000 Schülerinnen und Schüler aus Berufs- und allgemeinbildenden Schulen nutzten die EMO, um sich über Berufsmöglichkeiten und Karrierechancen im Werkzeugmaschinenbau zu informieren. 24 Kooperationspartner zeigten auf dem Jugendsonderstand in Halle 25, was moderne Metallbearbeitung heute ausmacht von der Maschinentechnik über die Steuerungstechnik bis hin zur Softwareentwicklung und Automatisierung. Beratungsangebote von Dienstleistern und öffentlichen Institutionen wie der Internetplattform www.karriere-im-maschinenbau.org, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Bundesagentur für Arbeit oder der Industrie- und Handelskammern rundeten das Informati¬onspaket ab.

Bestnoten für die EMO Hannover 2007

Besondere Ehre seitens der Politik hat die EMO Hannover in diesem Jahr dadurch erfahren, dass Bundespräsident Horst Köhler die Messe offiziell eröffnet hat. Das haben die EMO-Aussteller als starke Unterstützung für die Bedeutung der Fertigungstechnik und des industriellen Mittelstandes sehr positiv gewertet. Dr. Dieter Kress, Geschäftsführender Gesellschafter der Mapal Dr. Kress KG, Aalen: „Wir danken Bundespräsident Horst Köhler für seinen Hinweis auf die Bedeutung der Branche im Grußwort zur Messeeröffnung.“

„Bei dieser EMO hat einfach alles gestimmt“, resümiert Dr. Detlev Elsinghorst. „Die Weltkonjunktur brummt. Die Aussteller sind superzufrieden. Die Besucher zeigten sich in Kauflaune. Die Messe hat ihren Ruf als größte und wichtigste Plattform für die Metallbearbeitung einmal mehr gefestigt und ist im Ansehen bei Ausstellern und Besuchern noch einmal gestiegen.“

Die nächste EMO findet vom 05. bis 10. Oktober 2009 in Mailand statt.

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