VDMA: Maschinenbau ist innovativer Vorreiter auch bei optischen Technologien

„In 18 von 31 Teilbranchen sind wir Weltmarktführer – die Lasertechnologie gehört dazu“, erklärte Manfred Wittenstein, Vize-Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) anlässlich des Kongresses Optische Technologien am Dienstag in Berlin.

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Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau geht davon aus, in diesem Jahr sein Produktionsvolumen von 136 Milliarden Euro erneut zu steigern. Die „Optischen Technologien“ als Teilbranche sind Teil dieses Erfolges. „Wir sind davon überzeugt, dass die Optischen Technologien Innovationen hervorbringen, die den Produktionsstandort Deutschland stärken und unsere Industrie weltweit wettbewerbsfähiger machen,“ so Wittenstein.

Laserbranche weltweit führend

Die Laserbranche hatte in den letzten zehn Jahren im Schnitt zweistellige Wachstumsraten. „Der Weltmarkt für Lasersysteme für die Materialbearbeitung hat 2004 um geschätzt 23 Prozent auf etwa 4,5 Milliarden Euro zugelegt. Der auf deutsche Laseranlagenhersteller entfallende Weltmarktanteil wird die 20 Prozent-Marke überschreiten. Das heißt geschätzt für 2004: Rund 900 Millionen Euro Umsatz“, sagte Wittenstein. Prognosen gehen davon aus, dass die weltweite Aufnahmefähigkeit für Laseranlagen im Jahr 2010 eine Größenordnung von zehn Milliarden Euro erreichen wird.

Aufbau einer Display-Industrie in Deutschland eröffnet immense Beschäftigungsaussichten

Der Markt für Flachdisplays weist seit Jahren zweistellige Wachstumsraten auf. 2004 lag der weltweite Umsatz bei etwa 60 Milliarden US-Dollar. Auch im Bereich der Flachdisplays für Industrieanwendungen sind die Steigerungsraten zweistellig. Für dieses Jahr rechnet die Branche mit einem Umsatz von 1,5 Milliarden US-Dollar, gut ein Viertel mehr als in 2004. „Das sind gute Aussichten für die Branche, denn Europa ist der zweitgrößte Abnehmermarkt von Flachdisplays nach den USA“, betonte der VDMA-Vizepräsident. Der Haken an der Sache: Die Hersteller sitzen zu 98 Prozent in Asien (Taiwan, Korea und Japan). „Aufgrund der zentralen Rolle, die Displays gerade auch für den Maschinenbau spielen, ist diese Abhängigkeit von asiatischen Herstellern ein gravierender Wettbewerbsnachteil. Gerade der Sektor kundenspezifische Displays öffnet deshalb immense Aussichten für den Aufbau einer Flachdisplayindustrie hierzulande“, erklärte Wittenstein. Chancen, eine Displayfertigung in Deutschland zu etablieren, bieten sich gerade deshalb an, weil „wir im Forschungsbereich und bei der Entwicklung von Produktionslösungen Spitze sind“, so Wittenstein. Als Beispiel nannte er „leuchtende Kunststoffe“, OLED (Organische Licht- Emittierende Diode). Dieser noch junge Zweig der optischen Technologien gehört zu den Anwendungen mit dem größten Zukunftspotential. Der OLED Umsatz soll von 470 Millionen US Dollar in 2004 auf über vier Milliarden US-Dollar in 2010 wachsen. Der VDMA trug dieser Entwicklung mit der Gründung der „Organic Electronics Association“ Rechnung. „Der deutsche Maschinenbau hat mit dem Deutschen Flachdisplay-Forum (DFF) in den letzten Jahren eine gute Vorarbeit für den Aufbau einer Display-Produktion hier in Deutschland geleistet und treibt das Thema auch europäisch mit dem ADRIANetzwerk an“, betonte Wittenstein und bedauerte, dass es bisher nicht zu einem massiven Ausbau der Display-Fertigung, vergleichbar dem der Halbleiterindustrie kam. „Wir laden das BMBF ein, sich dieses aus Sicht der Industrie wichtigen Themas für den Standort Deutschland im Rahmen einer „Public Private Partnership-Initiative anzunehmen.“

Industrielle Bildverarbeitung mit zweistelligen Wachstumsraten

Seit Jahren liegt dieser Zweig der Optischen Technologien in Deutschland mit seinem Wachstum an der Spitze der Automatisierungstechnik. 2004 wurde ein Plus von zehn Prozent erreicht. Für 2005 rechnet der VDMA ebenfalls mit zehn Prozent. „Damit überschreitet diese High-tech-Branche in Deutschland erstmals die Grenze von einer Milliarde Euro. Da erst 15 bis 20 Prozent aller möglichen Anwendungen realisiert sind, wird die Industrielle Bildverarbeitung ihre Erfolgsgeschichte fortschreiben“, betonte der VDMA-Vizepräsident. „Dies schafft nicht nur hochwertige Arbeitsplätze innerhalb der Branche, sondert sichert auch die Wettbewerbsfähigkeit der Anwender.“ Zusätzliche Wachstumsimpulse kommen aus neuen „nichtindustriellen“ Anwendungsfeldern.

Fachkräftemangel wird zum Innovationshemmnis

„Wir wünschen uns, dass Bundesbildungsministerin Bulmahn die schwierige Aufgabe annimmt, sich trotz aller Föderalismusdiskussionen um den Bachelor-Master-Studiengang im Sinne eines elitebildenden Qualitätsmanagements zu kümmern“, sagte Wittenstein. Die Herausbildung von Spitzenuniversitäten für die Ingenieurwissenschaften muss in Zukunft stärker im Dialog mit der Industrie betrieben werden, so die Forderung des VDMA. Die Industrie ist bereit – im Sinne des Public Private Partnership – universitäre Forschung in Form von Projekten mit Wissen und finanziellen Mitteln zu begleiten. „Wünschenswert wäre die Schaffung eines neuen Forschungsinstrumentes im Stile von Industrie-Sonder-Forschungs-Bereichen.“ Die F+E Quote im Maschinenbau liegt derzeit vier Prozent (4,4 Milliarden Euro in 2003).

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