
Wer erfolgreich am Markt besteht will, darf nicht stehen bleiben. Dieser Philosophie folgt Hommel+Keller nun seit 100 Jahren und die Fähigkeit zur Veränderung zieht sich wie ein roter Faden durch die Unternehmensgeschichte. Was 1926 mit der Fertigung von Messwerkzeugen begann, ist heute ein international erfolgreicher Spezialist für Präzisionswerkzeuge rund um die Drehbearbeitung – von Rändel-, Markier– und Glättewerkzeugen bis hin zu Verzahnungs– und Pendelräumwerkzeugen. Geblieben von den Ursprüngen ist über alle Jahrzehnte hinweg das kompromisslose Bekenntnis zu Präzision und Qualität.

„Das Besondere an Hommel+Keller ist, dass wir uns über die Jahrzehnte immer wieder neu erfunden haben. Genau das ist unser Erfolgsrezept“, betont Sigmund Grimm, Geschäftsführer der Hommel+Keller Präzisionswerkzeuge GmbH. „Wir ruhen uns nicht auf dem Erreichten aus, sondern erweitern unsere Kompetenzen kontinuierlich. Dabei folgen wir keinem Bauchladenprinzip, sondern entwickeln unser Produktportfolio strategisch weiter – mit Lösungen, die sich sinnvoll ergänzen und unseren Kunden echten Mehrwert bieten.“
Die Anfänge: Mut in schwierigen Zeiten
Die Erfolgsgeschichte von Hommel+Keller beginnt in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit. Nachdem die Messwerkzeugfabrik, bei der Jakob Keller und Georg Hommel zuvor als technische Mitarbeiter tätig waren, insolvent gegangen war, entschieden sich beide gegen Resignation und für den Neuanfang. Gemeinsam mit Kapitalgebern gründeten sie aus der Konkursmasse die Hommel+Keller KG, die am 2. November 1926 offiziell ins Handelsregister eingetragen wurde. Mit übernommen wurden nicht nur Maschinen und zahlreiche Mitarbeiter, sondern auch die Schutzmarke zeus, die bis heute für Präzision und Qualität steht.
Die ersten Jahrzehnte waren geprägt von wirtschaftlichen Krisen und den Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs. Immer wieder führten Einberufungen zu personellen Engpässen, produziert wurde teilweise im Schichtbetrieb rund um die Uhr. Besonders schwierig wurde die Situation nach Kriegsende: In der französischen Besatzungszone drohte sogar die vollständige Demontage und Sprengung der Fabrik. Nur durch das Verhandlungsgeschick von Jakob Keller konnte das Schlimmste verhindert werden. Statt einer vollständigen Demontage wurde schließlich lediglich ein Teil der Betriebseinrichtungen abgebaut und es mussten Ausgleichszahlungen geleistet werden. Die Fabrik selbst blieb erhalten – und damit die Grundlage für den weiteren Aufbau des Unternehmens.
Nach den schwierigen Nachkriegsjahren begann Hommel+Keller konsequent, die Weichen für Wachstum und technologische Weiterentwicklung zu stellen. In den 1950er-Jahren wurde das Firmengebäude in der Uhlandstraße in Aldingen erworben und erweitert. Gleichzeitig entwickelte sich die Rändeltechnik zunehmend zu einem wichtigen Bestandteil des Unternehmens, zunächst für die Fertigung der Messwerkzeuge. Bereits 1954 wurde erstmals ein zeus Rändelwerkzeug patentrechtlich geschützt – ein wichtiger Meilenstein für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens.

Vom Messwerkzeughersteller zum Spezialisten für Präzisionswerkzeuge
Mit dem Wachstum des Unternehmens wurde auch das Produktportfolio kontinuierlich erweitert. Neben den Messwerkzeugen gewann insbesondere die Rändeltechnik immer mehr an Bedeutung. Gleichzeitig entstanden neue Kompetenzen in der Härte- und später auch in der Beschichtungstechnik. Was zunächst als Ergänzung zur eigenen Fertigung begann, entwickelte sich Schritt für Schritt zu eigenständigen Geschäftsbereichen.
Ein entscheidender Wendepunkt folgte Ende der 1990er- und Anfang der 2000er-Jahre. Während der internationale Wettbewerbsdruck im Bereich Messwerkzeuge stetig zunahm, erkannte Hommel+Keller früh die Chancen hochspezialisierter Präzisionswerkzeuge. „Ich habe relativ schnell festgestellt, dass sich mit Messwerkzeugen langfristig kaum noch wettbewerbsfähig wirtschaften ließ“, erinnert sich Sigmund Grimm, der 1997 zunächst als Assistent der Geschäftsleitung in das Unternehmen eingetreten war. „Es gab immer mehr Importeure aus Asien, die sich darauf spezialisiert hatten. Dort konnten wir langfristig nicht mehr konkurrenzfähig sein.“
Die Entscheidung, die traditionsreiche Messwerkzeugsparte vollständig aufzugeben, fiel dennoch nicht leicht. Schließlich war sie das ursprüngliche Fundament des Unternehmens und eng mit der Geschichte der Gründerfamilie verbunden. „Als wir die Messwerkzeuge ausräumten, war das ein sehr emotionaler Moment – vor allem für Rudolf Keller, Sohn des Firmengründers“, erzählt Grimm. „Damit endete das Kapitel, mit dem sein Vater Jakob Keller die Erfolgsgeschichte von Hommel+Keller begonnen hatte.“

Trotz aller Emotionalität erwies sich die strategische Neuausrichtung als richtungsweisend. Hommel+Keller konzentrierte sich auf die Weiterentwicklung seiner Kompetenzen in der Rändeltechnik und entwickelte sich zu einem international führenden Anbieter in dieser Sparte. Neue Vertriebswege wurden aufgebaut, internationale Märkte erschlossen und zudem das Produktportfolio Schritt für Schritt erweitert.
„Wir haben uns nie auf einer erfolgreichen Produktgruppe ausgeruht“, so Sigmund Grimm. „Unser Anspruch war und ist, bestehende Kompetenzen sinnvoll weiterzuentwickeln und daraus neue Lösungen für unsere Kunden entstehen zu lassen.“
Internationale Expansion und Technologieausbau
Mit der stärkeren Fokussierung auf Präzisionswerkzeuge begann für Hommel+Keller eine Phase starken Wachstums und der internationalen Expansion. Bereits Anfang der 1990er-Jahre präsentierte sich das Unternehmen erstmals auf internationalen Fachmessen in Singapur und später auch in Japan. Parallel dazu entstand ein weltweites Händlernetzwerk, mit dem sich die Marke zeus zunehmend als feste Größe in der Rändeltechnik etablierte.

Einen wichtigen Meilenstein stellte dabei die Übernahme der Rändelwerkzeugsparte QUICK von Swarovski Optik im Jahr 2014 dar. Die traditionsreiche Marke QUICK wurde in das Unternehmen integriert und ergänzt seitdem das bestehende Portfolio von Hommel+Keller. „Mit unseren zeus Werkzeugen waren wir bereits seit vielen Jahren sowohl im Rändelfräsen als auch im Rändelformen erfolgreich. QUICK wiederum verfügte über besondere Stärken im Bereich der Fräswerkzeuge“, erklärt Sigmund Grimm.
„Dadurch haben sich beide Unternehmen hervorragend ergänzt. Unser Ziel war deshalb nie, zwei Marken zusammenzulegen und gleichzumachen, sondern voneinander zu lernen und gemeinsam stärker zu werden.“

Mit der Einführung der zeus Diamant-Glättewerkzeuge erschloss Hommel+Keller ein weiteres Spezialgebiet der Oberflächenbearbeitung. 2017 folgte die Vorstellung der neuen Sparte auf der EMO in Hannover. Ergänzt wurde das Portfolio zudem durch Verzahnungswerkzeug. Die dafür notwendige Kompetenz war bereits über Jahrzehnte im eigenen Haus vorhanden, da die Herstellung der zeus Rändelwerkzeuge traditionell auf umfassendem Know-how im Wälz- und Formfräsen basiert.
„Wir haben uns immer gefragt, welche Technologien und Anwendungen sinnvoll zu unseren bestehenden Kompetenzen passen“, erklärt Sigmund Grimm. „Dadurch ist unser Produktprogramm Schritt für Schritt gewachsen – nicht zufällig, sondern strategisch.“
Strategische Neuausrichtung

Mit dem Wachstum des Unternehmens und der zunehmenden Spezialisierung der einzelnen Geschäftsbereiche stieß auch die bisherige Unternehmensstruktur an ihre Grenzen. 2017 erfolgte deshalb die strategische Neuordnung der Unternehmensgruppe. Die Geschäftsbereiche Präzisionswerkzeuge sowie Härte- und Oberflächentechnik wurden organisatorisch voneinander getrennt. Sigmund Grimm übernahm die Geschäftsanteile der Hommel+Keller Präzisionswerkzeuge GmbH als alleiniger Gesellschafter.
„Es hat sich über die Jahre gezeigt, dass die Anforderungen, Produkte und Zielgruppen der einzelnen Bereiche sehr unterschiedlich geworden sind“, erklärt Sigmund Grimm. „Durch die strategische Aufteilung konnten wir uns noch stärker auf unsere jeweiligen Kompetenzen konzentrieren und zielgerichteter investieren.“
Die strategische Neuausrichtung bildete zugleich die Grundlage für ein weiteres Großprojekt: den Neubau des heutigen Verwaltungs- und Produktionsstandorts in Aldingen. Mehr als sechs Millionen Euro investierte Hommel+Keller in moderne Produktionsflächen, neue Arbeitswelten und zusätzliche Entwicklungskapazitäten. „Wir platzten damals förmlich aus allen Nähten“, erinnert sich Grimm. „Ohne größere Kapazitäten wäre das weitere Wachstum kaum noch möglich gewesen. Mit dem Neubau wollten wir schneller, flexibler und effizienter werden.“

Am neuen Standort entstanden auf rund 2.000 Quadratmetern Produktionsfläche und ca. 1000 Quadratmeter Fläche für Vertrieb und Verwaltung. moderne Fertigungs- und Lagerbereiche, zusätzliche Kapazitäten für Prozess- und Produktentwicklung sowie offene Kommunikations- und Begegnungsflächen. Neben modernster Fertigungstechnik investierte Hommel+Keller bewusst auch in die Arbeitsatmosphäre und eine nachhaltige Infrastruktur.
„Wer bei Hommel+Keller arbeitet, soll sich wohlfühlen“, so Sigmund Grimm. „Deshalb war uns wichtig, nicht nur funktionale Produktionsflächen zu schaffen, sondern eine moderne Arbeitsumgebung mit Raum für Austausch, Ideen und Zusammenarbeit.“
Mit der Einführung einer Segmentorganisation optimierte Hommel+Keller in den folgenden Jahren zusätzlich seine Fertigungsprozesse und Lieferzeiten. Gleichzeitig investierte das Unternehmen konsequent in Nachhaltigkeit, moderne Energiekonzepte und effiziente Produktionsabläufe.

Bereit für die nächsten 100 Jahre
Trotz aller Veränderungen bleibt der Kern des Unternehmens bis heute derselbe: „Unsere Werkzeuge sollen nicht nur technisch überzeugen, sondern unseren Kunden echte Prozesssicherheit und wirtschaftliche Vorteile bieten“, betont Grimm. „Dafür verbinden wir fast 100 Jahre Erfahrung mit modernster Technologie und dem Anspruch, uns ständig weiterzuentwickeln.“
Hommel+Keller bereits die nächste Entwicklungsstufe erstmals auf der AMB 2026 vorgestellt. Im Mittelpunkt steht dabei ein komplett neues, modular aufgebautes Produktprogramm. Die neue Plattform ist ein weiterer und wichtiger Schritt in der Entwicklung des Unternehmens. „Unsere Geschichte zeigt, dass erfolgreiche Unternehmen bereit sein müssen, sich immer wieder neu zu erfinden“, betont Sigmund Grimm. „Genau deshalb verstehen wir 100 Jahre Hommel+Keller nicht als Rückblick auf Vergangenes, sondern als Motivation für die nächsten 100 Jahre.“
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