Keramische Schneidstoffe auf der AMB 2026

SPK Cutting Tools zeigt in Stuttgart keramische Zerspanungslösungen für HRSA und gehärtete Stähle

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Stechdrehen von HRSA-Werkstoffen mit Hochdruckkühlung: Das HPC-Werkzeugsystem leitet den Kühlschmierstoff direkt durch den Spannfinger in die Wirkzone – mit bis zu 200 bar. Das stabilisiert den Prozess thermisch und bricht Bandspäne sicher. © CeramTec

SPK Cutting Tools, eine Marke von CeramTec zeigt auf der AMB, wo keramische Schneidstoffe und CBN in der Praxis den Unterschied machen: in Prozessen, die konventionelle Werkzeuge an ihre Grenzen bringen.

  • BST 300 (CBN): hohe Schnittgeschwindigkeiten und Oberflächengüten
  • LST 350 (SiAlON): Schruppen und Vorschlichten von Nickelbasislegierungen – auch durch Schmiedehaut
  • Stechdrehen von Werkstücken aus HRSA-Werkstoffen mit Hochdruckkühlung: Bringt den Kühlschmierstoff direkt an die Wirkzone
  • Wolfram- und kobaltfreier SiAlON-Träger für eckenbestückte CBN-Schneidplatten
Die Schneidplatte BST 300 ist für das Fertigdrehen von Nickelbasislegierungen bei 200 bis 350 m/min ausgelegt und erzielt Oberflächengüten bis Ra <0,8. µm. ©CeramTec

HRSA-Werkstoffe wie Inconel oder Waspaloy lassen sich nicht mit Kompromissen bearbeiten. Hohe Temperaturen, geringe Wärmeleitfähigkeit, starke Kaltverfestigung – wo andere Schneidstoffe thermisch an ihre Grenzen stoßen, halten keramische Schneidstoffe und CBN in ihrem jeweiligen Einsatzfeld die Leistung. Das übersetzt sich direkt: mehr Teile pro Schicht, planbare Standmengen, kein erzwungener Rückzug ins langsamere Prozessfenster.

Auf der Messe präsentiert SPK aufeinander abgestimmte Werkzeuglösungen, für die gesamte Prozesskette vom ersten Schnitt durch die Schmiedehaut bis zur Fertigkontur. „Die AMB ist für uns der richtige Ort, um unsere Schneidstoffsysteme zu zeigen, darunter erstmals die BST 300 als Serienprodukt. Für alle Anwender, die mehr aus ihren Prozessen herausholen wollen“, sagt Patrick Leonhardt, Produktmanager CBN bei SPK Cutting Tools by CeramTec.

Drei Stufen. Ein System.

Die Schneidplatte BST 300 aus CBN übernimmt den Fertigschnitt: 200 bis 350 m/min, kontinuierlicher bis leicht unterbrochener Schnitt, Oberflächengüten bis Ra <0,8 µm sind möglich. Was sie technisch auszeichnet, ist eine Kantenverrundung im µm-Bereich – gefertigt in einem neu entwickelten Prozess, der die Wirkgeometrie schärfer macht. Schnittkräfte und Vibrationen sinken, die Maßhaltigkeit teurer HRSA-Bauteile bleibt sicher.

LST 350 ist der SiAlON-Schneidstoff für die produktive Bearbeitung von Nickelbasislegierungen. Er läuft mit 150 bis 250 m/min bei Schnitttiefen bis 3,0 mm – auch durch die Schmiedehaut. © CeramTec

LST 350 dreht Nickelbasislegierungen mit 150 bis 250 m/min, Schnitttiefen bis 3,0 mm, auch durch die Schmiedehaut und bei wechselnden Eingriffsbedingungen. Der SiAlON-Schneidstoff ist für Schruppen und Vorschlichten ausgelegt und hält dort durch, wo der Prozess thermisch und mechanisch am anspruchsvollsten ist. Neben dem Längsdrehen deckt LST 350 auch Profilieren und Ausräumen ab; Schneidplatten in Sondergeometrien sind zudem möglich.
Beim Stechdrehen tritt der Kühlschmierstoff direkt durch den Spannfinger und das Stechschwert in die Wirkzone aus und das mit bis zu 200 bar. Das hält die Schneidzone thermisch stabil und spült den schmalen Stechkanal von Spänen frei. Ein Vorteil, der bei zähen HRSA-Werkstoffen unmittelbar auf Prozesssicherheit und Standmenge wirkt. Das Werkzeugsystem gibt es unter anderem als Schaft- oder Capto-Variante.

Wenn Prozesswärme zum Werkzeug wird

Der keramische SiAlON-Grundträger für eckenbestückte CBN-Schneidplatten kommt ohne Wolfram und Kobalt aus und richtet sich an Werkzeughersteller, die Compliance- und Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen müssen. ©CeramTec

Beim Fräsen von HRSA und gehärteten Werkstoffen (≥45 HRC) bringen Vollkeramik-Schaftfräser aus SiAlON das Hochvorschubfräsen auf ein neues Niveau. Das Prinzip: kleine Schnitttiefen, hohe Zahnvorschübe – und ein Schneidstoff, der Prozesswärme nicht nur aushält, sondern aktiv nutzt. SiAlON weicht das Material im Scherspalt gezielt auf und macht den Zerspanungsvorgang effizienter. In geeigneten Anwendungen läuft der Prozess trocken oder mit Luftunterstützung: weniger Aufwand rund ums Kühlmittel, klarere Prozesse.

„Die entscheidende Frage ist nicht, ob Keramik länger hält. Die Frage ist, wie viele Teile pro Maschinenstunde herauskommen. Wer Keramik in einem sauber definierten Prozessfenster einsetzt, kürzt Bearbeitungszeiten, entlastet bei Engpässen und rechnet mit kalkulierbaren Stückkosten – das ist in einem wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld ein handfester Vorteil“, sagt Frank Hoeing, Leiter Anwendungstechnik und Engineering bei SPK Cutting Tools by CeramTec.

Wolfram- und kobaltfrei – plus Engineering

SPK bietet Werkzeugherstellern einen keramischen SiAlON-Grundträger für eckenbestückte CBN-Schneidplatten, der wolfram- und kobaltfrei in Deutschland hergestellt wird. Der Träger hält hoher Wärmebelastung stand und ermöglicht so zuverlässig hohe Schnittgeschwindigkeiten. Der keramische Grundträger bewährt sich selbst unter anspruchsvollen Bedingungen wie unterbrochenen Schnitten, hohen Vorschüben und extremen Temperaturen. Das sichert planbar stabile Prozesse und reproduzierbare Ergebnisse. Endkunden erhalten so ein Schneidplattenkonzept, das wachsende Anforderungen an Compliance und Nachhaltigkeit erfüllt – bei voller Prozesssicherheit.

Keramische Zerspanungssysteme entfalten ihren Vorteil dort, wo der Einsatz konsequent auf das richtige Prozessfenster abgestimmt ist: Der Output pro Maschinenstunde steigt, und die Werkzeugkosten-struktur löst sich von den Rohstoffpreiszyklen konventioneller Schneidwerkstoffe.

SPK Cutting Tools by CeramTec in Halle 1, Stand 1B60

Kontakt:

www.ceramtec-group.com