INDEX zeigt beim Open House 2026 erstmals den mehrspindligen Lang-/Kurzdrehautomaten TRAUB MS12-4, der durch sein völlig neues Konzept eine bis zu vierfache Ausbringung gegenüber Einspindeldrehautomaten erreicht. Die TRAUB MS12-4 besticht durch beispiellose Produktivität, wodurch sie für jegliche Kleinteile wie Stifte, Schrauben, Pins etc., die in der Medizin- und Uhrentechnik sowie der Elektroindustrie benötigt werden, günstige Herstellungskostenrealisieren kann.

Die neue TRAUB MS12-4 ist ein revolutionärer mehrspindliger Lang-/Kurzdrehautomat für kleine Werkstücke im Durchmesserbereich von 3 bis 13 mm. Hinter dieser Maschine steckt ein völlig neuer Denkansatz, der nicht auf die übliche Spindeltrommel und sequentielle Bearbeitung setzt. Stattdessen liegt der MS12-4 das Konzept des einspindligen Langdrehautomaten TRAUB TNL12 zugrunde, wie Benjamin Klotz, Leiter der Maschinenentwicklung, erklärt: „Dieses System aus vier Hauptspindeln, vier Werkzeugrevolvern sowie zwei oder vier Gegenspindeln und bis zu vier weiteren flexiblen Werkzeugträgern vereint die einspindlige Denkweise mit der hohen Produktivität von Mehrspindlern.
Dieses Konzept kann vier Werkstücke gleichzeitig fertigen, wobei eine Zerspanung an bis zu acht Spindeln gleichzeitig für sehr kurze Stückzeiten sorgt“, sagt Benjamin Klotz.
Die Hauptspindeln mit integrierter Z-Achse erlauben eine Fertigung im Kurz- oder Langdrehverfahren. Die Werkzeugrevolver verfügen über eine X-Achse, eine interpolierte Y-Achse und optional eine Z-Achse. Die bis zu vier Gegenspindeln und bis zu vier flexiblen Werkzeugträger sind jeweils mit einem linearen 3-Achs-System XYZ ausgestattet. Somit können alle Werkzeugträger sowie die Gegenspindel in X, Y und Z korrigiert werden. Die Steuerung übernimmt eine neu entwickelte Mitsubishi-Steuerung mit Doppel-NCU.

Flexibel konfigurierbar
Was die TRAUB MS12-4 besonders interessant macht, ist ihr modularer Aufbau. Neben einer Vollausbaustufe mit allen erwähnten Maschinenkomponenten und Achsen gibt es weitere Ausstattungsvarianten, so dass sich der Lang-/Kurzdreh-Mehrspindler kostensparend exakt auf die Anforderung der zu bearbeitenden Werkstücke konfigurieren lässt.
Für typische Langdrehteile, bei denen der deutlich größere Bearbeitungsanteil auf der Hauptspindelseite liegt, ist eine Ausstattung mit vier Haupt- und nur zwei Gegenspindeln besonders wirtschaftlich – vor allem, wenn die Rückseitenbearbeitung zwischen 30 und 60 Prozent Zeitanteil der Hauptseite benötigt.

In diesem Fall arbeiten die Hauptspindeln zeitversetzt, und die Gegenspindeln übernehmen die Rückseitenbearbeitung von je zwei Hauptspindeln. Die Maschine erreicht dann trotz reduzierter Ausstattung und geringeren Anschaffungskosten die vierfache Ausbringung eines einzelnen Langdrehers.
Flexible Werkzeugträger (Flex-WTs) werden immer dann benötigt, wenn es der Prozess am Werkstück technologisch erfordert. Dies ist der Fall, wenn lange Werkstücke in einem Zug vor- und fertiggedreht werden müssen oder wenn Sonderoperationen wie Wirbeln, Mehrkantdrehen oder Verzahnen benötigt werden. Auch die Anzahl dieser Werkzeugträger ist konfigurierbar.
Viele Werkstücke im Durchmesserbereich bis 13 mm haben nur geringe Anforderungen an die Rückseite und benötigen keine Sonderoperationen. Für solche Werkstücke ist die Maschine besonders kostengünstig konfigurierbar, indem anstelle der flexiblen Werkzeugträger ortsfeste Rückseiteneinheiten für feste oder angetriebene Werkzeuge installiert werden. Die Maschinenkonfiguration kann so ideal auf die Werkstückanforderungen und somit für den Kunden absolut preisoptimiert ausgestattet werden.
Die Werkzeughalter

Um anspruchsvolle Werkstücke bearbeiten zu können, besitzt der Werkzeugrevolver acht angetriebene Stationen, die sich auch mit Mehrfachhaltern bestücken lassen. Die neue Kompaktschaft-Schnittstelle KPS36 mit W-Verzahnung vereint eine hohe Leistungsdichte, Steifigkeit und präzises Einrichten. Für den reinen Werkzeugwechsel sind an allen Werkzeughaltern Schnellwechselsysteme verfügbar.
Der flexible Werkzeugträger kann durch seine Schlittenplatte mit W-Verzahnung unterschiedlich bestückt werden. Denkbar sind Werkzeugrechen für Norm- oder Schnellwechselstähle, genauso wie Hochfrequenzspindeln, Tieflochbohreinheiten oder Sondereinheiten, wie z.B. zum Wirbeln von Schrauben.
An allen Werkzeugträgern (Revolver, Flex-WT, Rückseiteneinheit) steht Kühlschmierstoff mit Hochdruck bis zu 120 bar zur Verfügung. Die KSS-Versorgung erfolgt äußerst energieeffizient dank der frequenzgeregelten Pumpen.
Vorteile gegenüber vier Einspindlern
Die Maschine bietet mit weniger Maschinenkomponenten als bei vier Einspindlern dennoch vierfache Produktivität bei deutlich geringerer Aufstellfläche. Die Steuerung und sämtliche Peripheriekomponenten wie Stangenlader, Späneförderer, Kühlschmierstoffreinigung, Absaugung usw. werden nur einmal benötigt. Zudem bilden Maschine inklusive Schaltschrank und Lademagazin eine Einheit. Es wird weder eine mechanische noch steuerungstechnische Schnittstelle benötigt und das perfekte Zusammenspiel ist durch INDEX als Maschinenhersteller gewährleistet.

Vorteile gegenüber konventionellem Mehrspindler
Im Vergleich zu einem klassischen Mehrspindeldrehautomat mit Spindeltrommel und dementsprechend sequentieller Bearbeitung kann die neue TRAUB MS12-4 einige Stärken vorweisen. Benjamin Klotz argumentiert: „Da jede Spindellage für sich genommen wie ein Einspindler funktioniert, genügt es, eine Lage zu programmieren. Den Rest erledigt die Steuerung.“ Außerdem kann das identische Werkzeug mehrfach im Prozess eingesetzt werden – ein wichtiges Merkmal bei der Fertigung kleiner Werkstücke, das klassische Mehrspindler nicht abbilden können.
Auch hinsichtlich der Stückzeit können sich Vorteile ergeben. Der konventionelle Mehrspindler spielt seine Stärken dann aus, wenn alle Einzelprozesse einen ähnlichen Zeitbedarf aufweisen. Ist das – beispielsweise bei einem Tieflochbohrprozess – nicht möglich, müssen alle anderen Lagen warten. Bei der Bearbeitung auf der TRAUB MS12-4 spielt das keine Rolle. Sie bearbeitet ihren Zyklus einspindlig durch – ohne Wartezeit.
Automatisierung auf ganzer Linie
Selbstverständlich ist bei der TRAUB MS12-4 auch für automatisierten Betrieb gesorgt. INDEX entwickelte für die Maschine ein vollintegriertes Stangenlademagazin mit vier übereinanderliegenden, patentierten Werkstoffführungen. Die durchmesserunabhängigen Führungskanäle realisieren auch ohne Wechselteile stets eine enge und durchgehende Werkstoffführung. Der Stangenvorrat ist großzügig bemessen und ohne Maschinenstopp auffüllbar. Die Reststücke lassen sich durch das Gegenspindelgehäuse abführen.
Die Fertigteile können ausgespült oder mittels Lineareinheit an eine Roboterzelle übergeben werden. Späne werden automatisiert abtransportiert und können im Anschluss komprimiert werden.
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