Für eine nachhaltigere Flugzeugkabine

Forschungsprojekt ORAM erreicht wichtigen Meilenstein: RWTH Aachen als erste Universität mit P21G-zertifizierter Produktionsstätte für polymerbasierte additive Fertigung in der Luftfahrt ausgezeichnet

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Freeformer 750-3X-HT von ARBURG GmbH + Co KG in der Anlauffabrik der RWTH Aachen University, Verarbeitung von Hochleistungs- und Hochtemperaturpolymeren. Copyright WZL/Martens

Hohe Entsorgungskosten und eine geringe Materialeffizienz der Wartungs- und Instandsetzungsprozesse stehen steigender Ressourcenknappheit und der Forderung nach einer umweltfreundlichen Luftfahrt gegenüber. Das Forschungsprojekt ORAM (Certified recyclates for aviation – Overhaul and Recycling of interieur parts with Additive Manufacturing of high performance polymer) verfolgt das Ziel, durch die Verwertung von Hochleistungspolymeren und deren Rückführung in den Materialkreislauf die Gestaltung und Instandsetzung der Flugzeugkabine emissionsverringernd zu gestalten und zukünftigen Rohstoffengpässen entgegenzuwirken. Dem Zielvorhaben liegt ein innovativer Ansatz zugrunde, welcher es durch die Kopplung von Recycling und additiver Fertigung ermöglichen soll, die verwendeten Polymere langfristig im Materialkreislauf zu halten.

ORAM untersucht entlang der End-to-End-Kette die Aufbereitung von End-of-Life-Bauteilen aus der Flugzeugkabine zu qualitativ hochwertigen Rezyklaten, welche über additive Fertigungsprozesse wieder mit hoher Materialeffizienz in den Hochleistungsstoffkreislauf der Luftfahrt zurückgeführt werden sollen. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Weiterentwicklung additiver Fertigungskonzepte wie der Entwicklung von intelligenten Extruderlösungen ein, welche es zudem ermöglichen sollen, bislang nicht zertifizierbare Materialklassen für die Luftfahrt nutzbar zu machen.

Ein zentraler Meilenstein des Projekts wurde nun erreicht: Das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) hat die am Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen University in Kooperation mit der Aviation AM Centre GmbH (AAMC) aus Düsseldorf entstandene Produktionszelle für additive Fertigung offiziell als P21G-Produktionsstätte unter der Production Organization Approval DE.21G.0204 des AAMC zugelassen. Damit verfügt die RWTH Aachen University im Rahmen des ORAM-Projekts über eine von wenigen in Deutschland ansässigen P21G-zertifizierten Produktionsstätten mit additiven Fertigungsverfahren. Die Genehmigung erfolgte gemäß Part 21, Subpart G der europäischen Luftfahrtregularien und bestätigt die Konformität der Fertigung für luftfahrttaugliche Anwendungen. Die zertifizierte Produktionszelle befindet sich am Standort der RWTH Aachen University, in der Anlauffabrik auf der RWTH Aachen Campus.

Im Rahmen des ORAM-Projekts dürfen dort nun erstmals luftfahrtzertifizierte Bauteile in der polymerbasierten additiven Fertigung hergestellt werden. Zum Einsatz kommt dazu ein Freeformer 750-3X HT der ARBURG GmbH + Co KG, der für die Verarbeitung von Hochleistungs- und Hochtemperaturpolymeren ausgelegt wurde.

Der erreichte Zertifizierungserfolg ist das Ergebnis der engen Zusammenarbeit aller Projektpartner. Besonderer Dank gilt den beteiligten Teams der RWTH Aachen University, der Aviation AM Centre GmbH, der Safran Cabin Germany GmbH und der ARBURG GmbH + Co KG, deren Expertise und Engagement diesen Meilenstein ermöglicht haben. Mit der erfolgreichen P21G-Zulassung leistet ORAM einen wichtigen Beitrag zur Zertifizierbarkeit additiver Fertigung, zur Kreislaufwirtschaft von Hochleistungspolymeren und zu einer nachhaltigeren Luftfahrt.

ORAM ist ein im Rahmen des LuFo-Programms durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördertes Forschungsprojekt.

Kontakt:

www.wzl.rwth-aachen.de