HERMLE AG – Geschäftsverlauf stabiler als erwartet

Das Unternehmen aus Gosheim erzielte im Jahresverlauf 2023 ein Umsatzplus von 20 %. Trotz einem Rückgang von 11% im Auftragseingang sieht Hermle die eigene Umsatz- und Ergebnisprognose für 2023 gesichert.

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Bild: Hermle AG

Die Maschinenfabrik Berthold HERMLE AG entwickelte sich im dritten Quartal 2023 erfreulich stabil. Basierend auf dem guten Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr erhöhte sich der Konzernumsatz des schwäbischen Automations- und Werkzeugmaschinenspezialisten in den ersten neun Monaten verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 20,3 % auf 380,9 Mio. Euro (Vj. 316,7 Mio. Euro). Dieser etwas über den Erwartungen liegende Verlauf resultierte vor allem aus der anhaltend hohen Nachfrage nach HERMLE-Automationslösungen, die mit unternehmenseigenen Digitalisierungskomponenten ausgestattet sind. Im Inland steigerte HERMLE den Umsatz um 21,3 % auf 140,2 Mio. Euro (Vj. 115,6 Mio. Euro) und im Ausland um 19,7 % auf 240,7 Mio. Euro (Vj. 201,1 Mio. Euro). Daraus errechnet sich eine Exportquote von 63,2 % (Vj. 63,5 %).

Beim Auftragseingang verzeichnete HERMLE im dritten Quartal wie erwartet einen weiteren Rückgang. Von Januar bis September 2023 nahmen die neuen Bestellungen konzernweit um 11 % auf 374,1 Mio. Euro ab (Vj. 420,2 Mio. Euro). Davon entfielen 132,0 Mio. Euro (Vj. 151,0 Mio. Euro) auf das In- und 242,1 Mio. Euro (Vj. 269,2 Mio. Euro) auf das Ausland. Der Auftragsbestand lag Ende des dritten Quartals bei 161,1 Mio. Euro nach 168,0 Mio. Euro am Jahresende 2022 und 211,5 Mio. Euro am Vorjahresstichtag, als wegen der schwierigen Lieferkettensituation ein hoher Überhang bestand.

Die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage von HERMLE stellte sich unverändert sehr solide dar: Die Ergebnisentwicklung hat sich im dritten Quartal normalisiert, blieb aber per Ende September überproportional zum Umsatzverlauf. Positiv wirkte sich aus, dass die Preisqualität bei HERMLE trotz des erwarteten Konjunkturabschwungs noch stabil war. Darüber hinaus verfügt der HERMLE-Konzern per 30. September 2023 nach wie vor über hohe liquide Mittel und eine Eigenkapitalquote von rund 70 %.

Damit hat das Unternehmen eine solide Basis für die laufenden, umfangreichen Investitionsmaßnahmen. In den ersten neun Monaten 2023 investierte HERMLE konzernweit ca. 20 Mio. Euro in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (Vj. 6,3 Mio. Euro). Im Mittelpunkt stand der Ausbau des Produktionsstandorts Zimmern ob Rottweil, an dem unter anderem eine Großteileproduktion entsteht, die Mineralgussfertigung erweitert und eine Photovoltaikanlage installiert wird. Die Gebäudehülle für die geplante Großteileproduktion ist inzwischen fertiggestellt, sodass der Innenausbau im Winter unabhängig von der Witterung vorangetrieben werden kann. Außerdem schreitet die Sanierung der ehemaligen Blechfertigung am Firmensitz in Gosheim voran. Diese soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Zusätzlich investierte HERMLE in die Servicekapazitäten im Ausland, insbesondere in eine neue Tochtergesellschaft in Frankreich sowie eine Serviceniederlassung in Phoenix, Arizona, USA. An diesem wichtigen Verkehrsdrehkreuz installierte HERMLE ein Logistikzentrum, von dem aus die Kunden im Westen und Südwesten der USA deutlich schneller erreicht werden.

Die Zahl der Beschäftigten im HERMLE-Konzern nahm per Ende September 2023 auf 1.506 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu, das waren 131 Personen mehr als ein Jahr zuvor (Vj. 1.375) und 123 mehr als Ende 2022 (31.12.2022: 1.383). Neueinstellungen gab es insbesondere in mit dem Thema Automation verbundenen Bereichen und bei den Auslandsgesellschaften. Darüber hinaus erhöhte sich die Zahl der Auszubildenden von 95 auf 116 junge Menschen. Neben Stichtagseffekten machte sich hier ein leichter Ausbau bemerkbar, ermöglicht durch intensivierte Nachwuchsaktivitäten, mit denen das Unternehmen dem demografischen Wandel entgegenwirkt.

Vor dem Hintergrund des guten Verlaufs in den ersten neun Monaten 2023 rechnet HERMLE damit, das Gesamtjahr am oberen Ende der Prognose abzuschließen, also ein Umsatzplus von rund 10 % und eine Ergebnissteigerung zu erreichen. Im günstigsten Fall und ohne externe Störungen könnten sowohl Umsatz als auch Betriebsergebnis um etwas mehr als 10 % zulegen.

Nach wie vor gibt es jedoch hohe Risiken für die künftige Entwicklung. Auf der Branchenfachmesse EMO bestätigte sich die starke Verunsicherung in der Industrie angesichts des schwierigen konjunkturellen Umfelds, weshalb HERMLE davon ausgeht, dass sich die Nachfrage in den kommenden Monaten weiter abschwächt. Zugleich zeigte sich ein anhaltend großer Bedarf an Automationslösungen wie HERMLE sie anbietet. Obwohl das Auftragspolster bis Jahresende weiter abnehmen dürfte, wird das Unternehmen mit einem noch soliden Auftragsbestand in das Jahr 2024 starten.

Kontakt:

www.hermle.de