Präzise Kooperation

Kooperation zwischen ZOLLER und ANCA: Die Schnittstellen von ZOLLER Messmaschinen und ANCA CNC-Werkzeugschleifmaschinen sind genau aufeinander abgestimmt, um die Prozesse der Werkzeug-, Scheiben- und Formmessung sowie der Kompensation zu vereinfachen und zu verbessern.

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Beim Schleifen neuer Werkzeuge arbeiten die »genius« für umfangreiche, präzise und vollautomatische Messabläufe. (Bildnachweis: ZOLLER)

ZOLLER ist bekannt für die Messung komplexer Geometrien von Zerspanwerkzeugen. Ob Eingangskontrolle, Fertigung oder Endkontrolle: Von »smileCheck« für den Einstieg in die Werkzeugvermessung über die »pom«-Geräteserie für prozessorientiertes Messen bis hin zur universellen Messmaschine »genius«  und der Automationslösung »roboSet« – ZOLLER bietet für jeden Fertigungsschritt eine Lösung zum Prüfen und Messen der Werkzeuge.

ANCA zählt zu den weltweit führenden Herstellern von CNC-Schleifmaschinen. Die hohe Fertigungstiefe sorgt dabei für höchste Qualität und maximale Flexibilität. So bietet ANCA Werkzeugherstellern modernste Technologie zum Schleifen ihrer Präzisions-Zerspanwerkzeuge. Kombiniert mit ZOLLER Messtechnik bringt das unschlagbare Vorteile in der Produktion.

Damit die Kunden von ANCA das volle Potenzial der Messtechnik ohne Probleme nutzen können, arbeiten die beiden Experten eng zusammen. „Wir sind mit ZOLLER eine Partnerschaft eingegangen, um die Infrastruktur und gemeinsame Systeme für die automatische Kommunikation zwischen der ZOLLER Messtechnik und der ANCA-Schleifmaschine zu ermöglichen, sodass keine manuellen Eingaben mehr erforderlich sind, die großes Fehlerpotenzial bergen.“

„Gerade bei steigendem Automationsgrad in der Werkzeugfertigung ergeben sich aus dieser Kooperation erhebliche Effizienzgewinne, die zudem bessere Werkzeugqualität garantieren und Ausschuss reduzieren“, so Edmund Boland, Geschäftsführer bei ANCA Europe.

Edmund Boland, Geschäftsführer bei ANCA Europe. (Bildnachweis: ANCA)

Abgestimmte Kommunikation für optimalen Nachschleif- und Fertigungsprozess

Für reibungslose Abläufe und die Kommunikation entwickelten die beiden Unternehmen spezielle Schnittstellen. So unterstützt die neueste Version der ToolRoom-Software RN34.1 von ANCA neben den herkömmlichen XML- nun auch GDX-Interfaces. „Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert, müssen wir die Systeme des Anderen genau kennen – und das schon bei der Produktentwicklung“, so Edmund Boland.

„Deswegen verwendet ZOLLER in seinem Produktions-, Forschungs- und Entwicklungszentrum die neuesten Versionen unserer ToolRoom- und Simulationssoftware, und wir überprüfen mit der aktuellen Soft- und Hardware von Zoller vor Ort, ob diese mit unseren Entwicklungen gut zusammenarbeiten.“

Die Grundidee dahinter: Mit dem Schleifprogramm wird gleichzeitig der Datensatz für das Messgerät generiert und daraus der vollautomatische ZOLLER Messablauf erzeugt. Bestehen Mess- oder Kompensationsanforderungen, wird automatisch an beiden Stellen aktualisiert. Die gemessenen Daten werden je nach Art der Schnittstelle zum Programmiersystem oder zur Schleifmaschine zurückübertragen und das Schleifprogramm temporär korrigiert.

Auf diese Weise werden Programmieraufwand und Maschinenstillstandzeiten auf ein Minimum reduziert. Das spart Zeit und Kosten. Zudem vermeidet es Fehler bei der Dateneingabe und beim Erstellen eines neuen Schleifprogrammes.

Perfektes Zusammenspiel

Im Zuge der Kooperation installierte und nutzt ANCA seitdem in Weinheim eine »genius« Messmaschine von ZOLLER. In der Smart Factory in Pleidesheim setzt ZOLLER entsprechend auf die FX5 Linear von ANCA. Beim Schleifen neuer Werkzeuge arbeiten die »genius« für umfangreiche, präzise und vollautomatische Messabläufe und die FX5 Linear, die sich hervorragend für die Bearbeitung verschiedener Werkzeugtypen mit mehreren Scheiben und damit perfekt für kleine und gemischte Lose eignet, optimal zusammen:

Das NC-Programm zum Schleifen des Werkzeuges wird an die CNC-Schleifmaschine von ANCA übertragen. Gleichzeitig sendet das Programmiersystem ein Messdatenfile an das »genius«, aus dem ZOLLER einen vollautomatischen Messablauf generiert.

Nach dem Schliff folgt dann automatisch die Messung des neuen Werkzeugs mittels »genius«. Die Schnittsteller vereinfacht das Programmieren deutlich. Die gemessenen Werkzeug-Ist-Daten werden vom ZOLLER »genius« zurückübertragen und das NC-Programm optimiert. So kann dann die Serienfertigung mit μm-genauen Werkzeug-Ist-Daten starten.

Zudem ist es möglich, die Messdaten schon bei der Konstruktion der Werkzeuge mit der CAD-Software am 3D-Modell festzulegen. Es gibt passende Lösungen zur Vermessung der Schleifscheiben und zum Messen, Produzieren und Korrigieren von komplexen Formwerkzeugen.

Einfache Handhabung

Bei der Entwicklung eines Mess- und Rückmeldeverfahrens haben ANCA und ZOLLER für alle aufgeführten Parameter bzw. Merkmale gemeinsam ein festes ZOLLER-Messverfahren und eine feste ANCA-Schleifparameteranpassung ausgearbeitet, die direkt miteinander verknüpft sind. Anpassungen werden auf Parameter für die Kompensation angewendet, ohne die Konstruktionsparameter zu ändern.

Mit dem ToolRoom-Measurement-Wizard kann der Anwender die ANCA-ZOLLER Messrückmeldungen einfach und schnell einrichten. Anhand einer Liste mit den Konturelementen für ein bestimmtes Werkzeug lassen sich so die Merkmale auswählen, die gemessen und kompensiert werden sollen.

Dabei ist es auch möglich, die Längen- und Winkeltoleranzen für jeden Parameter anzugeben, so dass die Abmessungen – sollten sie innerhalb der Grenzen liegen – nicht korrigiert werden müssen. Die Daten können über einen USB-Stick oder direkte Netzwerkkommunikation übertragen werden, wenn sich sowohl das ZOLLER- als auch das ANCA-Gerät im selben Netzwerk befinden.

Jedes Element ist anfangs mit einer (empfohlenen) Standardposition für die Messung eingestellt, die jedoch manuell angepasst werden kann, bevor die Daten für die Messungen an die ZOLLER-Messmaschine gesendet werden.

Zudem können Toleranzeinstellungen aus einer anderen Tom-Datei importiert werden, so dass nicht alle Parameter und Toleranzen einzeln zurückgesetzt werden müssen. Wenn Messdaten in die ANCA-Schleifmaschine importiert werden, werden die gemessenen Parameter als Nennwert mitgebracht, aber mit dem Auslegungswert verglichen und die Anpassungen entsprechend vorgenommen.

Die FX5 Linear eignet sich hervorragend für die Bearbeitung verschiedener Werkzeugtypen mit mehreren Scheiben und ist damit perfekt für kleine und gemischte Lose geeignet. (Bildnachweis: ANCA)

Mit eigenen Augen erleben

Wie gut die Schnittstellen funktionieren und wie die Partnerschaft „Impulse für Produktivität und Qualität beim Werkzeugschleifen“ gibt, präsentieren ZOLLER und ANCA am 8. und 15. Juni einem interessierten Fachpublikum. Die Experten stellen die Highlights der ZOLLER Lösungen für Werkzeughersteller und -schleifer vor.

Besucher können sowohl im Livestream als auch vor Ort bei ZOLLER in Pleidelsheim in der neuen Smart Factory teilnehmen, gemäß aktuellen Hygiene- und Sicherheitsregeln. Die LIVE-Demo mit dem ANCA Schleifzentrum FX5 Linear umfasst sicheres und präzises Messen der Werkzeuge, die hochpräzise Vermessung der Schneidkantenpräparation oder die Erfassung relevanter Daten für das Schleifprogramm und das effiziente Management von Schleifscheibenpaketen. Alle Ergebnisse werden lückenlos erfasst und detailliert dokumentiert.

Auf dem Weg zur Smart Factory

Und die Entwicklung geht weiter: Obwohl die Daten über eine Netzwerkverbindung übertragen werden können, ist bisher immer noch das Eingreifen des Bedieners erforderlich. Er muss die richtige Datei auswählen, Werkzeuge zur ZOLLER-Maschine transportieren und die Kompensation auf den richtigen Maschinen anwenden.

Hier arbeitet ANCA an einer vollautomatischen Lösung: Mit der Weiterentwicklung von AIMS (ANCA Integrated Management System) will der Experte für Werkzeugschleifmaschinen ein Komplettsystem schaffen, das die Werkzeuge beim Chargenschleifen automatisch übertragen, messen und kompensieren kann.

Kontakt:

www.anca.com

www.zoller.info