Corona Teil 2: Nachgehakt bei Armin Engelhardt

Auch Armin Engelhardt, der Geschäftsführer der Ingersoll Werkzeuge GmbH, hat sich zu Beginn der Corona Pandemie mit deutlichen Worten zur Situation geäußert. Zum Ende des Jahres äußert er sich mit Update zur aktuellen Lage.

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Armin Engelhardt, CEO der Ingersoll Werkzeuge GmbH & Innotool Holding

Das Jahr 2020 in Bezug auf Corona:

Auch Ingersoll Werkzeuge  wurde hart von Corona insbesondere dem 1. Lockdown getroffen. Im September und Oktober und auch jetzt im November sehen wir eine deutliche Erholung der Monatsumsätze auf Vorjahresniveau. Es scheint als würden die Unternehmen die Pandemie, ungeachtet der Politik, sehr ordentlich meistern.

Das Jahr 2020 in Bezug auf Märkte und Technologien:

Die Automobilwirtschaft steckt nach wie vor in einer tiefen Verunsicherung bezüglich der Antriebstechnologie im Zusammenhang mit den staatlichen Vorgaben. Das krampfhafte Festhalten an E-Mobilität führt dazu, dass der deutsche Maschinen- und Anlagenbau extrem leidet. Alle Anstrengungen der Ingersoll Werkzeuge, größere Umsätze im Bereich Aerospace zu generieren, wurden mit Corona und den damit verbundenen Maßnahmen zunichte gemacht. Neue Produkte waren bislang wenig erfolgreich, da Kundenbesuche nur sehr eingeschränkt möglich waren und die für unsere Branche sehr wichtige Leitmesse AMB in Stuttgart musste komplett abgesagt werden.

Prognose 2021 und darüber hinaus:

Die wirtschaftliche Entwicklung hängt maßgeblich mit einem Impf- bzw. Wirkstoff gegen die Coronainfektion/-erkrankung zusammen. Sollte die Pharmaindustrie die vielversprechenden Impfstoffe Anfang 2021 zur Verfügung haben, erwarte ich ein Durchatmen unserer Märkte und eine nachhaltige Erholung ab dem 2. Quartal. Industrien, wie die Luftfahrtindustrie werden hier sicher zeitverzögert folgen. Ich erwarte, dass der Werkzeugmaschinenbereich erst in der 2. Jahreshälfte profitieren wird, da das Schreckgespenst Corona und die derzeitigen politischen Vorgaben für die Automobilindustrie die Investitionsbereitschaft negativ beeinflusst.

Aktuelle und gewünschte Maßnahmen der Politik:

Ich wünsche mir, dass die Politik an Pragmatismus gewinnt und erkennt, mit welchen Industrien der Staatsapparat bewegt wird. Jedem verantwortungsvollen Politiker rate ich dazu, den Warenkorb, den die deutschen „Exportweltmeister“ erwirtschaftet haben zu studieren. Spätestens dann sollte es jedem klar sein, dass der deutsche Fahrzeugbau und die damit verbundenen Peripherieindustrien, wie unser Maschinenbau, der Anlagenbau, der Vorrichtungsbau, der Formenbau, die Automation bis hin zum Zerspanungswerkzeug und Spannmittelhersteller diese Erfolge ausgemacht haben. Es wäre dringend notwendig, dass die Politik damit aufhört, technische Vorgaben zu machen und endlich damit beginnt, den Mut aufzubringen, getroffene Entscheidungen zu korrigieren zum Wohle der deutschen Ingenieurskunst und der deutschen Arbeitsplätze.

Noch was?

Das Corona Virus hat unsere und andere Branchen extremst belastet und man kann durchaus davon ausgehen, dass dieses Virus sehr gefährlich ist. Genauso gefährlich sind jedoch Rundumschläge der Politik, die bedauerlicherweise nicht immer nur die Gesundheit der Bevölkerung als Gesamtbetrachtung im Fokus sondern leider oft parteipolitische Hintergründe mit in ihre Entscheidungsfindung einbeziehen. Hier wünsche ich mir mehr Pragmatismus und den Mut, auch unpopuläre Dinge anzusprechen. Es ist zu wünschen, dass wir in 2021 schnell zur Normalität zurückkehren, ohne Angst und bei bester Gesundheit.

Kontakt:

www.ingersoll-imc.de