STUDER baut Knowhow und Marktposition aus

Der Maschinenbauer konnte seinen Umsatz im Jahr 2021 deutlich steigern und befinde sich momentan auf Waschstumskurs, so Jens Bleher, CEO von STUDER auf der Pressekonferenz des Unternehmens. Die Konferenz fand auch dieses Jahr, pandemiebedingt, online statt.

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Die Geschäftsleitung Fritz Studer AG (vlnr): Jens Bleher (CEO), Stephan Stoll (COO), Daniel Huber (CTO) und Sandro Bottazzo (CSO) (Bildnachweis: Fritz Studer AG)

Während der Corona-Pandemie ist es STUDER dank schnell und konsequent eingeleiteter Maßnahmen gelungen, Mitarbeitende und Unternehmen zu schützen. Im Laufe des Jahres 2021 verbesserte sich zudem die Wirtschaftslage deutlich und STUDER durfte sich wieder über die guten Seiten des zyklischen Geschäfts freuen – ein enormes Nachfragewachstum nach STUDER Produkten und Dienstleistungen.

„Es ist gelungen, trotz der schwierigen Wirtschaftslage und der Pandemie, das Knowhow und die Marktposition auszubauen. Wir konnten den Umsatz 2021 deutlich steigern und sind auch im Jahr 2022 auf Wachstumskurs.“, betont Jens Bleher, CEO von STUDER.

Dabei zahlte es sich aus, dass STUDER stets für die Kunden da war. Vor allem durch die dezentrale Struktur Vertriebs- und Serviceorganisation war STUDER jederzeit arbeitsfähig und in allen Märkten vor Ort beim Kunden, um Unterstützung zu leisten.

„An den Standorten Biel und Steffisburg werden bauliche Erweiterungen vorgenommen und Investitionen in neue Produkte, Maschinen und Anlagen sind bereits in der Umsetzung. STUDER hat in den vergangenen Jahren investiert und wird dies auch 2022 in großem Umfang tun“, führt Jens Bleher aus.

Qualifizierte Mitarbeitende

Qualifizierte Mitarbeitende sind seit jeher von größter Bedeutung für die Zukunft eines Technologieunternehmens. Deswegen bildet STUDER seine zukünftigen Spezialisten selbst aus, auch in Berufen, die es auf dem Markt nicht gibt. Im Aufschwung hat es sich für STUDER erneut sehr bewährt, auch in schwierigen Zeiten in vollem Umfang an der Berufsausbildung festzuhalten.

Die Anzahl der Lernenden blieb mit einem Anteil von 11% der Belegschaft unverändert hoch. (Bildnachweis: Fritz Studer AG)

„Die Zahl der Lernenden blieb mit einem Anteil von 11% der Belegschaft unverändert hoch. In diesem Jahr wird sogar in eine weitere CNC-Maschine neuester Generation für die Lehrlingsausbildung investiert und damit die Einbindung der Lernenden in die operative Fertigung deutlich verbessert“, betont Jens Bleher. Neue Erfolge gibt es von den Berufseuropameisterschaften zu vermelden. Gil Beutler, der amtierende Schweizer Meister der Polymechaniker, konnte bei den EuroSkills 2021 in Graz die Silbermedaille gewinnen.

Wie entwickelte sich die Auftragslage 2021 bei STUDER?

Nach dem Auftragseingangsrückgang im Jahre 2020 verzeichnete STUDER im letzten Jahr einen signifikanten Auftragszuwachs. Das Jahr 2021 war somit im Auftragseingang eines der erfolgreichsten der Unternehmensgeschichte. War der Jahresstart noch eher verhalten, steigerten sich die Aufträge gegen Ende Jahr überall signifikant.

„Der Dezember war der stärkste Einzelmonat in der STUDER-Firmengeschichte. Und das nach einem bereits überdurchschnittlich starken November, dem viertbesten Monat in der Geschichte. Sämtliche Verkaufsregionen übertrafen die ambitionierte Planung. Zudem hat es STUDER auch geschafft, seine Position im Markt weiter auszubauen und Marktanteile zu gewinnen“, erläutert Sandro Bottazzo, CSO von STUDER.

Das breite STUDER-Produktportfolio spielte dabei große Bedeutung. Sowohl die Außen-, wie auch die Innenrundschleifmaschinen zeigten eine sehr positive Entwicklung. Einzig der Bereich der Produktionsrundschleifmaschinen lag unter den Erwartungen. Die S33 war die am meisten verkaufte STUDER-Rundschleifmaschine. Bei der S31 übertraf STUDER die erfolgreichsten Jahre sogar klar und erzielte einen neuen Rekord. Die Verkäufe im Innenschleifen erreichten Vorkrisen-Niveau.

„Die Marktanteile konnten wir im Jahr 2021 markant steigern. Sehr stark war die Auftragslage in den asiatischen, lateineuropäischen und auch den nord- und osteuropäischen Märkten. In gewissen Einzelmärkten wie unter anderem der Türkei und vor allem in Italien konnten wir zudem Rekordauftragseingänge verzeichnen“, sagt Sandro Bottazzo an der Pressekonferenz. Auch in Nordamerika und Zentraleuropa waren die Auftragseingänge vor allem gegen Ende des Jahres sehr stark. In Summe verkaufte STUDER seine Schleifmaschinen in rund 40 unterschiedliche Länder.

Weiterhin schwächer als in vergleichbaren Jahren fiel das Automobilsegment aus. Dennoch konnten einige Aufträge auch in dieser Branche erzielt werden. Der Bereich der mittelständisch geprägten Automobilzulieferer, in den STUDER oft Universalmaschinen verkauft, lief hingegen gut. Sehr stark waren im letzten Jahr die Jobshops, welche das größte Segment darstellten. Die Lohnfertiger sind und bleiben für STUDER das Rückgrat, das auch in Zukunft gepflegt und ausgebaut wird. Zudem erholten sich die Segmente der Maschinen- sowie der Werkzeug- und Formenbauer.

Customer Care

Überaus erfolgreich war das Jahr auch im Customer Care. Und hier bereits vom ersten Monat an. STUDER erzielte den drittbesten Jahresumsatz der Geschichte. „Vor allem die Auslastung im Service, wie auch bei den Wartungen waren auf einem Rekordniveau. Auch die Ersatzteilumsätze sowie die Auftragseingänge bei den Überholungen zeigten ein erfreuliches Bild“, durfte Sandro Bottazzo mitteilen.

Im Customer Care konnte im Jahr 2021 einiges umgesetzt werden: In der Customer Care Academy schulte STUDER über 130 Servicetechniker zum ersten Mal komplett online. Das Online-Training wird nun weiter ausgebaut, um die Servicetechniker weltweit noch zielgerichteter und effizienter auszubilden.

Zudem wird das Angebot im Bereich der Maschinenüberholungen erweitert. Neben der bereits bekannten und seit Jahrzehnten erfolgreichen Komplett- und Baugruppenüberholung, bietet STUDER neu eine reduzierte STUDER Economy Überholung an. Somit verfügt STUDER auch hier über ein komplettes Portfolio, von der preisgünstigen Einstiegsüberholung bis hin zur Komplettüberholung.

Entwicklung – Vorstellung zahlreicher neue Produkte

Im Juli 2015 wurde der Grundstein zur Digitalisierung in der UNITED GRINDING Group gelegt. 2021 wurde CORE auf der EMO Milano 2021 erstmals vorgestellt.(Bildnachweis: Fritz Studer AG)

Im Juli 2015 wurde der Grundstein zur Digitalisierung in der UNITED GRINDING Group gelegt. Seither sind die  CORE-Teams mit gebündelter Expertise unterwegs und arbeiten in allen Unternehmen der Gruppe an gemeinsamen Projekten. Etliche CORE-Arbeitspakete im Bereich der Software- und Hardware-Entwicklung wurden inzwischen bearbeitet und umgesetzt. Es war ein langer und arbeitsreicher Weg bis zur EMO 2021 in Mailand, als CORE präsentiert wurde.

Das neue Bedienpanel ist das äußere Erkennungsmerkmal aller mit der CORE-Technologie ausgestatteten Maschinen. Das Bedienkonzept läutet das Zeitalter der digitalen Zukunft ein. „CORE ist nicht nur das Bedienpanel, sondern eine Systemarchitektur, die im Wesentlichen aus den vier Elementen core.OS, core.UX, core.HW und core.Data besteht“, betont Daniel Huber, CTO von STUDER.

Um der zunehmenden Vernetzung und der dazu erforderlichen Maschinenkonnektivität in der industriellen Produktion gerecht zu werden, haben die CORE-Teams eine Plattform entwickelt, die Möglichkeiten zur Steuerung, zum Monitoring und zur Optimierung des Produktionsprozesses eröffnet.

China ist seit jeher ein wichtiger Markt für STUDER. Auch hier gilt es, weiter Marktanteile zu gewinnen. Die in China gebaute STUDER-Maschine KC33, welche sich seit vielen Jahren auf dem chinesischen Markt bewährt hat, wird abgelöst und das Portfolio um eine Einstiegsmaschine erweitert. Bei UNITED GRINDING China entstehen die lokal produzierten STUDER-Maschinen. Im Frühling werden die zwei neuen Maschinen in China vorgestellt.

E-Mobilität

Eine neue Maschine ergänzt das Maschinenportfolio im Bereich der Produktionsmaschinen. Sie wird zur GrindingHub vorgestellt. (Bildnachweis: Fritz Studer AG)

Der Wandel in der Automobilindustrie nimmt Fahrt auf. Der politische Druck, die CO2-Emissionen und die Luftverschmutzung zu reduzieren, steigt weltweit. Diese Veränderungen bedeuten große Chancen. Beispielsweise verfügen praktisch alle Elektroantriebe über ein Getriebe, in dem u.a. Kegelradwellen eingesetzt werden. Brennstoffzellen-Elektro-Lastwagen benötigen hochpräzise Wellen und Hülsen für Hochdruckverdichter.

STUDER bietet eine optimale Antworten für Werkstücke aus der E-Mobilität und hat dazu im letzten Sommer ein neues Entwicklungsprojekt gestartet. Die neue Maschine ergänzt das Maschinenportfolio im Bereich der Produktionsmaschinen. Bereits an der GrindingHub in Stuttgart im Mai 2022 wird diese neue Maschine für das hoch produktive Schleifen vorgestellt.

STUDER Operations

Auch STUDER war von den cornonabedingten Auftrags- und damit Auslastungsschwankungen betroffen, besonders ab dem 2. Halbjahr 2020 bis Mitte 2021. Das bewährte Schweizer Kurzarbeitsmodell hat es jedoch ermöglicht, den Mitarbeitenden berufliche Stabilität zu gewährleisten und dadurch das existenziell wichtige Mitarbeiterknowhow im Unternehmen zu erhalten. „Besonders in solch unsicheren Phasen ist es enorm wichtig, mit einer kontinuierlichen, transparenten Kommunikation alle Mitarbeitenden bezüglich Auftragslage und Aussichten informiert zu halten“, hebt Stephan Stoll, COO von STUDER, hervor.

Zu all dem kam ab Mitte letzten Jahres mit der Materialverknappung in den Zulieferketten eine weitere, in dem Ausmaß bisher nicht bekannte Herausforderung. Trotz der sehr signifikanten Engpässe bei den Lieferanten ist es STUDER bisher gelungen, die Versorgung ohne nennenswerte Effekte auf die Maschinenausbringung zu gewährleisten. Zusätzlich war höchste Flexibilität zwischen Einkauf und Engineering gefragt, wenn es galt, kurzfristig nicht verfügbare Komponenten (besonders im Elektronikumfeld) durch alternative Optionen zu ersetzen.

Investitionen in die Zukunft

Trotz der aktuellen Herausforderungen realisiert und plant STUDER weitere, substantielle Investitionen zur Stärkung der Standorte in Steffisburg und Biel. So werden im laufenden Jahr in Steffisburg weitere automatisierte Bearbeitungszentren in der grosskubischen Bearbeitung sowie zur Spindelwellenfertigung in Betrieb genommen, während in Biel Investitionen zur Optimierung der Produktionsabläufe und Infrastruktur getätigt werden. Erwähnenswert sind ausserdem Nachhaltigkeitsprojekte zur Steigerung der eigenen Energieeffizienz.

„Mit allen Investitionen wird das Ziel verfolgt, Effizienz und Agilität der Wertschöpfungsprozesse zur steigern. Diese Investitionsbereitschaft spiegelt das starke Bekenntnis der UNITED GRINDING Group auch zum Werkplatz Schweiz wider“, freut sich Stephan Stoll.

Kontakt:

www.studer.com

www.grinding.ch