40 Jahre Müller Präzisionswerkzeuge

Müller Präzisionswerkzeuge feiert Jubiläum: 1981 fing alles mit drei Mitarbeitenden und dem Schleifen von Werkzeugen für die Holzbearbeitung an. Heute beschäftigt das Unternehmen 80 Mitarbeitende und entwickelt sowie vertreibt Präzisionswerkzeuge in aller Welt. 

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Die Firmenzentrale am Standort Sien. (Bildnachweis: Müller Präzisionswerkzeuge GmbH)

Müller Präzisionswerkzeuge feiert Jubiläum: Die Sonderwerkzeuge des Unternehmens aus dem rheinland-pfälzischen Sien sind seit Jahrzehnten weltweit im Einsatz. Alles begann 1981 mit drei Mitarbeitenden und dem Schleifen von Werkzeugen für die Holzbearbeitung. Heute entwickelt und vertreibt das 80 Mitarbeitende starke Unternehmen Präzisionswerkzeuge für zahlreiche Anwendungen in aller Welt. Besonderes Augenmerk legt Müller auf die Ausbildung junger Nachwuchskräfte aus der Region. Auch hier zeigt der pfälzische Mittelständler Innovationsgeist und Ideenreichtum.

Vom Kleinstbetrieb zum globalen Lieferanten

1981 gründete das Ehepaar Karl-Heinz und Siglinde Müller die K.-H. Müller GbR in Sien. Zusammen mit drei Mitarbeitenden schliff man dort Werkzeuge für die Holzbearbeitung. Daraus entstand in den folgenden Jahrzehnten eine Erfolgsgeschichte, die im Jahr des vierzigsten Jubiläums im größten Einzelauftrag der Firmengeschichte gipfelte. Der Weg dorthin war geprägt durch strategische Vergrößerung des Portfolios, der Produktionskapazitäten und eigene Entwicklungsanstrengungen.

Bereits seit 1985 werden in Sien Werkzeuge für die metallbearbeitende Industrie geschliffen. In den folgenden Jahren hat Müller die Produktionsflächen und -kapazitäten kontinuierlich ausgebaut. Nach der Umfirmierung zur heutigen Müller Präzisionwerkzeuge GmbH im Jahr 2000 stieg die Fertigungsmenge weiter an, bis 2006 erstmals mehr als 300.000 Schneidwerkzeuge in einem Jahr gefertigt wurden. Möglich war dies unter anderem durch einen hochmodernen Maschinenpark von damals 14 CNC-gesteuerten Bearbeitungszentren und circa 20 manuell gesteuerten Maschinen.

2011 übernahm Mathias Schmidt als Geschäftsführender Gesellschafter die Geschicke in Sien. Auch er setzte den Wachstumskurs durch Investitionen in die firmeneigene Infrastruktur fort. „Durch die Anschaffung einer eigenen PVD-Beschichtungsanlage konnten wir unser Portfolio 2011 noch einmal erweitern. 2012 investierten wir zudem in eine neue Fertigungslinie für Neuwerkzeuge. Dadurch konnten wir weiterwachsen und uns noch besser am Markt etablieren“, erinnert sich Schmidt.

Besonders wichtig ist Schmidt, immer ein Auge auf die Bedürfnisse der Kunden zu haben. „Unsere Kunden lassen verschlissene Präzisionswerkzeuge zunehmend wiederaufbereiten und legen dabei großen Wert auf Qualität. Uns ist es dabei wichtig, dass wir nicht nur die Einsatzfähigkeit von Werkzeugen wiederherstellen, sondern auch ständig optimieren“, erklärt Schmidt. Deshalb steht seit 2019 eine hochmoderne Beschichtungsanlage sowie eine Entschichtungsanlage im Werk in Sien. „Dank der Erweiterung unseres Maschinenparks sind wir auch als Lohnbeschichter für Fremdwerkzeuge gut aufgestellt“, so Schmidt weiter.

Bedürfnisse am Markt erkennen  

Neben den Investitionen in den Maschinenpark engagiert sich Müller seit langem auch bei Eigenentwicklungen, um den Bedürfnissen der Kunden nach größerer Effizienz in der Fertigung gerecht zu werden. „Ein entscheidender Faktor für die Prozesseffizienz bei der Metallbearbeitung ist die Standzeit der Werkzeuge. Müssen Werkzeuge wegen hohem Verschleiß häufig ausgetauscht werden, steigen die Produktionskosten durch Stillstände der Maschinen“, erklärt Schmidt.

Um die ohnehin hohe Standzeit der Müller-Werkzeuge weiter zu erhöhen, hat man 2020 zusammen mit einem Beschichtungsanlagenhersteller eine neue Werkzeugbeschichtung namens MC 3100 entwickelt. „Die Resultate waren beeindruckend: Die Werkzeuge mit der neuen Beschichtung schaffen doppelt so viele Bohrungen wie vergleichbare Werkzeuge. Das ist schon ein massiver Fortschritt in der Prozesseffizienz“, so Schmidt.

Bei der Optimierung der Prozess- und Kosteneffizienz unterstützt Müller seine Kunden seit einiger Zeit auch beratend. Auch hier hat das Traditionsunternehmen einen Bedarf am Markt erkannt und eine Lösung entwickelt. „Wir haben beobachtet, dass auch im Bereich der Großserienzerspanung der Kostendruck kontinuierlich steigt. Deshalb haben wir unseren Fokus darauf gesetzt, unsere Erfahrung und Expertise dafür zu nutzen, unsere Kunden bei der Prozessoptimierung zu unterstützen. Wir ermitteln für unsere Kunden Effizienzpotenziale in ihrer Produktionskette und helfen ihnen so, Kosten zu senken“, erklärt Schmidt.

Müller greift dabei auch Erkenntnisse und Verfahren auf, die in Zusammenarbeit mit verschiedenen Hochschulen und Technischen Universitäten in Entwicklungsprojekten, vor allem in den Bereichen Produktentwicklung und Fertigungsverfahren, entstanden sind. Darüber hinaus arbeitet Müller eng mit Maschinenherstellern und Anlagenbauern zusammen, um bestehende Produktionsverfahren weiterzuentwickeln. Diese Expertise und Erfahrungswerte fließen in die Analysen mit ein.

In der Region verwurzelt

Das Wachstum, das Müller in den letzten 40 Jahren erreichen konnte, war geprägt von vielen Neuerungen und einer globalen Ausrichtung. Dennoch war eines immer Teil der Unternehmens-DNA: der Standort Sien. Von der Gründung 1981 bis heute ist man in der kleinen Ortsgemeinde im Landkreis Birkenfeld verwurzelt. Die ländliche Prägung des Umfelds bringt allerdings auch Herausforderungen mit sich. So gestaltet sich die Nachwuchsgewinnung für die Ausbildungsberufe Präzisionswerkzeugmechaniker und Industriekaufleute nicht immer ganz einfach.

Um junge Talente aus der Region zu gewinnen, bietet Müller deshalb attraktive Anreize und Angebote. Neben einer übertariflichen Vergütung, einer Übernahmegarantie und einem Azubi-Shuttle für Azubis unter 18 Jahren bietet Müller auch die Möglichkeit, einen kostenlosen Segelflugschein zu machen. Darüber hinaus erhalten Auszubildende seit Kurzem einen Zuschuss zum Führerschein.

Besonders das Azubi-Shuttle hat für alle Beteiligten große Vorteile. Dadurch lässt sich das Einzugsgebiet der potenziellen Auszubildenden erheblich erweitern. Die minderjährigen Auszubildenden werden damit von zu Hause abgeholt, in den Betrieb gefahren und nach Feierabend wieder nach Hause gebracht.

„Gerade hier auf dem Land fährt nur selten ein Bus und dieser benötigt viel zu lange für den Arbeitsweg. Manche unserer Auszubildenden haben einen einfachen Arbeitsweg von 30 Kilometern. Ohne das Azubi-Shuttle könnten sie aus organisatorischen Gründen bei uns keine Stelle antreten“, erklärt Martina Schwenk, Personalreferentin bei Müller. Das Engagement zahlt sich aus: Kaum eine Ausbildungsstelle bleibt bei Müller unbesetzt.

Gewachsene Partnerschaften

Müller steht für Kontinuität, intern wie extern. „Viele unserer Mitarbeitenden haben auch bei uns gelernt. Das spricht auch für das sehr gute Betriebsklima und die gute Zusammenarbeit zwischen jungen Azubis und älteren Fachkräften“, so Schmidt.

Auch mit einer Vielzahl an Kunden arbeitet Müller schon lange partnerschaftlich zusammen. „Kontinuität, Verlässlichkeit und Fairness sind bei uns gelebte Werte. Deshalb gehen wir auch direkt auf die Bedürfnisse unserer Kunden ein: Bei uns gibt es keine Werkzeuge ‚von der Stange‘, wir sprechen mit dem Kunden und passen unsere Werkzeuge auf die Bedürfnisse vor Ort an. Das hebt uns ein bisschen von den großen Herstellern ab und hat viel zu unserem Erfolg beigetragen“, erklärt Schmidt.

Kontakt:

www.mueller-sien.de