Corona Teil 2: Nachgehakt bei Gisbert Krause

Zu Beginn der Corona Pandemie haben sich verschiedene Unternehmen der Zerspanungsbranche mit einem Statement geäußert. Zum Ende des Jahres freuen wir uns auf ein Update von Gisbert Krause, Geschäftsführer der Hommel Gruppe.

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Gisbert Krause, Geschäftsführer der Hommel Gruppe

Das Jahr 2020 in Bezug auf Corona:

Bis vor kurzem galt im Geschäftsleben und auch für viele Menschen im Privatbereich der Slogan; „Immer höher, immer weiter und immer mehr“. Begriffe wie Rücksichtnahme, Menschlichkeit, Großzügigkeit, Ehrlichkeit, soziale Verantwortung und Fürsorge, wurden von vielen leider nicht mehr ganz ernst genommen, sondern nur genutzt, um die eigenen Ziele zu erreichen. Nun in 2020 war plötzlich vieles anders, die Corona Pandemie hat der Menschheit aufgezeigt, dass auch wir nur ein ganz kleines Rädchen sind im großen Getriebe, durchaus verwundbar, angreifbar und verletzbar, nicht nur gesundheitlich sondern auch wirtschaftlich. Es war für uns ein sehr turbulentes Jahr, welches uns in allen Bereichen eine enorme Belastung beschert hat, hohe finanzielle Verluste, Kurzarbeit, größere, schmerzhafte Sparmaßnahmen, organisatorische Änderungen bis hin zu deutlicher Mehrbelastung eines jeden Einzelnen. Dennoch haben wir nicht den Mut verloren und uns in vieler Hinsicht positiv weiterentwickelt.

Das Jahr 2020 in Bezug auf Märkte und Technologien:

Nicht nur in Zeiten von Corona verändern sich die Märkte und Technologien. Das ist aus meiner Sicht ein ganz normaler Vorgang, der einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Menschheit geschuldet ist. Corona sehe ich in 2020 eher als einen „Brandbeschleuniger“ der viele, längst fällige Veränderungen, vorangetrieben hat. Die Elektromobilität entwickelt sich nun weiter, ein anderer, alternativer Energieträger, Wasserstoff, wird endlich in den Fokus gerückt und gefördert. Die Digitalisierung, ein erst sich langsam bewegendes, für viele Menschen kaum greifbares „Etwas“ ist plötzlich in aller Munde und zu einem der wichtigsten Themen überhaupt geworden. Produkte, ehemals aus China geliefert, die nun durch Corona die nationale Sicherheit betreffen, werden wieder in Deutschland hergestellt und als nationale Reserve vorgehalten. Natürlich wurde auch weiterentwickelt und geforscht, so dass viele neue Innovationen und Neuheiten in unsere Welt Einzug gehalten haben. Wir haben neue Wege gefunden, um „kontaktlos“ mit unseren Kunden und Partnern in „Kontakt“ zu bleiben. Vieles hat sich in den Märkten und Technologien verändert und dennoch merken wir immer öfter, dass der reine digitale Kontakt nicht ausreichend für geschäftliche Erfolge ist. Immer mehr unserer Kunden sehnen sich nach dem persönlichen Kontakt und einem haptischen Erlebnis beim Werkzeugmaschinenkauf.

Prognose 2021 und darüber hinaus:

Klar ist bereits heute, dass wir zumindest in den ersten Monaten des neuen Jahres nicht vor weiteren, persönlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen, der Pandemie verschont sein werden. Aktuelle Trends wie Remote Service, die Digitalisierung und Automation von Werkzeugmaschinen, neue Finanzierungs- und Mietkonzepte, werden weiter bei uns im Fokus stehen. Wir arbeiten stetig daran, das Kundenerlebnis durch neue Möglichkeiten der Kommunikation zu verbessern und so kontaktlos wie möglich zu gestalten. Eine verlässliche Prognose für 2021 zu geben, ist aus heutiger Sicht äußerst schwierig, da keiner weiß, wie sich die Pandemie weiter entwickeln wird. Eine Prognose kann ich aber gesichert geben, wir bleiben weiterhin ein leistungsfähiger und zuverlässiger Ansprechpartner für unsere Kunden und Partner.

Aktuelle und gewünschte Maßnahmen der Politik:

Die Politik ist zurzeit nicht zu beneiden, sie hat aktuell mit enormen Herausforderungen und nie dagewesenen Problemen zu kämpfen, damit der Schaden in Deutschland, an Gesundheit und Gut eines jedes Einzelnen, nicht zu groß wird. Es ist klar, dass in einer solchen Situation auch Maßnahmen getroffen werden müssen, die nicht allen Unternehmern und Bürgern gefallen, aber Entscheidungen müssen getroffen und umgesetzt werden. Keine Entscheidung ist so schlecht, wie keine Entscheidung zu treffen. Ich wünsche mir von der Politik eine klare Sprache und gemeinsame Vorgehensweisen sowie eine konsequente Umsetzung aller Gesetze und Regelungen. Es sollten weitere Konjunkturpakete geschnürt werden, die auch unsere Branche unterstützen und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Maschinenbaus erhöhen. Der Maschinenbau ist immer noch eine der Hauptschlagadern unserer Wirtschaft in Deutschland. Investitionszulagen für Werkzeugmaschinen würden zu mehreren positiven Effekten im Maschinenbau und damit in der Wirtschaft führen.

Noch was?

Wenn ich mir zu Weihnachten etwas wünschen dürfte, wäre mein Wunsch sehr einfach und mit wenig finanziellem Aufwand verbunden. Ich würde mir wünschen, dass die Menschheit eine kleine Lehre zieht aus dem Jahr 2020, ganz einfach nur, dass wir Menschen ein kleines Rädchen sind und mit ein bisschen mehr Vernunft, Bescheidenheit und Menschlichkeit unsere Verantwortung für diese einzigartige Welt in der wir leben, wahrnehmen.

Kontakt:

www.hommel-gruppe.de