Studer in 2022 auf Wachstumskurs

Für den Schweizer Maschinenbauer war 2022 mit Blick auf den Auftragseingang das drittbeste Jahr der Firmengeschichte. Die Unternehmensleitung blick positiv in die Zukunft: Man sei mit vollem Schwung und gefüllten Auftragsbüchern in 2023 gestartet.

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Geschäftsleitung Fritz Studer AG (v.l.n.r.): COO Stephan Stoll, CEO Jens Bleher, CSO Sandro Bottazzo und CTO Daniel Huber (Bildnachweis: Fritz Studer AG)

Anlässlich der diesjährigen Pressekonferenz der Fritz Studer AG begrüßte CEO Jens Bleher die Pressevertreter an historischer Stätte: „Vor genau 111 Jahren gründete Fritz Studer sein Unternehmen hier in Steffisburg. Seither stellte der Pionier des Rundschleifens unzählige technologische Innovationen vor – eine lange Tradition die uns Verpflichtung für die Zukunft ist“.

STUDER setzte im Geschäftsjahr 2022 seinen Wachstumskurs fort konnte und den Umsatz deutlich steigern . Für Bleher fällt daher auch der Ausblick ins Jahr 2023 sehr positiv aus: „STUDER ist nach einem bemerkenswerten Jahresendspurt mit prall gefüllten Auftragsbüchern und vollem Schwung ins Jahr 2023 gestartet.“

Positive Entwicklung der Auftragslage

„In der Summe war es beim Auftragseingang das drittbeste Jahr in unserer Unternehmensgeschichte“, sagt CSO Sandro Bottazzo. In sämtlichen Verkaufsregionen wurden die Erwartungen übertroffen. Einzelne Länder, wie unter anderem die Türkei, verzeichneten sogar den höchsten Auftragseingang in der gesamten Firmenhistorie. Als global agierender Hersteller von hochpräzisen Schleifmaschinen ist STUDER weltweit aktiv. „Insgesamt haben wir es 2022 geschafft, unsere Position in den wichtigsten Märkten der Welt weiter auszubauen und Marktanteile zu gewinnen“, fasst Bottazzo zusammen.

Die Auftragslage war 2022 in nahezu allen Märkten durch Wachstum geprägt. Der Neukundenanteil betrug 37 Prozent. Im Dezember wurde zudem der zweitbeste Einzelmonat in der Geschichte erzielt. Die Segmente Luft- und Raumfahrt sowie Energie trugen zu dieser positiven Entwicklung signifikant bei. Auf sehr hohem Niveau stabil blieben die Segmente Werkzeug-, Formen- und Maschinenbau. Der Bereich Feinmechanik mit den klein- und mittelständischen Zulieferbetrieben und Lohnfertigern stellt weiterhin das größte Einzelsegment dar.

Rückläufig war hingegen die Entwicklung im Automobilsegment, was vor allem Auswirkungen auf die Nachfrage nach Produktionsmaschinen hatte. „Unsere gute Aufstellung und ein breites Portfolio hilft uns aber sehr“, betont Bottazzo.

Erfolg durch breites Portfolio

Ein breites Portfolio für eine Vielzahl von Kundenanforderungen ist zugleich Markenzeichen und wichtiger Pfeiler für den Erfolg von STUDER. Im Geschäftsjahr 2022 gab es einen positiven Trend bei den Universal- und Innenrundschleifmaschinen – im Standard- wie im Systemgeschäft.

Die meistverkaufte STUDER-Maschine war erneut die CNC-Universal-Rundschleifmaschine S33, die kleine bis große Werkstücke in der Einzel- oder Serienproduktion herstellen kann. Sehr gut verkauften sich auch die favorit, die S31 sowie die S41.

Bei den Innenrundschleifmaschinen erzielte STUDER das bisher zweitbeste Jahresresultat überhaupt. Auf Rekordniveau lag auch die WireDress-Technologie, die das präzise Abrichten metallgebundener Schleifscheiben erlaubt.

Customer Care erzielt Rekordumsatz

Auch aus dem Bereich Customer Care hat Bottazzo gute Nachrichten. STUDER erzielte hier 2022 einen neuen Umsatzrekord. „Alle Geschäftsfelder liefen sehr gut, Service, Wartungen und das Einzelgeschäft stellten jeweils eigene Rekorde auf. Bei den Überholungen war es das zweitbeste Jahr in unserer Unternehmensgeschichte“, sagt er.

Angesichts des guten Geschäftsverlaufs hat STUDER seine Serviceorganisation weiter ausgebaut. Zudem wurden zahlreiche Geschäftsprozesse digitalisiert und optimiert. „Wir werden im Customer Care weiterwachsen, um noch leistungsstärker und näher bei unseren Kunden zu sein“, kündigt Bottazzo an.

Entwicklung zahlreicher neuer Produkte

Darüber hinaus brachte das Geschäftsjahr 2022 viele Neuentwicklungen und eine Erweiterung der Produktpalette. „Mit unserer Produktoffensive, innovativen Technologien und anwendungsspezifischen Lösungen können wir noch besser auf die Bedürfnisse unserer Kunden eingehen“, betont Daniel Huber, CTO bei STUDER.

Auf dem chinesischen Markt wurde einerseits die neue Generation der bewährten CNC-Universalrundschleifmaschine KC33 vorgestellt. Andererseits steht der chinesischen Kundschaft mit der ecoGrinder nun eine Lösung für den Einstiegsbereich zur Verfügung.

„Praktisch auf jeder großen Messe haben wir 2022 eine Neuheit präsentiert“, sagt Huber. Darunter auch die Produktionsmaschine S36 auf der GrindingHub in Stuttgart. Sie schliesst eine Lücke im Portfolio zwischen der S11 und S22 und ist unter anderem besonders gut für Applikationen und Bauteile rund um die Elektromobilität geeignet. Neu ist die S36 auch mit einem Energie-Monitoring-Konzept erhältlich. Oder die neue S100 auf der BIMU in Mailand als Einstiegsoption bei hochpräzisen CNC-Universal-Innenrundschleifmaschinen.

Mehr Maschinen mit C.O.R.E.

Des Weiteren ist die Hard- und Softwarearchitektur der UNITED GRINDING Group auf immer mehr Maschinen zu finden. C.O.R.E. ermöglicht die smarte Vernetzung mehrerer Maschinen, eine frei konfigurierbare und benutzerfreundliche Bedienung sowie Anfunksensorik der neuesten Generation. Teil von C.O.R.E. ist auch ein Multitouch-Display mit intuitiver Bedienung und zahlreichen Visualisierungsoptionen für eine effizientere Produktion.

STUDER konnte im Jahr 2022 bereits vier Maschinentypen auf C.O.R.E. umstellen und wird die Einführung im kommenden Jahr bei den Innenrundschleifmaschinen fortsetzen. „Nur die Hersteller, die intelligente Maschinen mit intuitiver Bedienung, digitalen Assistenz- und Monitoringsystemen, Automatisierungsoptionen sowie einer effizienten Prozessbearbeitung anbieten, werden in Zukunft erfolgreich sein“, so Huber.

Herausforderungen bei den Lieferketten

Ein wichtiges Thema blieb 2022 die Lieferkettensituation. CEO Jens Bleher stellt fest: „Trotz der angespannten Lage in den Beschaffungsmärkten ist es unserem Operations-Team gemeinsam mit dem Engineering gelungen, zuverlässig zu produzieren und unverändert sehr wettbewerbsfähige Lieferzeiten einzuhalten.“

COO Stephan Stoll erklärt: „Unsere Strategie, Produktionsressourcen auch während schwierigeren Phasen stabil zu halten, hat ebenso dazu beigetragen, wie die langjährigen und partnerschaftlichen Beziehungen zu unserer Lieferantenbasis“.

Außerdem zahle sich aus, dass STUDER bereits seit einigen Jahren einen risikobasierten Supplychain-Ansatz verfolgt um u.a. Single-Source Abhängigkeiten, wo sinnvoll und möglich, zu minimieren. Ein weiterer Erfolgsfaktor war die enge Zusammenarbeit zwischen Engineering und Einkauf, welche bei sich abzeichnenden Engpässen rechtzeitig alternative Komponenten evaluieren konnten.

Investitionen in die Zukunft

Zur Unternehmensphilosophie von STUDER gehören regelmäßige und konsequente Investitionen in allen Bereichen des Unternehmens. „Wir sind überzeugt, dass wir damit unsere Standorte konkurrenzfähig halten und sich dadurch STUDER-Maschinen „Made in Switzerland“ langfristig auf dem Weltmarkt behaupten können“, begründet Stoll.

Nach der Neugestaltung und Modernisierung der Montage lag der Fokus in den vergangenen Jahren im Bereich der mechanischen Fertigung. Hier trugen 2022 verschiedene Projekte dazu bei, die Betriebsmittel auf dem neuesten Stand zu halten, wobei ein besonderer Fokus auf Automatisierung und Digitalisierung lag. Im kommenden Geschäftsjahr folgen nun Erneuerung und Ausbau der Spindelwellenfertigung, sowie die umfassende Modernisierung der Lager- und Logistik-Infrastruktur bis 2025.

Ausbildung und attraktive Karrieremöglichkeiten

Auch die Ausbildung und Karrierechancen lassen sich durch Investitionen verbessern. „Moderne Arbeitsplätze und eine Ausbildung auf höchstem Niveau sorgen dafür, dass wir als Arbeitgeber attraktiv bleiben und in Zeiten des Fachkräftemangels die besten Talente und Top-Mitarbeitende für uns gewinnen“, sagt Stoll.

STUDER bildet seine Fachkräfte selbst aus und bietet diesen attraktive Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten. CEO Jens Bleher betont die Wichtigkeit von gut ausgebildeten Mitarbeitenden für das Technologieunternehmen: „STUDER hat zu jeder Zeit in vollem Umfang an der Berufsausbildung festgehalten. Die Lernenden machen über 11 Prozent der Mitarbeitenden aus. Dem tragen wir Rechnung, indem wir, wie in den Vorjahren, in CNC-Maschinen der neuesten Generation für die Lehrwerkstatt investiert haben.“

Besondere Freude bereiten der Geschäftsführung weiterhin die Erfolge bei den Berufsweltmeisterschaften. Der Polymechaniker Gil Beutler konnte nach dem Gewinn der Goldmedaille bei den SwissSkills, mit der Silbermedaille bei den Euroskills erneut überzeugen und seine hervorragende Leistung mit der Bronzemedaille bei den WorldSkills in Kanada krönen. CEO Jens Bleher betont: „Wir freuen uns sehr über die Erfolge von Gil und sehen seine Spitzenplatzierungen auf internationaler Ebene auch als Bestätigung der konsequenten, langjährigen Arbeit unseres gesamten Berufsbildungsteams.“

Siebte Ausschreibung des „Fritz Studer Awards“

Die Förderung der besten Talente und innovativen Ideen erfolgt auch durch den „Fritz Studer Award“. Der mit 10.000 CHF dotierte Forschungspreis wird zum siebten Mal ausgeschrieben und richtet sich an Studierende europäischer Universitäten und Fachhochschulen. Diese können entweder als Einzelperson oder im Team ihre Arbeiten aus Bereichen wie „Innovative Maschinenkonzepte“, „Digitale Lösungen zur Unterstützung des Schleifprozesses“ oder „Alternative Werkstoffe“ einreichen.

Kontakt:

www.studer.com