Was war los? – Die Erste

Die zweite Corona-Welle hat viele Staaten erreicht und sorgt nach den leicht positiven Trends der letzten Monate wieder vielerorts für eine Verunsicherung auf nationaler und internationaler Ebene.

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Von Frank Dietsche: Die erste Corona-Welle hatte die deutsche Wirtschaft und auch die der wichtigsten internationalen Handelspartner nach fetten Jahren nahezu lahmgelegt. Fachmessen und viele mit sehr großem Aufwand geplante Hausmessen mussten durch die Veranstalter und Unternehmen kurzfristig abgesagt werden. Die in aller Schnelle ermöglichten Online-Veranstaltungen stellten sich als eine gute Möglichkeit zur Präsentation und Information, jedoch nicht als wirkliche Alternative für LIVE-Veranstaltungen heraus.

Mit den Lockerungen der Corona-Auflagen lief die Wirtschafts-Maschinerie in kleinen Schritten wieder an. Das BIP (Bruttoinlandsprodukt) stieg zwischen Juli und September um 8,2 % gegenüber dem Vorquartal wieder an.

Der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) vermeldete für diesen Zeitraum ein Minus im Auftragseingang um real 14 Prozent zum Vorjahr. Im September jedoch mit positivem Trend im Vergleich zum Vormonat.

Auch der VDA (Verband der Automobilindustrie) verzeichnete für den September 2020 erstmals seit mehr als zwei Jahren wieder ein leichtes Wachstum in Europa (EU27 & EFTA & UK), den USA und China im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Der DAX (Deutscher Aktienindex) stieg ab März 2020 stetig, um aber mit dem Anstieg der Corona-Infektionen wieder deutlich abzurutschen.

Die Zahlen gaben sicher keinen Grund zur Euphorie, doch schien nach der ersten Phase der Pandemie ein Silberstreif am Horizont sichtbar. Die Bundesregierung prognostizierte für 2021 immerhin ein Wachstum von 4,4 Prozent.

Wie sich die zweite Welle entwickelt und welche Auswirkungen sie auf das Wachstum hat, wird erst in den nächsten Wochen oder sogar Monaten deutlich. Der Einzelhandel und auch die Industrie sind weiterhin, wenn auch mit teilweise angezogener Handbremse, aktiv. Doch das Risiko von Insolvenzen steigt mit jedem Tag der Pandemie. In dieser Konstellation hilft auch Querdenken – sprich innovativ und konstruktiv – nur bedingt und das in letzter Zeit gesehene Quertreiben schon gar nicht.

In den vergangenen Monaten haben viele Unternehmen in und außerhalb der Zerspanungstechnik mit Neuentwicklungen gezeigt, dass Know-How deutlich mehr bringt, als Stimmungsmache oder haltlose Polemik. Und diese Unternehmen sind es auch, die Arbeitsplätze sichern und somit für viele Menschen Existenzsicherung bedeuten. Und diese Arbeitsplatzsicherer brauchen in Krisenzeiten Unterstützung, nicht nur von der Politik.

Frank Dietsche, Chefredakteur Dieonlinemagazine (Zerspanungstechnik.de u. Fertigungstechnik.de)

Umso mehr machen die aktuellen Entwicklungen der Vereinigten Staaten von Amerika wieder Hoffnung auf ein verbindliches Miteinander, auch auf internationaler Ebene.

Weniger Quertreiben und dafür mehr Respekt und Miteinander würde vielen gut tun.

Mit Freude am Span, Ihr

Frank Dietsche