Corona Teil 2: Nachgehakt bei Gerhard Knienieder

Heute äußert sich Gerhard Knienieder, Geschäftsführer der EMUGE-FRANKEN Gruppe, zur Situation des Herstellers von Präzisionswerkzeugen aus Lauf an der Pegnitz.

2625
Gerhard Knienieder; Geschäftsführer der EMUGE-FRANKEN Gruppe

Das Jahr 2020 in Bezug auf Corona:

2020 wird sicherlich in die Geschichte mit den größten Herausforderungen der Nachkriegszeit für alle Unternehmen eingehen: heftiger Einbruch in allen Ländern und Märkten, nahezu in allen Branchen, mehrfache interne Umorganisation zum Virusschutz, kaum Planbarkeit, Ad-hoc Maßnahmen mit wenigen Tagen Vorlaufzeit.

Das Jahr 2020 in Bezug auf Märkte und Technologien:

Die Krise begann in China und hat nicht nur unseren direkten Absatz in dem Land nach unten gezogen, sondern insbesondere auch die Lieferketten für Zulieferteile zusammenbrechen lassen. Nahezu sämtliche KFZ-Unternehmen sowie die großen Zulieferbetriebe haben im 2. Quartal die Bänder gestoppt. Erfreulich: Die KFZ-Branche ist in der 2. Jahreshälfte wieder eine Stütze der Branche geworden und China wurde sogar zur Konjunkturlokomotive! Viele andere Absatzmärkte und Länder befinden sich auf unterschiedlichen Phasen des Aufschwungs. Leider ist die wichtige Luftfahrtbranche noch immer stark betroffen – und wird es sicherlich noch länger bleiben.

Prognose 2021 und darüber hinaus:

Der vor allem im 4. Quartal 2020 einsetzende Aufschwung scheint sich zu verstetigen. Vorausgesetzt die Lieferketten werden nicht nochmals unterbrochen durch eine neuerliche Verschärfung der Pandemie, ist ein Wachstum in der Nähe des Niveaus von 2019 realisierbar. Eine Normalisierung wird vermutlich erst nach einer globalen Durchimpfung, sprich der kompletten Eindämmung des COVID-19 Virus erreichbar sein. Gleichwohl werden einige Absatzbranchen (z.B. Luftfahrt) noch einige Jahre für die Erholung brauchen.

Aktuelle und gewünschte Maßnahmen der Politik:

  1. Das Mittel der Kurzarbeit hat sich wiederum sehr bewährt. Die Politik sollte die speziellen Regelungen bis mindestens Mitte 2022 fortführen.
  2. Die Lieferketten sollen nicht durch Lockdown-Maßnahmen in Unternehmen unterbrochen werden.
  3. Bürokratiepause: z.B. Lieferkettengesetz nicht wirksam machen.

Noch was?

Bitte alle den Optimismus wahren … und gesund bleiben!!

 

Kontakt:

www.emuge-franken.com