Kompetenz in Produktivität und Verfügbarkeit

HELLER präsentierte sich mit drei Highlight-Exponaten auf der EMO, zwei davon mit Automationslösung. Automatisierung und Digitalisierung standen dieses Jahr besonders im Fokus.

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HELLER Fertigung

Seit 125 Jahren steht der Name HELLER für Maschinenbau und Ingenieurskunst auf höchstem Niveau. Davon konnten sich die Besucher der diesjährigen EMO in Hannover selbst überzeugen, denn mit dem 5-Achs-Fräs-Drehzentrum CP 6000, dem 5-Achs-Bearbeitungszentrum HF 3500 und dem 4-Achs-Bearbeitungszentrum H 2000 sind auf einer Fläche von 680 m2 Maschinen zu sehen, die durch ihre Flexibilität, Produktivität sowie die hohe Verfügbarkeit ideale Lösungen für die vielfältigen komplexen Fertigungsaufgaben darstellen.

Neben den drei Produkt-Highlights standen für HELLER vor allem die Themen Digitalisierung und Automatisierung im Mittelpunkt des diesjährigen Messeauftritts in Hannover, der unter dem Motto „Next Generation Productivity“ steht.

Erfolgreiches Partnernetzwerk und eigene Kompetenz im Bereich Automation

Am Stammsitz in Nürtingen wurde das Unternehmen vor 125 Jahren von Hermann Heller gegründet.

„Seit vielen Jahren hat HELLER ein Partnernetzwerk von Lieferanten aus dem Automationsumfeld aufgebaut. Aber auch intern verfügen wir bei HELLER über ein großes Know-how und eigene Automationsexperten. So erstreckt sich die Engineering-Kompetenz zur Bewertung der richtigen Automationslösung über mehrere technische Abteilungen aus den Bereichen Mechanik, Fluidik, Elektrik, Hard- und Software“, erklärt Jochen Kern, Bereichsleiter Application Industrial bei HELLER. Zwei der Exponate auf der EMO waren deshalb mit Automatisierungslösungen der Anbieter Fastems und Fanuc ausgestattet.

Auch die Digitalisierung war wieder eines der Hauptthemen auf der EMO 2019. Nachdem in den vergangenen Jahren die konventionellen Potenziale für Produktivitätssteigerungen bei Werkzeugmaschinen nahezu als ausgeschöpft gelten, sieht HELLER die Aufgabe vor allem darin, mit Industrie 4.0-Lösungen Informations- und Produktionstechnologien zu vernetzen, um Mehrwerte zu schaffen. Das Konzept „HELLER4Industry“ umfasst ergänzende Maschinenfunktionalitäten, Dienstleistungen „on demand“ und erweiterte Servicelösungen und verknüpft digitale Lösungsansätze mit der Fertigungsrealität der Kunden.

Als Core-Partner von umati, der vom VDW initiierten Entwicklung einer universalen Maschinenschnittstelle, ist man bei HELLER auch im Bereich der Digitalisierung am Puls der Branche. „Wir sind gerne in der Rolle des Gestalters, um unsere Vorstellung von einer universalen Kompatibilität verschiedener Maschinen, Aggregate und Software aktiv zu forcieren“, erläutert Bernd Zapf, Leiter New Business & Technology bei HELLER.

Neue Vertriebsstrategie mit erweitertem Netzwerk in den USA  

Um die Kunden auf dem US-amerikanischen Markt künftig noch besser bedienen zu können, hat HELLER seine Vertriebsstrategie für die USA angepasst. „Wir werden zukünftig unsere Produkte und Dienstleistungen sowohl im etablierten Direktvertrieb, als auch über unser neues Händlernetzwerk vertreiben, um so unseren Kunden in Nordamerika noch passgenauere Lösungen anbieten zu können.“, sagt Stephen Pegram, Vice President of Sales bei HELLER Machine Tools.

Mit Ellison Technologies, dem neuesten Vertriebspartner von HELLER USA, ist man nun in mehr als 20 Bundesstaaten präsent. „Ellison Technologies verfügt mit Niederlassungen in vielen Regionen der USA über eine hervorragende Abdeckung und kann unseren Kunden flächendeckenden professionellen Service bieten“, so Pegram weiter. Gemeinsam mit den weiteren Partnern Ellison Machinery, Maruka und Compumachine verfügt HELLER nun über ein hervorragendes Netzwerk in ganz Nordamerika.

Mit 4-Achs-Bearbeitungszentrum H 2000: Höchst produktiv und belastbar

HELLER präsentierte auf der EMO 2019 in Hannover das 4-Achs-Bearbeitungszentrum H 2000 in Verbindung mit einem Fastems Palettencontainer FPC 750. Die durch praxisgerechte Pakete flexibel konfigurierbaren Bearbeitungszentren der Baureihe H, deren Baugrößen von der kompakten H 2000 bis hin zum Großbearbeitungszentrum H 16000 mit einem Arbeitsbereich von 2.400×1.600×1.600 mm reicht, verfügen über eine enorme Fräsleistung und Belastbarkeit und bieten so eine hervorragende Produktivität.

Die Baureihe H bietet ein zuverlässiges Leistungspaket für die Serienfertigung mit wechselnden Losgrößen.

Bei der Baureihe H handelt es sich um ein zuverlässiges Leistungspaket für die Serienfertigung mit wechselnden Losgrößen, das auch im Grenzbereich belastbar ist, bei Bedarf auch sieben Tage im 3-Schicht-Betrieb.

Eines der damaligen Entwicklungsziele der Baureihe H war die Steigerung von Leistung und Genauigkeit im Hinblick auf eine verbesserte Produktivität der Maschinen. Erreicht haben dies die Entwicklungsingenieure durch topologieoptimierte Guss-Strukturen von Bett und Ständer mit einer extrem hohen statischen und dynamischen Steifigkeit bei gleichzeitig geringerem Gewicht. Unterstützt wird dies bei der H 2000 durch einen Doppelachsantrieb in der Z-Achse sowie direkte, absolut codierte Messsysteme in allen Achsen.

Minimale Spanablageflächen, steile Spänerutschen und ein freier Spänefall unter der Spindel sorgen in Verbindung mit einem 600 mm breiten Späneförderer für eine einfache Reinigung des Arbeitsraumes. Die Vorrichtung zum Aussaugen statt Ausblasen der Kühlkanäle des Werkzeugs nach dem Einsatz spart Kühlmittel und sorgt für kurze Wechselzeiten.

Bereits in der Grundausstattung verfügt die H 2000 über hervorragende Leistungswerte. Mit Verfahrwegen von 630x630x630 mm in allen drei Achsen und einer Palettengröße von 400×500 mm bringt es die H 2000 auf einen Arbeitsraum von etwa 0,25 m³. Die maximale Werkstückhöhe beträgt hier stolze 850 mm. In puncto Eilganggeschwindigkeit und Beschleunigung belegt die Maschine mit Werten von 65 (90) m/min und über 8 m/sec² einen Platz im Spitzenfeld.

Für die hochproduktive Bearbeitung bei der H 2000 stehen insgesamt drei direkt angetriebene Spindeln mit Drehzahlen bis zu 24.000 1/min und Drehmomente bis zu 242 Nm zur Auswahl. Standardmäßig ist die H 2000 mit einem HSK-A 63 Werkzeugschaft ausgerüstet. Alternativ sind auch SK 40 oder BT 40 erhältlich. Ähnlich flexibel wie bei der Bearbeitungsstrategie ist die Baureihe H auch beim Werkzeugmanagement. Die H 2000 ist mit einem Standard-Ketten-Werkzeugmagazin mit 54 Plätzen ausgestattet, lässt sich allerdings optional jederzeit bis auf 240 Werkzeuge aufrüsten. Erhältlich ist auch ein Regalmagazin für Werkzeuge, das bis zu 409 Plätze bietet.

Mit der Baureihe H verfügt HELLER über ein Maschinenkonzept, das auf umfangreichem Anwendungswissen und dem kontinuierlichen, direkten Austausch mit den Kunden basiert. Das Ergebnis sind Bearbeitungsmaschinen, die sich exakt an die täglichen Anforderungen der Kunden anpassen lassen und gleichzeitig das typische „mehr“ von HELLER bieten: mehr Zerspanungsleistung, mehr Zuverlässigkeit, mehr Wartungsfreundlichkeit, mehr Wirtschaftlichkeit, mehr Produktivität.

5-Achs-Bearbeitungszentrum HF 3500: Produktivität in fünf Achsen

Die 5-Achs-Bearbeitungszentren der Baureihe HF reduzieren durch die fünfte Achse im Werkstück in Verbindung mit der hohen Dynamik und einer horizontalen Spindel für kürzeste Span-zu-Span-Zeiten die Nebenzeiten deutlich. HELLER verspricht damit hohe Produktivität in der Serienproduktion und den universellen Einsatz bei mittleren und höheren Losgrößen.

Auf der EMO 2019 in Hannover stand die bereits in 2016 und auf der EMO 2017 gemeinsam mit der größeren HF 5500 vorgestellte HF 3500 mit einem Arbeitsbereich von 710x750x710 mm und einer maximalen Palettenbeladung von 550 kg im Mittelpunkt. Ergänzt wird die HF 3500 um eine Automatisierungslösung mit einem kollaborierenden Roboter vom Typ CR-15iA von Fanuc mit Schunk-Greifer Co-act.

Die HF 3500 von HELLER steht für hohe Produktivität in fünf Achsen.

Bei der Baureihe HF handelt es sich um 5-Achs-Bearbeitungszentren, die einmal mehr aufzeigen, dass die HELLER Gene wie Produktivität, Leistung, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit bei jeder Neuentwicklung in Nürtingen als Basis gesetzt sind. So wurde bei der Baureihe HF Bewährtes mit Innovation ergänzt. Dazu zählt unter anderem die Kinematik. Drei Linearachsen in X, Y und Z, ausgestattet mit absoluten Messsystemen, sowie zwei direkt angetriebene dynamische Rundachsen A und B in einem Schwenkrundtisch. Dynamisch deshalb, weil die hohe Geschwindigkeit der Rundachsen A und B durch kleinstes Massenträgheitsmoment und Direktantriebe erreicht wird.

Optional lässt sich die hohe Dynamik mit dem „Speed-Dynamik-Paket“ noch zusätzlich steigern. Im Gegensatz zu vergleichbaren Maschinen am Markt hat HELLER bei der neuen Baureihe mit einem Gegenlager ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen. Durch dieses Gegenlager in Kombination mit einem YRT-Lager wird selbst bei hoher Belastung eine entsprechende Steifigkeit erreicht.

In Sachen Produktivität bringt die HELLER typische horizontale Spindel für schnelle Werkzeugwechsel und kurze Nebenzeiten in Verbindung mit der fünften Achse im Werkstück für dynamische 5-Seiten-Bearbeitung und simultane 5-Achs-Bearbeitung wesentliche Vorteile. Je nach Einsatzbereich bietet die HF eine breite Auswahl bei den Spindeln. Die Baureihe HF zeichnet sich aber auch durch die großen Werkstück- bzw. Vorrichtungsstörkonturen aus.

In diesem Zusammenhang ist man in Nürtingen im Gegensatz zu herkömmlichen 5-Achs-Bearbeitungszentren nicht nur von einer Einzelteil-Aufspannung ausgegangen, sondern hat die Möglichkeit zu Mehrfach-Aufspannungen oder auch zur Aufnahme großer Bauteile geschaffen.

Mit der Baureihe HF präsentierte HELLER auch sein neues HELLER Operation Interface, das neue Bedienfeld in 24″-Bildschirmtechnik mit Touch-Bedienelementen, Schnell-Zugriffstechnik in der Steuerung und optionalen Erweiterungsanwendungen, den XTENDS, die den Bediener unterstützen.

5-Achs-Fräs-Drehzentrum CP 6000: Komplettbearbeitung inklusive hochproduktiver Drehfunktion

Dynamik und hohes Zerspanvolumen in jeder räumlichen Lage sind die Maßstäbe, die man bei Bearbeitungszentren von HELLER erwartet. Mit der Baureihe C wird man diesem Anspruch auch bei Drehoperationen gerecht. So überzeugen die Maschinentypen der Baureihe C mit einer leistungsstarken 5-Achs-Bearbeitung sowie mit einer horizontalen, vertikalen und in jeder Winkellage angestellten Drehfunktionalität. Zur EMO 2019 wurde dieses Konzept mit einer hohen Zerspanungsleistung, einer HSK-T 100 Werkzeugaufnahme und einem großen Arbeitsraum des Fräs-Drehzentrums CP 6000 vorgestellt.

Die CP 6000 bietet Dynamik und hohes Zerspanvolumen in Kombination mit einer Drehfunktion.

Da verschiedene industrielle Bereiche zunehmend Bearbeitungsmaschinen für kleine und flexible Losgrößen fordern, erweiterte HELLER das Standardlösungsprogramm bereits vor einigen Jahren mit 5-Achs-Bearbeitungszentren der Baureihe F. Auf Basis dieses Maschinenkonzeptes ist die Baureihe C entstanden, mit der man zusätzlich zur 5-Seiten- und 5-Achs-Simultanbearbeitung Möglichkeiten zur Verfügung stellt, die typisch für Drehmaschinen sind. Diese Baureihe ist bei möglichen Werkstückdurchmessern beispielsweise bis 1.400 mm (2.160 mm bei Z-Hubeinschränkung) und einer Werkstückmasse bis zu 4.000 kg mit der CP 10000 in diesem Marktsegment einzigartig.

Das auf der EMO 2019 ausgestellte Bearbeitungszentrum CP 6000 ist mit einem Arbeitsraum von 1.000×1.000×1.300 mm (X, Y, Z), einer Palettengröße von 630×630 mm und einem integrierten Palettenwechsler ausgestattet. Damit lassen sich künftig Werkstücke mit Durchmesser bis zu 1.000 mm (1.580 mm bei Z-Hubeinschränkung) und einer maximalen Höhe von 1.200 mm in einer Aufspannung fräsen sowie prozesssicher und hoch produktiv drehen.

Die hohen Schnittleistungen werden unter anderem mit der eigens entwickelten und extrem steifen Schwenkkopfgeometrie PCU (PowerCuttingUniversal) erreicht. Um die Baureihe noch drehmomentsteifer und formschlüssiger zu gestalten, wurde sie zudem mit einer Spindelarretierung ausgestattet. Eine weitere Schwenkkopfeinheit SCU (SpeedCuttingUniversal) sowie zwei Arbeitseinheiten mit Gabelkopf-Kinematik SCT und PCT stehen zur Auswahl.

Welchen hohen Stellenwert bei dieser Baureihe die Drehoperation einnimmt, macht die fünfte Achse im Werkzeug deutlich. So lassen sich damit sehr effizient horizontal und vertikal mit der C- optional A- und der B-Achse Außen- und Innendrehkonturen herstellen.

Klaus Winkler, CEO der HELLER Gruppe.

Der Rundtisch mit direktem Torque-Antrieb bringt die notwendige Leistung, wenn das Werkstück gegen das Werkzeug rotiert. Überwiegen bei einer Bearbeitung die kubischen Anteile, Prozesssicherheit, die Automatisierung mit beispielsweise einer Verkettung der Maschine und damit ein identisches Werkstückhandling, erhöhte Genauigkeiten oder auch rotationssymmetrische Bauteile mit einem Längen/Durchmesserverhältnis kleiner eins, wird der Einsatz der CP 6000 äußerst produktiv und wirtschaftlich.

Diese fertigungsspezifischen Gewichtungen dürfte vor allem in den Branchen Verfahrenstechnik- und Pumpenindustrie, der Energieindustrie sowie der Antriebstechnik bei der Bearbeitung rotationssymetrischer Bauteile mit hoch produktiven Zentren nahezu ideal sein.

Kontakt:

www.heller.biz