Blum-Messsysteme in der Lohnfertigung

Präzisionstechnik Disterhoft setzt Messtechnik von Blum-Novotest ein. Die neue Blum-Software KinematicsPerfect nutzt das Unternehmen zur Optimierung der Präzision ihrer 5-Achs-Fräszentren.

2982
Die Software KinematicsPerfect ermöglicht Disterhoft die kinematische Genauigkeit der 5-achsigen Fanuc-Bearbeitungszentren vollautomatisch zu erfassen, Einflüsse zu identifizieren und Ungenauigkeiten zu korrigieren.

Bereits von Anfang der Firmengeschichte an besteht die Zusammenarbeit von Präzisionstechnik Disterhoft mit Blum-Novotest. Denn schon in der ersten Spinner-Maschine war ein Lasermesssystem von BLUM installiert, das hauptsächlich zur Werkzeuglängenmessung und zur Bruchkontrolle benutzt wird. Hinzu kam – ebenfalls von BLUM – der Messtaster TC50, der aus dem Werkzeugmagazin eingewechselt und zum Messen der Bauteile genutzt wird.

Die zweite Spinner-Maschine des Lohnfertigers ist exakt gleich bestückt, während die beiden Fanuc-Maschinen mit dem Werkzeug-Messtaster Z-Nano IR und jeweils einem Messtaster TC52 von BLUM ausgestattet sind, so dass auch in diesen Maschinen Werkzeuge und Werkstücke automatisiert vermessen werden können.

Bei Disterhoft werden alle Werkzeuge im Bearbeitungszentrum mit dem Lasermesssystem Micro Compact NT gemessen, wodurch kein Voreinstellgerät mehr benötigt wird.

Darüber hinaus setzt Disterhoft zur Steigerung der Präzision der Maschinen auf die BLUM-Software KinematicsPerfect. Damit können die kinematische Genauigkeit der 5-achsigen Fanuc-Bearbeitungszentren vollautomatisch erfasst, Einflüsse identifiziert und Ungenauigkeiten korrigiert werden. Dazu wird eine Kalibrierkugel bei unterschiedlichen Schwenkpositionen der vierten und fünften Achse gemessen. Die Messung selbst wird mit Hilfe der von BLUM entwickelten Messzyklen durchgeführt.

„Anhand der Messwerte wird der Kinematikfehler für jede Stellung der Achsen berechnet und die Kinematikparametertabellen der Maschinensteuerung bei Bedarf automatisch korrigiert. Dann kann die Maschine die Fehler ausgleichen, sodass eine sehr hohe Präzision erreicht wird“, erläutert Alexander Disterhoft. „Bei kritischen Teilen überprüfen wir den Kinematikfehler – der sich über die Erwärmung der Maschine verändert – durch regelmäßiges Messen nach einer bestimmten Anzahl gefertigter Teile. Die Kalibrierkugel ist auf einer Palette montiert und kann so auch im mannlosen Betrieb auf den Fanuc-Bearbeitungszentren eingewechselt werden.“

Zur erweiterten Messdatenanalyse nutzt Disterhoft die KinematicsPerfect PC-Software; sie erlaubt eine Leistungsbeurteilung der Maschinenkinematik. Einfach verständliche Visualisierungen der Messergebnisse ermöglichen die Beurteilung der Präzision des Bearbeitungszentrums. Lagerschäden oder mechanische Formabweichungen der Schwenkachsen lassen sich ebenso erkennen wie Rundheitsabweichungen und das Taumeln des Tisches oder einer Drehachse.

Vor allem die Darstellung der Kreisabweichung gibt dem Lohnfertiger ein gutes Gefühl, wo er mit der Präzision seiner Maschinen steht: Gerade bei den winzigen Löffelchen einer Biopsie-Zange, deren Kanten oder Verzahnung genau aufeinanderpassen müssen und die im Fünfachsbetrieb gefräst werden, ist das wichtig. Zudem ist die Messung sehr präzise. Von der Vermessung der Frästeile weiß Disterhoft, dass die Y-Achse einer ihrer Maschinen im kalten Zustand einen Fehler von 0,04 mm hat. Die Messung mit KinematicsPerfect ergab 0,039 mm.

Wenn möglich, fertigt Disterhoft rund um die Uhr. Dazu ist es notwendig, immer wieder im gesamten Bearbeitungszyklus zu messen. Jedes Werkzeug wird nach der Bearbeitung per Laser oder mit dem Tastkopf gemessen, damit die Bearbeitung gestoppt werden kann, wenn ein Werkzeug gebrochen ist. Sonst würden die nachfolgenden Werkzeuge mit dem Werkstück kollidieren, da am Werkstück weniger bearbeitet wäre als gedacht.

Der BLUM-Messtaster TC60 erlaubt Messgeschwindigkeiten von bis zu 3 m/min.

Dies könnte verheerende Folgen haben, nicht nur für die Werkzeuge, sondern auch für die Spindel und die Maschine selbst. Für den Lohnfertiger ist zudem die Geschwindigkeit von Bedeutung, damit er die anstehenden Aufträge fristgerecht abarbeiten kann. Daher ist es sehr wichtig, dass die Blum-Messsysteme sehr hohen Geschwindigkeiten standhalten.

Die Fertigungsmesstechnik von BLUM hat sich in Spaichingen bewährt. Durch die hohen Antastgeschwindigkeiten, die sowohl bei Tastkopf als auch Messtaster möglich sind, verliert Disterhoft kaum Bearbeitungszeit. Das ist sehr wichtig, wenn rund um die Uhr produziert und viele tausend Messungen am Tag durchgeführt werden.

„Gerade bei der nächtlichen ‚Geisterschicht‘ genießt die Zuverlässigkeit natürlich höchste Priorität. Schließlich könnten wir die Maschinen nachts nicht laufen lassen, wenn sie nicht automatisiert messen würden“, unterstreicht Waldemar Disterhoft. „Wir sind sehr überzeugt von den Blum-Messystemen und von der Zusammenarbeit. Zumal am Ende aus Messzeit Bearbeitungszeit wird und die bringt bares Geld.“

Kontakt:

www.blum-novotest.com