Corona Teil 2: Nachgehakt bei Hans-Jürgen Büchner

Zu Beginn der Corona Pandemie haben sich verschiedenen Unternehmen der Zerspanungsbranche mit einem Statement zur Situation geäußert. Zum Ende des Jahres freuen wir uns auf ein Statement von Hans-Jürgen Büchner, Geschäftsführer der ISCAR Germany GmbH.

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Hans-Jürgen Büchner, Geschäftsführer der ISCAR Germany GmbH

Das Jahr 2020 in Bezug auf Corona:

Auch für die Zerspanungsbranche geht ein sehr bescheidenes Jahr langsam zu Ende. Unter den gegebenen Umständen erwarten wir bei einem noch relativ normal verlaufenden November, aber einen eher schwachen Dezember, ca. 20% Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr.

Das Jahr 2020 in Bezug auf Märkte und Technologien:

Im Vergleich zu den Automobilherstellern, die schon im 2. Halbjahr 2019 mit Absatzproblemen zu kämpfen hatten, sind die gravierenden Einbrüchen in der Luft – und Raumfahrtindustrie sowie der Medizintechnik eindeutig COVID-19 geschuldet. Neue Produkte konnten wegen Zwangsurlaub, Aussperrungen und Kurzarbeit bei den meisten unserer Kunden kaum eingeführt werden. Deren oberstes Ziel war es, die noch bestehenden Aufträge zeitgerecht abzuarbeiten und die laufenden Prozesse mit verringerten Personalaufkommen stabil zu halten.

Prognose 2021 und darüber hinaus:

Wir glauben schon, dass sich die Automobilhersteller und deren Zulieferer im kommenden Jahr berappeln werden, was man von der Luftfahrindustrie nicht erwarten kann. Wir gehen auch davon aus, dass es eine Erholung in der Nachfrage nach neuen Werkzeugmaschinen geben wird.

Vieles wird davon abhängen, wann es einen Impfstoff geben wird, um langsam wieder in Richtung Normalität zu gelangen, was automatisch wie ein Weckruf wirken wird und Bedarfe stimulieren sollte. Aus unserer Sicht sollte ein Wachstum von 15 – 20% möglich sein.

Aktuelle und gewünschte Maßnahmen der Politik:

Unsere mit Abstand wichtigste Kundenbranche ist die Automobilindustrie. Insbesondere die Wertschöpfung im Antriebstrang ist essenziell. Dass sich die Politik um die Bewahrung unserer Umwelt und damit unserer Lebensgrundlage kümmert, halte ich für sehr sinnvoll und unterstütze ich selbstredend.

Ich habe aber den Eindruck gewonnen, dass es der Politik an der nötigen Neutralität bei der in Frage kommenden, geeigneten Technologie fehlt. Die einseitige Förderung der E-Mobilität setzt tausende Arbeitsplätze aufs Spiel und hat gravierende Folgen für die Präzisionswerkzeugbranche.

Die größten Effekte beim Klimaschutz können wir erzielen, wenn Ziele von der Politik vorgegeben werden, nicht jedoch Lösungen.

Wir bitten die Politik sich dafür einzusetzen, dass nur solche Regelungen getroffen werden, die technologieoffen formuliert sind, damit die beste technische Lösung im marktwirtschaftlichen Wettbewerb gefunden werden kann.

Noch was?

Bitte keine weiteren Lockdowns verbunden mit dem Wunsch, dass wir alle wieder regulär unserer Arbeit nachgehen können, Beendigung der Kurzarbeit, raus aus den Homeoffices sowie ein Zurück zu den persönlichen Kontakten mit Geschäftspartnern bei hoffentlich bester Gesundheit für uns alle.

Kontakt:

www.iscar.de