Frank Dietsche: Hallo Herr Volk, Sie hatten mir schon im Frühjahr bei der Eröffnung des neuen ISCAR Gebäudes in Ettlingen, das neue IQuote Werkzeug-Konfigurations-Tool vorgestellt und ich durfte es ausprobieren. Schon am nächsten Tag konnte ich den konfigurierten Fräser und ein Tieflochbohrwerkzeug in Empfang nehmen.

Herbert Volk: Mittlerweile haben wir unser iQuote noch ein Stück weiterentwickelt. Zum einen haben wir mit einigen Kunden verschiedene Versuche durchgeführt und das ganze Thema in vielen Gesprächen erklärt. Dadurch Haben sich noch Optimierungsthemen ergeben, speziell in Bezug auf die Auswahl sowie der intuitiven Gestaltung der einzelnen Menüpunkte. Zusätzlich konnten wir einen wichtigen Schritt in Bezug auf den Service umsetzen. Unsere Kollegen im Vertrieb haben ab sofort die Möglichkeit, für unsere Kunden die Konfiguration komplett vorzubereiten. Der Kunde kann im Anschluss die Ausführung direkt bestätigen und erhält umgehend seinen Preis sowie die Zeichnung.
FD: Das heißt, aus der ursprünglichen reinen Online-Konfiguration, wo sich der Kunde einloggen kann, sein Werkzeug konfiguriert und bestellt, gibt es jetzt noch die zusätzliche Möglichkeit, dass der Kunde, wenn er unsicher ist, von ISCAR auf Wunsch und vor der endgültigen Bestellung eine Beratung oder alternative Lösungen bekommt?
Herbert Volk: Ganz genau. Uns war sehr wichtig, diese Option relativ schnell zu ermöglichen. Im nächsten Schritt werden wir das iQuote mit weiteren Produkten und Optionen ergänzen. Zum Beispiel Tieflochbohrer oder MultiMaster-Fräswerkzeuge, auch Stufen- Werkzeuge. Die Komplexität und die Vielfalt werden größer. Aus diesem Hintergrund heraus war es uns wichtig, relativ schnell den Kunden zusätzliche Serviceoptionen zu ermöglichen. Langfristig sehen wir iQuote als wichtiges Tool, um immer wieder einen deutlich schnelleren und besseren Service zu bieten.
FD: Und wie reagieren die Kunden inzwischen auf IQuote, dass es jetzt seit ungefähr einem Dreivierteljahr gibt?

Herbert Volk: Die Reaktionen sind durchweg sehr positiv, sowohl von unseren Kudnen als auch von unseren Vertriebskollegen. Natürlich braucht der Anwender am Anfang erstmal Sicherheit. Aber nach ein, zwei Werkzeugen funktioniert das ohne Probleme und die Akzeptanz steigt. Das Feedback unserer Kunden, ist uns äußerst wichtig. Wir konnten dadurch bereits einige Verbesserungen einsteuern. Wir sind davon überzeugt, dass unsere Kunden immer einen Einfluss auf unsere Software Tools haben müssen. Inzwischen haben wir bereits einige Bestellungen komplett umgesetzt und ausgeliefert. Durch die intensive Vorbereitungsphase konnten wir die ersten Aufträge problemlos abarbeiten, final haben die Werkzeuge unsere Kunden dann auch unter Span überzeugt.
FD: Also ich selbst habe das ja bei ISCAR ausprobieren dürfen und ein Fräswerkzeug und einen Tieflochbohrer mit 1,5 m Länge konfiguriert. Am Abend die Konfiguration in iQuote erstellt und tatsächlich am nächsten Tag habe ich das Werkzeug in der Hand gehabt. Funktioniert das auch in der Praxis bzw. im Tagesgeschäft?
Herbert Volk: Natürlich ist ein Tag schon sportlich und nicht die Regel, das muss ich ehr-licherweise zugeben. In der Praxis sind wir, je nachdem, was der Kunde fordert, mit drei bis fünf Wochen Lieferzeit unterwegs. Wenn der Kunde aber sagt, okay, ich muss jetzt aber wirklich in einer Woche oder in zwei Wochen eine wichtige Serie produzieren, setzen wir alles daran dies zu ermöglichen, oft mit Erfolg.
FD: Hat der Kunde eine Priorität, und braucht das Werkzeug sehr schnell, dann kann ISCAR auch reagieren und ist in der Fertigungsplanung flexibel?
Herbert Volk: Klares ja. Das haben wir schon oft bewiesen, unser klares Ziel ist es die Geschwindigkeit immer weiter zu optimieren.
FD: Hier auf dem Messestand, auf der EMO 2025, ist zwischen den vielen Werkzeugen der neuen ISCAR-LOGIQUICK-Kampagne ein Bildschirm aufgebaut, der die Einfachheit der Anwendung von IQuote sehr gut veranschaulicht. Ist IQuote für Sie eine aufgrund der Wettbewerbsanforderungen umgesetzte Serviceleistung, oder ein Tool, dass Vorteile für ihre Kunden aber auch für ISCAR bringt?
Herbert Volk: Ganz klar bringt es Vorteile für beide Seiten. Wir von ISCAR Germany sind ja schon immer auf Sonderwerkzeuge fokussiert. Ich selbst bin jetzt 20 Jahre dabei, und vieles hat bei uns mit Sonderwerkzeugen angefangen. Unser Service geht nie am Sonderwerkzeug vorbei, sondern immer nur mit dem Sonderwerkzeug oder Hand in Hand mit unseren Standardlösungen. Für uns war es klar, dass wir im Sonderbereich, schnell reagieren wollen und müssen. Unsere Kundenverfolgen oft das Ziel Erstserien immer schneller abzuliefern, und diese auch möglichst schnell und gut zu planen, gerade in Bezug auf „Cost per Part“. Hier kommen viele Anwender an Sonderwerkzeugen nicht vorbei. Diesbezüglich sehen wir unseren iQuote Konfigurator als absolut zeitgemäß und sinnvoll.
FD: Thema Schnelligkeit. ISCAR hat in Ettlingen eine tolle neue Fabrik mit Verwaltung und einer neuen Produktion gebaut. Spielt ihnen das jetzt in die Karten, dass sie dort in einer modernen Produktion viel schneller auf die Online-Aufträge aus IQuote reagieren können?
Herbert Volk: Das Thema geht natürlich Hand in Hand mit der neuen Fertigung. Wir haben die Option, je nach Auslastung, zu prüfen, ob wir das Werkzeug bei uns in Ettlingen fertigen, oder einen anderen Fertigungsstandort von ISCAR zu nutzen. Der Vorteil ist natürlich auch in diesem Fall, dass die Zeichnungen im Hintergrund nahezu fertig sind und nur wenige Schritte zur Fertigstellung notwendig sind. Somit können wir direkt nach Auftragserhalt die passende Fertigungsstätte wählen, um eine möglichst schnelle Lieferung zu erzielen.
FD: Das heißt, ein Vorteil für den Kunden, gibt man mal voraus, der Verantwortliche in der Produktion geht in das IQuote Portal, konfiguriert sich das Werkzeug, er weiß was er will, bekommt dann einen Preis und kann im Prinzip sofort die Daten ausdrucken und seinem Einkäufer oder seinem Entscheider vorlegen. Unabhängig vom Termin, der eigentlich dann hinten dran steht für die Produktion. Aber er hat sofort innerhalb von kurzer Zeit eigentlich alle Daten, die er braucht.
Herbert Volk: Genau. Wir wollen schon im Vorfeld den Gesamtprozess optimal verstehen und abbilden. Oft nimmt die technische Klärung von Sonderwerkzeugen eine Woche oder manchmal auch zwei Wochen in Anspruch. Diese technische Klärung möchten wir verkürzen. Das geht jetzt in einem Tag oder manchmal auch in wenigen Stunden. So können wir dem Kunden die Möglichkeit geben, schon seine Erstserie mit dem Sonderwerkzeug zu bearbeiten. Ziel ist es den Anwender eine möglichst hohe Kosten- und Planungssicherheit zu erzielen, unter Umständen kann für unsere Kunden ein Sonderwerkzeug der Ausschlaggebende Faktor sein, um einen Auftrag zu erhalten.
FD: Also ich habe das jetzt so verstanden: Der Kunde profitiert zum einen, dass er direkt und sehr schnell ein Werkzeug konfigurieren, berechnen und anfordern kann. Er bekommt von IQuote ganz schnell, in Echtzeit, die Grunddaten und die Lieferzeit. Oder er hat trotzdem die Möglichkeit dann nochmal etwas zu ändern.
Herbert Volk: Der Kunde kann aktiv mit unserem Vertrieb über Details sprechen. Jeder unserer Vertriebsmitarbeiter kennt die Situation bei seinen Kunden vor Ort und kann dann auch nochmal zusätzliche Optionen anbieten. Gerade auch, wenn die Wünsche außerhalb des Ranges von iQuote liegen. Es wird auch in Zukunft immer Sonderwerkzeuge geben, die nicht komplett abgebildet werden können. Dafür haben wir aber Kapazitäten in unserer Konstruktion geschaffen, um eben auch in solchen Fällen schnell reagieren zu können.
FD: Wird diese iQuote Tool von ISCAR weltweit eingesetzt oder ist das in erster Linie beschränkt auf Deutschland und Europa?
Herbert Volk: Nein, der Kick-Off ist im ersten Schritt in Deutschland und Europa. Im zweiten Schritt, im Laufe des nächsten Jahres, wird iQuote weltweit eingeführt.
FD: Eigentlich ist nach der Einführung vor ein paar Monaten, die EMO-Messe der optimale Zeitpunkt, iQuote, mit diesen ersten großen Verbesserungen, Kunden und potenziellen Kunden zu präsentieren?
Herbert Volk: Richtig. Das Tool wird immer weiterentwickelt bzw. ausgebaut. Auch hier haben wir das gleiche Motto wie auch bei unseren Werkzeugen. Sobald ein Werkzeug am Markt ist, wird es sofort weiterentwickelt. Das gleiche machen wir mit IQuote, um Kunden möglichst viele Serviceoptionen zu bieten und das Produktportfolio schnell zu erweitern.
Herbert Volk: Zum Schluss habe ich auch noch eine Frage an Sie. Nachdem Sie iQuote nun zum zweiten Mal angeschaut haben, was ist ihr Resümee?
FD: Soweit ich das jetzt beurteilen kann, bietet dieses Tool einen Mehrwert für den Anwender. Es ist sehr einfach und klar verständlich aufgebaut. Die Menüführung und die im System gespeicherten Werkzeugmöglichkeiten, ermöglichen eine schnelle Konfiguration mit einer visuellen Darstellung auch außerhalb des Tagesgeschäfts.
Ich bin gespannt auf die nächsten Ausbaustufen und bedanke mich für das ausführliche Gespräch.

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