„Die Mikron 6×6 öffnet uns neue Märkte“

Mit dem Werkzeugmaschinen-Baukasten Mikron 6x6 stellte der schweizer Maschinenhersteller Mikron auf der AMB 2018 sein neues Maschinenkonzept vor. Eine der ersten Installationen erfolgte bei der Franz Stankalla GmbH. Ein Erfahrungsbericht aus erster Hand.

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Der Werkzeugmaschinenbaukasten Mikron 6×6 liegt im Trend. Dank nahtloser Einbindung der Automation über alle individuellen 102 Kombinationsvarianten hinweg, einer einfachen Bedienung, geringem Flächenbedarf und höchster Autonomie. Dass sich der Baukasten auch für kleine und mittelgrosse Unternehmen (KMU) eignet, zeigt das Beispiel Franz Stankalla GmbH. «Die Mikron 6×6 erfüllt genau unsere Bedürfnisse», sagt Geschäftsführer Franz Stankalla im Interview.

Herr Stankalla, Sie haben sich für den Kauf einer Mikron Anlage entschieden. Warum?

Die Mikron 6×6 setzt neue Massstäbe. Die Flexibilität des Baukastensystems verbunden mit der nahtlos integrierten Automation und hohen Prozesssicherheit hat uns überzeugt. Der individuell konfigurierbare Baukasten ist eine ideale Ergänzung für unseren Maschinenpark. Mit dieser Anschaffung eröffnen sich uns neue technische Möglichkeiten und Märkte.

Das moderne Produktionsgebäude der Stankalla GmbH ist seit 2018 in Betrieb.

Der Baukasten von Mikron lässt sich beliebig konfigurieren. Für welche Kombination haben Sie sich entschieden?

Unsere Wunschkonfiguration der Ersten Mikron 6×6 war eine Brückenspannung mit einer Spindel. Die Palettenbeladung erfolgt manuell hauptzeitparallel.

Wie setzen Sie die Mikron 6×6 ein?

Wir verwenden sie hauptsächlich für die Fertigung von Bauteilen mit Speziallegierungen und sogenannten Superlegierungen wie zum Beispiel Hastelloy. Zurzeit fertigen wir vier unterschiedliche Teile auf der Mikron 6×6 an – die Anforderungen an diese Teile sind so hoch, dass wir sie auf keiner unserer bestehenden Anlagen im Maschinenpark hätten herstellen können.

Wie bewährt sich die Mikron 6×6 in der Praxis?

Die Geschäftsführer David Stankalla, Franz Stankalla (v.l.n.r) und der Gebietsverkaufsleiter Mikron, Bernd Petermann.

Wir sind begeistert. Ein Teil, das wir bisher in fünf Aufspannungen auf drei verschiedenen Maschinen gefertigt haben, können wir neu in lediglich zwei Spannungen auf derselben Maschine fertig bearbeiten. Ein besonderes Highlight der Mikron 6×6 ist der optimale, uneingeschränkte Zugang zu allen wichtigen Komponenten der Maschine fürs Einrichten, Messen und Warten auch bei integrierter Automation. Ein weiteres Plus ist die benutzerfreundliche Programmierung von Bearbeitung und Automation mit einem Interface.

«Geht rein wie Butter» (6xD, Durchmesser 30 mm)

Hat die Qualität der Maschine ihre Anforderungen erfüllt?

Die Stabilität der Mikron 6×6 ist aussergewöhnlich, insbesondre Dank des MPF (Mikron Power Frame) der die Grundlage für höchste Stabilität und Genauigkeit bildet. Diese geschlossene Rahmenbettkonstruktion sorgt für höchste Steifigkeit und Präzision auch bei großen Querwegen. Das Maschinenbett verfügt über eine kontinuierlich gleichbleibende Temperatur und der Werkzeugverschleiss ist nur halb so gross wie bei anderen Maschinen im Maschinenpark oder in der Fertigung.

Mit der Mikron 6×6 reduziert die Franz Stankalla GmbH ihre Produktionsfläche von drei auf eine Maschine, mit zwei anstatt fünf Aufspannungen. Sie fertigt auf der Mikron 6×6 Teile aus hoch legiertem Stahl.(

Hat sich auch die Produktqualität der gefertigten Teile verbessert?

Die Oberflächengüte ist ungefähr ein Drittel besser als bei unseren herkömmlichen Anlagen. Mikron 6×6 ist prädestiniert für das effiziente Bearbeiten hochwertiger Teile aus Stahl, Guss oder Leichtmetall und überzeugt mit erstklassigen Genauigkeiten und engsten Toleranzen für die unterschiedlichsten Anwendungen. Zudem ermöglicht die kompakte Bauweise mit integrierter Automation  eine sehr kleine Aufstellfläche – kosten- und energiesparend.

Wie flexibel stellt sich der 6×6 Baukasten tatsächlich in der Anwendung dar?

Der Rüstaufwand ist beispielsweise minim. Trotz integrierter Automation ist die Maschine immer frei zugänglich. Das ist ein groβer Vorteil, zum Beispiel auch bei einer Einzelteilfertigung direkt auf der Spannbrücke.

Ideale Lösung: Sechzehn Teile mit zwei Spannlagen auf der Spannbrücke im Arbeitsraum

Wie viele Stunden pro Tag läuft die Anlage zurzeit?

Zurzeit setzen wir die Mikron 6×6 tageweise ein. Ab Mitte 2020 wollen wir die Automation der Anlage erweitern mit einem Plattenwechsler in der Automation und an sechs Tagen die Woche rund um die Uhr in Betrieb nehmen. Wir können dann auch unterschiedliche Teile auf einer Brückenspannung fertigen.

In welchen Märkten wollen Sie den Baukasten in Zukunft nutzen?

Wir können nun Teile anbieten, die wir bisher nicht in dieser Präzision und Komplexität umsetzen konnten. Damit erschliessen sich uns gewinnbringende Aufträge in völlig neuen Märkten.

Die Erwartungen der Franz Stankalla GmbH sind also hoch?

In der Automation werden die Bauteile hauptzeitparallel manuell auf Spannlage 2 gebracht und die Fertigteile entnommen. Anschliessend geht die Spannbrücke ins Wechselmagazin, von wo aus diese wieder in den Arbeitsraum eingeschleust wird.

Wir fertigen Teile von höchster Qualität – das bestätigen unsere langjährigen, zufriedenen Kunden. In dringenden Fällen reagieren wir extrem schnell. Es kann schon mal vorkommen, dass wir Lösungen in zwei bis drei Stunden umsetzen. Diese Flexibilität ist eine Stärke unserer überschaubaren Gröβe. Gleichzeitig verfügen wir über ein hoch motiviertes, innovationsfreudiges Team. Wir schauen immer in die Zukunft und denken immer einen Schritt Voraus – das ist das Geheimnis der von Franz Stankalla sen. und Sybille Stankalla gegründeten Franz Stankalla GmbH.

David Stankalla freut sich über die leichte Bedienbarkeit der 6×6. Am Bedienplatz kann ein Werkzeug direkt in die Kette ein- und von der Kette ausgeschleust werden. Werkstückrüsten und Werkraumeinrüsten erfolgen an der gleichen Stelle.

Sie setzen auf innovative Technologien bei der Auswahl ihres Equipments?

Wir produzieren einzelne Teile, aber auch die Montage ganzer Baugruppen ist möglich – wir liefern diese komplett montiert und getestet. Die Franz Stankalla GmbH ist ein innovatives Unternehmen mit zwei jungen Geschäftsführern. Wir sind offen für technologische Entwicklungen und setzen konsequent auf die modernsten Technologien. Unser Team arbeitet mit den neusten CAD- und CAM-Systemen.

Auch unsere CNC-Messmaschinen sind State of the Art. Sie verfügen über einen automatischen Schwenkkopf und ein Scansystem zur Vermessung komplexer Teile. Bei uns ist der Messtechnikraum getrennt von der Bodenplatte und wir verfügen über ein top modernes Werkzeugmanagement-System.  Die Wahl der Mikron 6×6 war eine logische Konsequenz unserer zukunftsgerichteten Haltung.

Beispiele aus der Produktion bei Stankalla

Hört sich sehr positiv an. Die Entscheidung pro Mikron war für Sie also die Richtige?

Die Zusammenarbeit war ausgezeichnet. Das Aufstellen der Maschine verlief reibungslos. Alles hat tipptopp funktioniert und die Anlage läuft perfekt. Unsere Erwartungen wurden absolut erfüllt.

Vielen Dank für die offenen Worte.

 

Die Franz Stankalla GmbH

Das 1986 von Franz Stankalla sen. und Sybille Stankalla gegründete Unternehmen in Bad Schussenried bearbeitet Kunststoffe und Metalle in Längen bis zu 600 Millimeter (Fräsen) und 800 Millimeter (Drehen). Dabei fertigt sie Klein- und Mittelserien an (selten auch grössere Serien bis zu 10 000 Teilen) in den Märkten Maschinenbau, Krantechnik, Chemie, Baugewerbe, Feinguss und in der Fleisch-warenproduktion. Das innovative Unternehmen beliefert die Region Süddeutschland und die Schweiz.

Die Franz Stankalla GmbH zählt heute zwanzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit zehn Aushilfskräften und vier Lernenden. Der Maschinenpark besteht aus zehn CNC-Fräszentren, acht CNC-Drehmaschinen und weiteren NC-Dreh- und Fräsmaschinen.

Kontakt:

www.franz-stankalla.de

www.mikron.com