Auf der richtigen Spur

ISCAR baut seine Rolle als Lieferant für die Bearbeitung von komplexen Bauteilen in der Eisenbahnindustrie konsequent aus.

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Spezieller Schlitzfräser für die Bearbeitung von legierten Stählen. Das Werkzeug ermöglicht reduzierte Schneidkräfte und lange Einsatzzeiten.

Eisenbahnkomponenten sind sowohl für deren Hersteller als auch für die Produzenten von Zerspanungswerkzeugen anspruchsvoll: Die Bauteile sind relativ groß und komplex gestaltet. Zuverlässige Standzeiten und geringe Wartungskosten sind erforderlich, weil oft sehr viel Material abgetragen werden muss.

Auf der Suche nach passenden Werkzeugen und Wendeschneidplatten müssen Anwender wichtige Fragen beantworten: Welchen Werkstoff bearbeiten sie? Wie ist der Zustand des Bauteils? Welche Antriebsleistung hat ihre Maschine?

Für die Werkzeug-Hersteller ist eine virtuelle Fertigungsumgebung ein zentraler Erfolgsfaktor: Zerspanungsprozess und Schnittbedingungen müssen simuliert werden, um sicherzustellen, dass die gefertigten Werkzeuge die Anforderungen von Werkstoffen und Bearbeitungsumgebung erfüllen. Nur so kann die optimale Lösung für den speziellen Bedarf des Herstellers von Eisenbahnkomponenten gefunden werden.

Beispielsweise kann es sinnvoll sein, neue Werkzeuge und Prozesse an die Bearbeitung von Drehgestellen und Weichenstellern anzupassen. Der Drehgestell-Rahmen kommt in allen drei Hauptkategorien des Schienensektors vor: Nahschien-, Personenschienen- und Güterschienenverkehr. Der Weichensteller ist ein weit verbreitetes Bauteil, einschließlich von Kreuzungspunkten, Weichen-Herzstück und 3-Wege-Weichen.

Rotierende Werkzeuge erfolgreich im Einsatz

Für die Bearbeitung von Umschaltern bietet ISCAR Werkzeuge mit tangentialer Klemmung für eine prozesssichere Bearbeitung.

Viele Bearbeitungen an einem Eisenbahnbauteil erfolgen durch rotierende Werkzeuge, insbesondere bei Fräs- und Bohranwendungen.

Beim Fräsen kommen wegen der hohen Abtragsmenge konische und Wendelschaftfräser zum Einsatz. Fräser mit tangential montierten Wendeschneidplatten weisen eine höhere Stabilität auf und ermöglichen eine engere Zahnteilung, was die Produktivität erhöht.

Oftmals benötigen Betreiber für die Bearbeitung von Eisenbahnkomponenten Werkzeuge mit langen Auskragungen und unterschiedlichen Schnittlängen. Modulare Aufsteckfräser-Konfigurationen stellen dafür eine flexible und wirtschaftliche Alternative gegenüber großen Wendelschaftfräsern mit kompaktem Werkzeugkörper dar.

Modulares Design mit entscheidendem Vorteil

Die unterschiedlichen Kombinationen von Basiseinheit und Aufsteckversion führen zu verschiedenen Wendelschaftfräser-Längen. Außerdem hat das modulare Design einen entscheidenden Vorteil: Die erste Zahnreihe in den Werkzeugen ist nicht nur beim seitlichen wie auch beim Planfräsen einer höheren Belastung ausgesetzt, so dass ihr Verschleiß gegenüber den restlichen Wendeschneidplatten naturgemäß stärker ist.

In Kompaktwerkzeugen kann ein Bruch der ersten Zahnreihe den Fräser stark beschädigen und ihn unbrauchbar machen. Im modularen System wird einfach das vorderste Modul ersetzt, und die Bearbeitung kann fortgesetzt werden. Anwender profitieren so von mehr Effizienz und längeren Standzeiten.

Für die zuverlässige Bearbeitung von Weichen führt ISCAR Nutfräser mit einer speziellen Profilverlängerung und stabiler Klemmung im Portfolio.

Alle neuen Fräser von ISCAR verfügen über eine innere Kühlmittelzufuhr für längere Standzeiten und bessere Spanevakuierung bei anspruchsvollen Anwendungen wie Nutenfräsen und der Herstellung hoher Schultern. Diese Art von Fräswerkzeugen ermöglicht insbesondere bei tangentialer Klemmung eine schnellere Bearbeitung.

Dabei muss das Werkzeug flexibel einsetzbar sein. Manchmal kann das Profil im Weichensteller in einem Durchgang gefräst werden. In anderen Fällen hingegen erfolgt die Bearbeitung in mehreren Schritten, um das richtige Profil und den passenden Durchmesser mit den korrekten Abmessungen zu fertigen.

Effizientes Planfräsen mit der T890-Linie

Die neu eingeführte T890-Linie von ISCAR bietet Plan-Eckfräser für Schrupp- und Schlichtbearbeitungen, für tangential montierte Wendeschneidplatten mit acht Schneidkanten, entwickelt zum Plan- und Schulterfräsen von Weichenstellern und Drehgestellrahmen. Die Wendeschneidplatten gibt es in unterschiedlichen Schneidengeometrien für die Bearbeitung verschiedener Werkstückstoffe.

Hochvorschubfräsen mit reduzierten Schnittkräften

Ein spezieller tangentialer Schlitzfräser erzeugt zuverlässig Profilschlitze und -nuten an Seitenplatten in hoher Oberflächenqualität.

Mit FFQ4 bietet ISCAR eine neue Linie von Hochvorschubfräsern mit einseitigen, quadratischen Wendeschneidplatten mit vier Schneidkanten. Beim Einsatz auf angetriebenen Einheiten oder bei großen Auskragungen wird hiermit die Schnittkraft reduziert. Es gibt diese Fräser in unterschiedlichen Konfigurationen: Als Aufsteckfräser im Durchmesser von 40 bis 100 Millimeter, als Schaftfräser sowie auswechselbare Fräsköpfe in kleinen Durchmessern.

Diese Fräser eignen sich für Schruppbearbeitungen von geraden Oberflächen, Kavitäten und Taschen, einschließlich Schrägeintauchen und Bohrzirkularfräsen. Sie erzielen eine hohe Zerspanungsleistung und erzeugen sehr gute Oberflächenqualitäten.

Bohren unter schwierigen Bedingungen

Herkömmliche Portalbearbeitungsmaschinen erfordern teilweise große Werkzeugauskragungen, und die Bohrer arbeiten oftmals unter schwierigen Bedingungen. Die SUMOCHAM-Bohrer von ISCAR mit Wechselbohrköpfen, zylindrischem Schaft und innerer Kühlmittelzufuhr erlauben Prozesse mit hohem Vorschub, großer Präzision und sehr guter Oberflächengüte.

Mit Werkzeugen aus der SUMOCHAM-Familie lassen sich Bohrungen mit Durchmessern von sechs bis 32,9 Millimeter wirtschaftlich herstellen.

ICP-Wechselbohrköpfe werden für die Bearbeitung von Kohlenstoff- und legiertem Stahl empfohlen (ISO P). Sie sind bei der Herstellung von Eisenbahnkomponenten verbreitet und haben sich beispielsweise beim Bohren von Drehgestellen bewährt.

Kombinierte Bohrwerkzeuge ermöglichen Bohr- und Fräsbearbeitungen mit demselben Werkzeug. Verfügbar in verschiedenen Durchmessern, Schnitttiefen und Auskraglängen, vergrößert dieses Design das Anwendungsgebiet und reduziert sowohl die Zykluszeit als auch die Anzahl der benötigten Werkzeuge.

In der Eisenbahnindustrie kommen durch die speziellen Kundenwünsche sehr viele Sonderwerkzeuge zum Einsatz. Oftmals wird dabei die Auskraglänge reduziert, die Lebensdauer des Bohrkörpers verlängert und nur ein einziges Werkzeug für verschiedene Bearbeitungsschritte eingesetzt. ISCAR bietet hier eine Vielzahl von Sonderlösungen an, insbesondere für die Verbindungen zwischen Schienen und Weichenstellern. Dadurch sinken die Fertigungskosten signifikant.

Kontakt:

www.iscar.de