Komponentenhersteller wird zum digitalen Vorreiter

Der Nürnberger Maschinenbauer GMN gehört mit seiner IDEA-4x Solutions Toolbox zu den drei Finalisten des AMB Award 2026 in der Kategorie „Software und Digitalisierung“.

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Auf der Messe AMB in Stuttgart führte GMN vor, wie Sensordaten und Wartungsprognosen sichtbar gemacht werden können © GMN

GMN hatte zum Wettbewerb seine IDEA-4x Solutions Toolbox eingereicht, die metallverarbeitenden Unternehmen auf ihrem Weg zur Digitalisierung hilft. Das System ist Bestandteil der Strategie des mittelständischen Maschinenbauers, der sich vom klassischen Zulieferer einzelner Komponenten zum Anbieter digitaler Lösungen und Services wandelt.

Der Fachjury des Awards gehörten neben Vertretern der Branchenverbände VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) und VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) auch Wissenschaftler der TU Darmstadt und der Universität Stuttgart an. Zum Sieger der Kategorie kürte sie am 15. September in Stuttgart die autonomIQ technologies GmbH.

Dr. Markus Weber, Leiter Engineering Spindeltechnik bei GMN (links), gratuliert Dr.-Ing. Felix Hoffmann, Geschäftsführer autonomIQ technologies, zum AWARD-Gewinn © GMN

Vom Spindelhersteller zum digitalen Anbieter

„Schon die Nominierung ist eine große Ehre für unser gesamtes Team und eine schöne Bestätigung unseres Weges“, sagt Dr. Jens Falker, Geschäftsführer von GMN. „Wir haben in den vergangenen Jahren bewusst den Schritt vom reinen Spindelhersteller für Werkzeugmaschinen hin zu einem Anbieter smarter, digitaler Lösungen und Dienstleistungen gewagt. Die Nominierung honoriert diesen Mut zur digitalen Transformation.“

Die innovative IDEA-4x Solutions Toolbox für Fräs- und Schleifmaschinen hilft Anwendern, frühzeitig zu erkennen, wann eine Motorspindel, das sich drehende Herzstück jeder Werkzeugmaschine, gewartet werden sollte. Damit können ungeplante Stillstände, Produktionsunterbrechungen und Schäden an Maschinenkomponenten vermieden werden.

GMN lädt zur Kooperation ein

Physisch besteht die IDEA-4x Solutions Toolbox aus einem kleinen Rechner, der als Bindeglied das Zusammenspiel aus den Sensoren in der Motorspindel, der Maschinensteuerung und der Auswertungssoftware ermöglicht. Die fortlaufend gemessenen Werte wie Temperatur, Drehzahl und Schwingungen werden maschinenintern ausgewertet und in die Cloud übertragen.

Das in Nürnberg entwickelte System funktioniert herstellerunabhängig: Auch andere Firmen können ihre Maschinen damit ausstatten. GMN strebt ausdrücklich die Kooperation mit Wettbewerbern an und lädt sie zur partnerschaftlichen Nutzung ein.
GMN gibt dabei hohe Sicherheitsstandards vor: Es ist eines der ersten mittelständischen Unternehmen, das seine Daten in Gaia-X einbindet. Dieses europäische Projekt für einen sicheren, gemeinsam nutzbaren Datenraum ermöglicht Unternehmen, kontrolliert digitale Informationen auszutauschen.

„Die Nominierung ist eine große Ehre für unser gesamtes Team und eine schöne Bestätigung unseres Weges“, sagt Dr. Jens Falker, Geschäftsführer von GMN. ©GMN

Familienunternehmen wagt sich an die digitale Transformation

Die digitale Transformation ist bei GMN Teil einer umfassenderen Strategie. Erst wenige Tage vor der Preisverleihung hatte das Unternehmen an seinem Nürnberger Stammsitz Vertreter mittelständischer Unternehmen zu einem Erfahrungsaustausch unter dem Motto „KMUs, seid mutig! Vom Komponentenhersteller zum digitalen Vorreiter“ empfangen. „Wir wollen anderen mittelständischen Unternehmen zeigen, dass sich der Aufbau digitaler Ökosysteme lohnt – auch wenn er Mut erfordert“, so Falker. „Ecosystemize or evaporate: Wer sich als Maschinenbauer nicht öffnet und vernetzt, wird es künftig schwer haben.“

GMN setzt auf Wachstum

Auch bei der Entwicklung und Herstellung klassischer, physischer Maschinenkomponenten setzt GMN auf Wachstum: Im Mai hat der Maschinenbauer in Nürnberg mit dem Bau einer neuen Produktionshalle begonnen, das Investitionsvolumen beträgt rund 28 Millionen Euro.

Kontakt:

www.gmn.de