Steigende Hartmetallkosten sowie Lieferschwierigkeiten setzen Hersteller von Zerspanungswerkzeugen und Präzisionskomponenten seit einiger Zeit unter Druck. Wenn Hartmetall teurer wird und die Verfügbarkeit kritisch ist, schlagen jeder Rohling, jeder Schleifzyklus und jede Maschinenstunde stärker auf die Produktionskosten durch. Für viele Betriebe verlagert sich der Fokus deshalb von der reinen Ausbringung auf die Kosten jedes verkaufbaren Werkzeugs. Entscheidend sind kürzere Zykluszeiten, kontrollierter Materialabtrag, weniger Ausschuss und Nacharbeit, eine höhere Maschinenauslastung sowie die bessere Nutzung vorhandener Anlagen.

ANCA unterstützt diesen Ansatz mit neuen Optionen für CNC-Schleifmaschinen, Softwareinnovationen, dem Anwendungspaket „Performance+“ mit Vorschuboptimierung (Feedrate Optimisation), Prozesskontrolle, erweiterten Messsystemen, Automatisierung und Anwendungskompetenz. Das Ziel: Hartmetall, Maschinenzeit und Bedienereinsatz effizienter in fertige Präzisionswerkzeuge umzuwandeln.
„Höhere Hartmetallkosten und Unsicherheit bei der Rohstoffverfügbarkeit machen kontrolliertes, effizientes Schleifen wichtiger“, sagt Martin Winterstein, Geschäftsführer bei ANCA Europe. „Mit unserer aktuellen Schleifsoftware ToolRoom RN35 und Feedrate Optimisation nutzen wir Prozessdaten, um Vorschübe zu optimieren, den Materialabtrag gleichmäßiger zu gestalten und Zykluszeiten zu reduzieren. Für unsere Kunden wirkt sich das direkt auf die Kosten pro gefertigtem Werkzeug aus.“
Mehr Ausbringung aus den vorhandenen Produktionsmitteln
Ein Schwerpunkt ist die Reduzierung der Zykluszeit. Wenn Stellfläche, Arbeitskräfte oder Investitionsmittel begrenzt sind, müssen Hersteller mehr Ausbringung aus den Maschinen erzielen, die bereits in der Produktion stehen. Das Performance+ Programm von ANCA beginnt mit einer Baseline-Analyse des Kundenprozesses. Auf dieser Grundlage ermitteln die Anwendungsexperten von ANCA mit neuen Funktionen der Schleifsoftware ToolRoom RN35 Optimierungspotenziale. Die Funktion Vorschuboptimierung ermöglicht kürzere Zykluszeiten bei gleichzeitiger Prozessoptimierung. Die Empfehlungen können außerdem Softwareeinstellungen, Schleifstrategie, Hardware- oder Verbrauchsmaterialanpassungen sowie Bedienerschulungen umfassen. Werden die Empfehlungen umgesetzt, garantiert Performance+ eine Zykluszeitreduzierung von mindestens 10 %. In dokumentierten Projekten wurden auch schon deutlich höhere Werte erreicht.
Neben kürzeren Zykluszeiten kann die Vorschuboptimierung stabilere Schleifbedingungen unterstützen, weil unnötige Prozessschwankungen reduziert werden. In Kundenprojekten kann dies zu besserer Vorschubkontrolle, geringerer Spindellast und weniger Scheibenabrichtungen beitragen. Das unterstützt höhere Maschinenleistung, kürzere Durchlaufzeiten und niedrigere Produktionskosten, ohne zwangsläufig zusätzliche Maschinen anzuschaffen.
Ausschuss reduzieren und auf Anhieb zum Gutteil

Wenn Hartmetall teuer ist, steigt der Einfluss von Probeschliffen, Nacharbeit und Ausschuss auf die Kosten. Der schnelle Weg zum Gutteil wird damit zu einem wichtigen Bestandteil der Kostenkontrolle. ANCA unterstützt dies durch Simulation, Messung und automatische Kompensation. CIM3D prüft Schleifbahnen und mögliche Kollisionen, bevor ein Werkzeug geschliffen wird. ToolRoom RN35 unterstützt Programmierung und Prozesskontrolle.
Das integrierte Messen und Kompensieren mit LaserUltra, Tool Runout Compensation (Rundlaufkompensation), Messtaster und die iView Kamera helfen beim Einrichten und ermöglichen die Serienproduktion ohne Eingriffe. Diese Technologien helfen auch dabei, Genauigkeit und Wiederholbarkeit über Chargen hinweg zu sichern.
„First-Tool-Right-Produktion ist ein praktischer Kostenhebel“, sagt Winterstein. „Wenn ein Hersteller Testschliffe reduziert, Nacharbeit vermeidet und den Prozess stabilisiert, spart er nicht nur Maschinenstunden. Er spart auch Hartmetall sowie Arbeitszeit und gewinnt Liefersicherheit.“
Nachschleifen: den Hartmetallwert über den gesamten Werkzeuglebenszyklus
verlängern
Das Aufbereiten gebrauchter Werkzeuge ist eine direkte Antwort auf Kostendruck und Verfügbarkeitsprobleme bei Hartmetall, weil es die Lebensdauer bestehender Hartmetallwerkzeuge verlängert. Werden Geometrie und Beschichtung korrekt wiederhergestellt, kann die Lebensdauer von Werkzeugen vervielfacht und zugleich die effektiven Hartmetallkosten pro Schneide gesenkt werden.

Je nach Werkzeugtyp, Geometrie und Anwendung kann ein typischer Nachschliff etwa 30 bis 40% eines neuen Werkzeugs kosten und zugleich rund 85 bis 95% der ursprünglichen Werkzeugleistung liefern, sofern Geometrie und Beschichtung ordnungsgemäß wiederhergestellt werden. Über mehrere Nachschleifzyklen hinweg, häufig bis zu drei pro Werkzeug, lassen sich Lebenszykluskosten um bis zu 70% senken und der Hartmetalleinsatz reduzieren.
ANCA unterstützt das Nachschleifen durch spezielle Softwaremodule, RFID gestützte Workflows, Werkzeugidentifikation und automatisierte Handhabung. RFID-basiertes dynamisches Werkzeugmanagement verknüpft jeden Werkzeugträger mit der passenden Werkzeugdatei, dem Schleifzyklus, der Spannzange und dem Scheibenpaket. Werkzeuge können dadurch in unterschiedlicher Reihenfolge geladen werden, der manuelle Rüstaufwand sinkt, und das automatische Nachschleifen gemischter Lose wird ermöglicht. Unterschiedliche Werkzeuge und Prioritäten lassen sich so in einem gemeinsamen Workflow bearbeiten. In Kombination mit automatisierter Softwarelogik oder Prozessautomation (ANCA Scripting) kann jedes gescannte Werkzeug mit minimalem Bedienereingriff die richtigen Schleifanweisungen und die passende Handhabungssequenz auslösen. Das macht den Nachschleifprozess besser rückverfolgbar und wiederholbar.
Flexibilität als Kosten- und Wettbewerbsfaktor
Volatile Hartmetallpreise und veränderte Auftragsmuster erhöhen auch den Druck, Überproduktion und hohe Lagerbestände zu vermeiden. Hersteller müssen kleinere Losgrößen, Eilaufträge und ein breiteres Spektrum an Werkzeugtypen bewältigen, ohne Rüstverluste zu erhöhen.

ANCA unterstützt dies mit Maschinen und Software für Schaftwerkzeuge, Wendeschneidplatten, Profilwerkzeuge, Sonderwerkzeuge und Präzisionskomponenten. Spezielle Softwarepakete wie InsertsPRO für das Schleifen von Wendeschneidplatten richten den Programmierworkflow an der Anwendung aus. Diese Flexibilität hilft Herstellern, vorhandene Ausrüstung für ein breiteres Anwendungsspektrum einzusetzen, darunter Standard- und Sonderwerkzeuge, Wendeschneidplatten und Präzisionskomponenten. Gleichzeitig sinkt der Bedarf, Maschinen dauerhaft für eng begrenzte Produktionsaufgaben zu reservieren.
Maschinenauslastung und Prozessstabilität verbessern
Die Maschinenauslastung bleibt ein zentraler Faktor für die Kosten pro gefertigtem Werkzeug. Jeder Stillstand, jeder manuelle Eingriff und jede ungeplante Anpassung verringern die Ausbringung – was besonders ärgerlich ist, wenn Arbeits- und Materialkosten sowieso kritisch sind.
ANCA Technologien wie In-Prozess-Messung, geschlossene automatische Kompensation (AutoComp), Motor Temperature Control, Auto-Stick Abrichten, Scheibenauswuchten, Roboterlader und Palettenautomation reduzieren Nebenzeiten und stabilisieren die Produktion.
Das AIMS Ökosystem ergänzt digitale Workflow-Steuerung, Lageranbindung, autonomen Palettentransfer, Prozessanweisungen und Produktionstransparenz. Referenzanwendungen zeigten 19 Tage unbeaufsichtigten autonomen Betrieb, eine Produktivitätssteigerung von mehr als 30% gegenüber einem manuellen Benchmark und bis zu 60% Arbeitseinsparung pro Maschine.
Für Hersteller sind diese Ergebnisse relevant, weil sie Maschinenauslastung und Arbeitskräfteeinsatz zugleich adressieren. Automatisierung kann zudem qualifizierte Bediener entlasten: Sie können sich stärker auf Prozesskontrolle, Programmierung und Qualität konzentrieren, statt repetitive Handhabungsaufgaben auszuführen.
Integrierte Effizienz statt eines einzelnen Upgrades

Der Ansatz von ANCA basiert nicht auf einem isolierten Produkt oder einer einzelnen Funktion. Er verbindet Maschinenfähigkeit, Software, Messung, Automatisierung, Prozessanalyse und Schulung.
Die Maschine stellt die Schleifplattform bereit. Software unterstützt Programmierung und Vorschubkontrolle. Mess- und Kompensationstechnologien sichern Qualität. Automatisierung verbessert Auslastung und Workflow-Stabilität. Performance+ ergänzt eine strukturierte Methode, um Prozesse zu analysieren und konkrete Verbesserungen zu identifizieren.
Für Werkzeughersteller und Hersteller von Präzisionskomponenten, die unter Hartmetallkostendruck stehen, kann dieser integrierte Ansatz Verschwendung reduzieren, Zykluszeiten verkürzen, Flexibilität erhöhen und bereits installierte Anlagen besser nutzbar machen.
„Kunden suchen nach Maßnahmen, die sich in ihrer bestehenden Produktionsumgebung umsetzen lassen“, sagt Winterstein. „Vorschuboptimierung setzt direkt am Schleifzyklus an, während das Nachschleifen den Wert des Hartmetallwerkzeugs über den Lebenszyklus verlängert. Zusammen mit Messung und Automatisierung sind das praktische Schritte zur Senkung der Kosten pro gefertigtem Werkzeug.“
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