Magnesiumimplantate im Fokus

Das Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) der Leibniz Universität Hannover baut seine Forschung in der Medizintechnik weiter aus.

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REM-Aufnahme einer Magnesiumimplantatschraube. Copyright: IFW

Mit dem neuen Projekt „Degradationsangepasste Magnesiumimplantate“ entwickelt das Institut innovative Ansätze, um Implantate noch sicherer und effektiver zu machen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Vorhaben und ermöglicht damit eine gezielte Weiterentwicklung resorbierbarer Implantate.

Abbauverhalten gezielt an Heilung anpassen

Ziel des Projekts ist es, das Abbauverhalten von Magnesiumimplantaten präzise an die Heilungsprozesse des menschlichen Körpers anzupassen. „Wir arbeiten daran, das Degradationsverhalten so zu steuern, dass Implantate genau so lange stabil bleiben, wie sie für die Heilung benötigt werden“, erklärt IFW-Mitarbeiterin Beate Legutko. „Das erhöht die Patientensicherheit und kann zusätzliche Operationen vermeiden.“

Magnesiumimplantate in der Frakturheilung

Magnesiumimplantate kommen insbesondere bei der Behandlung von Knochenbrüchen zum Einsatz. Ihr Vorteil: Sie lösen sich im Körper auf und müssen in der Regel nicht operativ entfernt werden. Entscheidend ist dabei das richtige Timing. Bauen sich die Implantate zu schnell ab, fehlt die notwendige Stabilität für den Heilungsprozess. Erfolgt der Abbau hingegen zu langsam, kann es zum sogenannten Stress-Shielding-Effekt kommen – der Knochen wird entlastet und dadurch geschwächt.

Fertigungstechnologie als Schlüssel

Genau hier setzt das IFW an. Die Forschenden untersuchen, wie Fertigungsprozesse die Oberflächenund Randzoneneigenschaften von Magnesiumimplantaten beeinflussen – und damit auch deren Abbauverhalten. Denn mechanische Belastung und Oberflächenstruktur spielen eine zentrale Rolle dafür, wie schnell sich das Material im Körper zersetzt.

Optimierte Implantate für mehr Patientensicherheit

Das Ziel: Implantate, deren Eigenschaften gezielt eingestellt werden können, sodass sie sich optimal an den individuellen Heilungsverlauf anpassen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen künftig als Grundlage für die Entwicklung maßgeschneiderter Implantate dienen und die Patientenversorgung nachhaltig verbessern.

Mit dem Projekt verbindet das IFW medizinische Anforderungen, moderne Fertigungstechnologien und praktische Anwendung – und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Zukunft der Implantatforschung.

Kontakt:

www.ifw.uni-hannover.de