GROB mit 2025/26 sehr zufrieden

GROB mit stabilem Auftragseingang und klarer Zukunftsstrategie

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Das Management von Grob - v.l Christian Müller (Mitglied der Geschäftsführung), Christian Grob (Aufsichtsratsvorsitzender) und sein Sohn Florian Grob, German Wankmiller (Vorsitzender der Geschäftsführung), Wolfram Weber (Stellv. Vorsitzender der Geschäftsführung) ©Grob

Trotz eines weiterhin anspruchsvollen Marktumfelds zeigt sich GROB mit dem Auftragseingang des Geschäftsjahres 2025/26 sehr zufrieden. Im Mittelpunkt der aktuellen Unternehmensentwicklung stehen technologische Weiterentwicklungen, neue Maschinenkonzepte sowie die Erschließung zusätzlicher Märkte. Gleichzeitig setzt GROB seine langfristige Strategie fort, das Portfolio in den Bereichen CNC-Bearbeitung, Automatisierung und neuen Fertigungstechnologien gezielt auszubauen.

Stabiler Auftragseingang trotz zum Teil verschobener Investitionsentscheidungen

Im Geschäftsjahr 2025/26 erreichte die GROB-Gruppe einen Auftragseingang von 1,6 Mrd. Euro und erfüllte damit die internen Zielsetzungen. Gleichzeitig zeigt sich in vielen Märkten eine zunehmende Zurückhaltung bei Investitionsentscheidungen. So wurden im vergangenen Geschäftsjahr mehrere Angebots- und Projektentscheidungen von Kunden in das kommende Jahr verschoben.Regional verteilt sich der Auftragseingang weiterhin auf die drei Kernmärkte Amerika, Europa und Asien, deren genaue Anteile sich wie folgt aufteilen: Europa inkl. Deutschland mit 658 Mio. Euro, Amerika mit 734 Mio. Euro und Asien mit 267 Mio. Euro. Die Aufträge verteilen sich dementsprechend auf den folgenden Produktionsmix: 22,1 % Universalmaschinen, 33 % Zerspanung (CNC-Maschinen für OEM und Tier-1-Zulieferer), 32,6 % E-Mobilität und 12,3 % After Sales.

Stammwrk der GROB-WERKE GmbH & Co. KG in Mindelheim

Ein besonders stabiler Bereich war in diesem Jahr der Geschäftszweig der Universalmaschinen. Trotz der schwierigen Marktbedingungen konnte hier sogar ein besseres Ergebnis als im Vorjahr erzielt werden. So verzeichnete GROB im Geschäftsjahr 2024/25 einen Auftragseingang von 278,6 Mio. Euro. Im Geschäftsjahr 2025/26 stieg dieser auf 340,2 Mio. Euro – ein Zuwachs von +22 %. Für GROB ist das eine besondere Erfolgsgeschichte, da der Universalmaschinenmarkt weltweit einen deutlichen Rückgang beim Auftragseingang verzeichnet hat. Bei vielen Wettbewerbern blieben Bestellungen in diesem Segment aus oder gingen deutlich zurück. Dem bayerischen Maschinenbauer gelang es hingegen, trotz der widrigen Marktbedingungen einen stabilen Absatz zu erzielen.

Als Gründe nennt das Unternehmen vor allem die weiterhin hohe Nachfrage nach flexiblen 5-Achs-Bearbeitungslösungen. „Der weltweit anhaltende Bedarf an flexiblen 5-Achs-Bearbeitungslösungen sowie die starke Nachfrage aus der Luft- und Raumfahrtindustrie kompensieren derzeit schwächere Segmente, insbesondere im Automotive-Bereich“, erklärt Christian Müller, CSO der GROB-WERKE.

Zwischen globalen Herausforderungen und neuen Marktchancen

Weltweit sieht sich das Unternehmen jedoch weiterhin mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert, die sich auf den Auftragseingang auswirken können. Zu den maßgeblichen Einflussfaktoren zählen ein zunehmender globaler Preisdruck, strukturelle Veränderungen innerhalb der Automobilindustrie sowie fortschreitende Konsolidierungsprozesse in verschiedenen Industriezweigen. Gleichzeitig gibt es auch positive Signale aus einzelnen Märkten: Insbesondere der Aerospace-Sektor entwickelt sich weiterhin dynamisch und zeigt ein stabiles Wachstum. Auch im Universalmaschinengeschäft wird weiteres Wachstum erwartet.

Dem gegenüber stehen jedoch mehrere Unsicherheiten. So nimmt der Wettbewerb, insbesondere durch Anbieter aus Asien, spürbar zu. Hinzu kommen wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen wie Tendenzen zur Deindustrialisierung in einigen Regionen, tarifliche und zollpolitische Herausforderungen sowie eine insgesamt angespannte konjunkturelle Lage. Auch die weiterhin verhaltene Entwicklung der Elektromobilität und geopolitische Spannungen – unter anderem im Umfeld der wichtigen Märkte China und Indien – tragen zu einem anspruchsvollen Marktumfeld bei.

Trotz all dieser Herausforderungen rechnet GROB für das Geschäftsjahr 2026/27 mit einem Auftragseingang in Höhe von 1,7 Mrd. Euro. GROB erwartet, dass sich dieser wie folgt auf die verschiedenen Produktbereiche verteilen wird: Universal- und Systemmaschinen insgesamt 42 %, Elektromobilität 45 % und After Sales 13 %.

Neue Maschinenkonzepte zur Erschließung zusätzlicher Geschäftsfelder

Ein Schwerpunkt der strategischen Weiterentwicklung liegt auf der Erweiterung des Produktportfolios. GROB stellt 2026 gleich mehrere neue Maschinenkonzepte vor, die speziell für die Bearbeitung neuer Werkstücktypen entwickelt wurden.

Dazu gehört unter anderem die Portal-Baureihe, die sich besonders für Anwendungen in der Energietechnik, im Werkzeug- und Formenbau sowie für weitere anspruchsvolle Branchen eignet. Die GP1350 ist für die unterschiedlichsten Fertigungsaufgaben konzipiert, die heute von Industrieunternehmen gefordert werden: große Bauteile, komplexe Geometrien, höchste Genauigkeit. Die Maschine überzeugt durch großzügige Arbeitswege in X-, Y- und Z-Achse von 1.400 / 1.950 / 1.100 Millimetern, die selbst großdimensionierte Werkstücke mühelos aufnehmen. Bauteile mit einem maximalen Durchmesser von 1.400 x 1.100 / 1.750 x 1.600 Millimetern lassen sich damit zuverlässig bearbeiten, während die Maschine mit einer Zuladung von bis zu 3,6 Tonnen belastet werden kann. Das Werkzeugmagazin ist auf eine Kapazität von bis zu 408 Werkzeugen ausgelegt und erlaubt dank doppelter Reihenbelegung ein ergonomisches und effizientes Rüsten mehrerer Werkzeuge gleichzeitig. Durch die Möglichkeit, Palettenwechsler, Palettenspeichersysteme und autonome Beladesysteme (AMR) zu integrieren, ist die GP1350 vollständig automatisierbar und für Produktionsprozesse von Einzelteilen bis hin zu Großserien gleichermaßen geeignet. Für 2027 ist bereits die Einführung einer weiteren Baugröße, der GP2150, geplant.

Ergänzend entwickelt das Unternehmen neue Maschinenkonzepte mit Doppel-, Vier- und Sechs-Spindel-Konfigurationen, die speziell auf die wirtschaftliche Fertigung kleiner Bauteile ausgelegt sind. Diese Erweiterungen unterstützen die Marktdurchdringung in neuen Wachstumsfeldern. Neben klassischen Industrien rücken zunehmend Branchen wie Aerospace & Defence, Security und Heavy Duty in den Fokus.

Mit COSERA verfügt rob über ein eigens entwickeltes MES/MOM-System. Die Software fungiert als zentrales Leitsystem für die gesamte Produktion ©Grob

Ausbau von Automation und Digitalisierung in der Fertigung

Parallel zur technologischen Weiterentwicklung im Bereich der CNC-Maschinen baut GROB seine Lösungen im Bereich Automation und Digitalisierung konsequent aus. Mit der neuen Roboterzelle GRC-M60 stellt das Unternehmen eine kompakte Lösung für das Teilehandling vor, die bewusst auf eine einfache Bedienbarkeit und ein attraktives Kosten-Nutzen-Verhältnis ausgelegt ist. Ein klar definierter Standard mit reduzierten Optionen ermöglicht eine schnelle Integration in bestehende Produktionsumgebungen.

Auch im Bereich der Palettenautomation wurde das Portfolio weiterentwickelt. Die zweite Generation des Palettenrundspeichersystems PSS-R450 bietet eine kompakte Speicherlösung mit bis zu 60 Palettenplätzen und der Möglichkeit zur Anbindung von bis zu zwei Maschinen. Ergänzt wird das Automationsportfolio durch den GROB Mobile Robot (GMR), der unter anderem den automatisierten Transport von Werkzeugen übernimmt. Dabei können auch hohe Werkzeuggewichte bewegt und bis zu 16 Werkzeuge gleichzeitig transportiert werden. Darüber hinaus lassen sich unterschiedliche Palettentypen handhaben – von Maschinenpaletten mit Werkstücken bis hin zu Europaletten mit Rohmaterial.

Im Bereich Digitalisierung bündelt GROB seine Aktivitäten im MOM-System COSERA (Connected System to Execute, Record and Automate). Das System fungiert als übergeordnetes Leitsystem für Planung, Steuerung und Optimierung der gesamten Fertigung und unterstützt Unternehmen dabei, ihre Produktionsprozesse transparenter und effizienter zu gestalten.

Neue Geschäftspotenziale in Elektromobilität, Robotik und Drohnentechnologie

Neben den etablierten Geschäftsfeldern arbeitet GROB gezielt an neuen Technologien und Anwendungen. Im Bereich Elektromobilität wird die bewährte Hairpin-Technologie zur Herstellung von Statoren konsequent weiterentwickelt. Parallel dazu treibt das Unternehmen die Optimierung des Z-Falters zur Produktion von Batteriezellen voran – inzwischen bereits in der dritten Generation.

Auch im wachsenden Umfeld humanoider Robotik ergeben sich neue Einsatzfelder für GROB-Technologien. Dazu zählen unter anderem neu entwickelte Anlagen zur Montage kleiner Rotor- und Statorbauteile sowie der Einsatz von Bearbeitungszentren zur Fertigung von Gehäusekomponenten.

Weitere Potenziale sieht das Unternehmen im Bereich Drohnen und unbemannter Flugsysteme. Hier eröffnen sich Perspektiven insbesondere für elektrische Antriebs- und Batteriesysteme. Ergänzend wurde eine neue Versuchsanlage für Flyerwickler entwickelt. Bei größeren Drohnen rückt zudem die präzise Zerspanung von Struktur- und Gehäusebauteilen zunehmend in den Fokus.

„Unsere Strategie ist klar: Wir erweitern unser Maschinenportfolio gezielt, um neue Maschinen und Technologien und somit neue Märkte zu erschließen“, erklärt German Wankmiller, CEO der GROB-WERKE. „Damit schaffen wir für unsere Kunden zusätzliche Fertigungsmöglichkeiten und sichern gleichzeitig die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der GROB-Gruppe.“

Die Hairpin-Technologie zur Herstellung von Statoren wird bei Grob konsequent weiterentwickelt ©Grob

Optimierungsmaßnahmen und Investitionen stärken den Standort Mindelheim

Am Stammsitz in Mindelheim setzt GROB weiterhin auf gezielte Optimierungsmaßnahmen und strategische Investitionen. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere eine Unternehmenskultur, die schnelle und konsequente Reaktionen auf Marktveränderungen ermöglicht. Führungskräfte und Teams sind gefordert, Entscheidungen zügig umzusetzen und Strukturen kontinuierlich an neue Rahmenbedingungen anzupassen. Parallel dazu investiert das Unternehmen weiter in den Standort: So wurde das Ausbildungszentrum erweitert, ein Mitarbeiterparkhaus gebaut sowie zusätzliche Maßnahmen zur Automatisierung von Support-Prozessen und Maschinen weitergeführt. Ziel ist es, die Effizienz der internen Abläufe weiter zu steigern und gleichzeitig die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu sichern.

Kontinuierliche Investitionen in Forschung und Entwicklung

Ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie bleibt die kontinuierliche Investition in Forschung und Entwicklung. Im Geschäftsjahr 2025/26 investierte GROB 65 Mio. Euro in die Produktentwicklung und 44 Mio. Euro in unterschiedliche Unternehmensinvestitionen.

Trotz der anspruchsvollen Marktsituation konnte die Unternehmensgruppe weiterhin eine gesunde Bilanzstruktur aufrechterhalten und das Geschäftsjahr mit einem positiven Jahresergebnis abschließen. So erzielte die GROB-Gruppe eine Leistung von insgesamt 1,85 Mrd. Euro. Des Weiteren arbeitet GROB mit seinem bewährten Bankenkonsortium an einer Verlängerung der noch laufenden Finanzierung, die dem Unternehmen auch die nächsten Jahre Flexibilität und Sicherheit für sein weiteres Wachstum geben wird.

Kapazitätsanpassungen als Reaktion auf unterschiedliche Marktentwicklungen

Die Auslastung an den einzelnen Standorten zeigt derzeit unterschiedliche Entwicklungen. Während bestimmte Bereiche weiterhin eine hohe Nachfrage verzeichnen, stehen andere aufgrund der aktuellen Marktsituation unter erhöhtem Anpassungsdruck. So ist das Werk in Bluffton (USA) dank der starken US-Nachfrage aktuell am stärksten ausgelastet – und diese hohe Auslastung wird voraussichtlich auch in den kommenden Monaten anhalten. GROB China profitiert von der wettbewerbsfähigen Preisstruktur der GROB-Technik auf dem chinesischen Markt und ist damit in der Zerspanung in ganz Asien gut positioniert. Auch hier fällt die Auslastung weiterhin positiv aus.

Herausfordernder gestaltet sich die Situation am Standort Mindelheim, der stark von der Entwicklung der Elektromobilität abhängig ist. Der derzeitige Nachfragerückgang, zusätzliche Belastungen durch US-Zölle sowie der teilweise wegfallende asiatische Markt führen hier zu spürbaren Auslastungsproblemen. In einigen Bereichen wurde deshalb Kurzarbeit eingeführt. Parallel dazu laufen weitere Maßnahmen, Wolfram Weber, CFO der GROB-WERKE, erklärt: „Wir nehmen strukturelle Kapazitätsanpassungen vor. Diese erfolgen so weit wie möglich sozialverträglich – unter anderem durch den Abbau von Fremdkapazitäten, die Nutzung natürlicher Fluktuation, Angebote zur Frühpensionierung sowie durch ein neu gestartetes Freiwilligenprogramm.“

Kontakt:

www.grobe2