Glockenwerkzeug zur Bearbeitung von Anschraubdomen

Die Kern GmbH+Co. KG verwirklicht in Zusammenarbeit mit der Müga GmbH ein Glockenwerkzeug zum Bearbeiten von Anschraubdomen an schwierig zu spannenden, dünnwandigen Werkstücken.

4847

Die gemeinsame Entwicklung ermöglicht, ohne Werkzeugwechsel in einem Fertigungsablauf auf Bearbeitungszentren von Müga die konischen Dome fertig bearbeiten. Zunächst fräst das Glockenwerkzeug die obere Fläche plan, anschließend in zwei Operationen die Kontur des Konus und des unteren Auslaufs. Trotz des labilen Werkstücks, das schon bei niedrigen Kräften zum Verformen neigt, schafft der Glockenfräser Form- und Lagegenauigkeiten im Bereich zwei hundertstel Millimeter an der gesamten Außenkontur der konischen Anschraubdome.

Insbesondere wegen unterschiedlicher Aufmaße an den Rohlingen und daraus resultierend wechselnder Bearbeitungskräfte konnte das übliche Umfangsfräsen mit einem Kopierfräser die geforderten Form- und Lagegenauigkeiten nicht verwirklichen. Die jetzt realisierte  Bearbeitungsstrategie mit dem Glockenwerkzeug dagegen sorgt für gleiche Kräfte am Umfang. Somit kann das Glockenwerkzeug problemlos die geforderten Genauigkeiten einhalten.

Das Werkzeug arbeitet bei nur 20 m/min Schnittgeschwindigkeit, aber bis zu 0,14 mm Zahnvorschub. Beim ersten Eintauchen über den Anschraubbdom bleibt ein Aufmaß von etwa 0,2 mm auf den Übergangsradien beziehungsweise dem Umfang. Beim folgenden Zirkularfräsen bearbeitet der Glockenfräser die Kontur auf Fertigmaß. Die geschliffenen, im Halter formschlüssig eingesetzten Form-Wendeschneidplatten aus Hartmetall erzeugen die Außenkontur der Anschraubdome. Dabei sind die Bearbeitungskräfte niedrig und über den Umfang gleich. Da das Hartmetall-Werkzeug sehr gut dämpft und stabile Eingriffsverhältnisse verwirklicht, ist die Oberflächengüte Rz kleiner 6,3 µm. Zusätzlicher Vorteil dieser Bearbeitung mit einem Sonder-Formwerkzeug ist die wesentlich kürzere Bearbeitungszeit. Verglichen mit einem Plan- und Umfangsfräsen mit Standardwerkzeugen entfallen zwei Werkzeugwechsel.

Bild oben: Auf dünnwandigen, labilen und schwierig zu spannenden Bauteilen sind mehrere Anschraubdome bei Genauigkeiten von +/- 0,02 mm am Umfang, an den Übergangsradien und auf der Planfläche zu bearbeiten

Bild rechts: Zum wirtschaftlichen, prozesssicheren Fräsen der Anschraubdome hat der Werkzeugspezialist Kern in Hechingen ein Glockenwerkzeug mit Sonder-Wendeschneidplatten aus Hartmetall verwirklicht

Kontakt:

www.kern-hechingen.de

www.muega.de