Drehteile-Industrie sieht Zeichen der Stabilisierung

Der Verband der Deutschen Drehteile-Industrie zieht Bilanz für das Jahr 2025

151
Eine moderne CNC-Drehmaschine: Hier entstehen hochpräzise Drehteile, die trotz herausfordernder Rahmenbedingungen zur Stabilisierung der Branche beitragen. ©Julius Klinke

Mit einem kritischen Blick auf das vergangene Jahr und vorsichtigem Optimismus für die kommenden Monate bewertet der Verband der Deutschen Drehteile-Industrie die wirtschaftliche Lage seiner Mitgliedsunternehmen. Der aktuelle Lagebericht spiegelt weiterhin herausfordernde Rahmenbedingungen wider, deutet jedoch auch auf erste Stabilisierungstendenzen hin.

Wie jedes Jahr hat der Verband seine Mitglieder zu wirtschaftlicher Entwicklung, Auftragslage, Investitionen und Beschäftigung befragt. In die Jahresauswertung 2025 flossen die Angaben von 47 Unternehmen mit insgesamt 8.061 Beschäftigten ein.

Die wirtschaftliche Entwicklung blieb auch 2025 angespannt. Die Umsätze der befragten Drehteilehersteller gingen gegenüber dem Vorjahr um 4,8 Prozent zurück – nach einem Minus von 7,4 Prozent im Jahr 2024.

Auftragsreichweite und Exportanteil konstant

Bei den Auftragseingängen zeichnet sich eine vorsichtige Stabilisierung ab: Mit einem Minus von lediglich 0,8 Prozent fiel der Rückgang deutlich geringer aus als im Vorjahr. Dort lag der Wert bei -7,9 Prozent. Die durchschnittliche Auftragsreichweite blieb mit rund 33 Wochen nahezu unverändert und bietet den Unternehmen eine gewisse Planungssicherheit. Dennoch melden mehr als die Hälfte der befragten Betriebe eine unzureichende Auslastung ihrer Produktionskapazitäten.
Ein stabilisierender Faktor ist das Auslandsgeschäft. Der Exportanteil beträgt 37 Prozent und ist damit minimal höher als der Vorjahreswert von 36,3 Prozent. Das unterstreicht die starke internationale Ausrichtung der Branche.

Steigende Personalkosten, weiterhin schwache Investitionen

Auf der Ausgabenseite ist der Anteil der Personalkosten weiter gestiegen. Er liegt inzwischen bei 34,7 Prozent des Umsatzes und damit etwas über dem Wert des Vorjahres. Die Materialkosten sind dagegen leicht gesunken und werden für 2025 mit 30,4 Prozent ausgewiesen.
Die Beschäftigtenzahl ist im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld erneut zurückgegangen – im zweiten Jahr in Folge um knapp 5 Prozent. Zum Jahresende 2025 nutzten 24 Prozent der Unternehmen Kurzarbeit, um auf die schwache Auslastung zu reagieren. Gleichzeitig melden 13 Prozent der Unternehmen Bedarf an zusätzlichen Mitarbeitenden.
Auch bei den Investitionen hält die Zurückhaltung an. Die Quote (Investitionen im Verhältnis zum Umsatz) bleibt mit 5,2 Prozent nun bereits im sechsten Jahr in Folge auf einem sehr niedrigen Niveau. Auf durchschnittlich 8.881 Euro belaufen sich die realen Ausgaben pro Mitarbeiter – damit ist der Wert wieder etwa 50 Prozent unter den Zahlen der Vorkrisenjahre. Der Investitionsschwerpunkt liegt unverändert auf der Produktion, in die rund 79 Prozent der Mittel fließen.

Vorsichtiger Optimismus für die kommenden Monate

Beim Ausblick auf das erste Halbjahr 2026 zeigt sich ein etwas positiveres Stimmungsbild als im Vorjahr. 19 Prozent der Unternehmen erwarten eine Verbesserung der Geschäftsentwicklung, 64 Prozent gehen von einer stabilen Lage aus und nur noch 17 Prozent rechnen mit einer weiteren Verschlechterung.

„Die wirtschaftliche Situation bleibt äußerst anspruchsvoll – nicht zuletzt angesichts der anhaltenden Konflikte in der Ukraine und nun ganz aktuell im Nahen Osten. Dennoch sehen wir erste Anzeichen dafür, dass sich die Lage stabilisieren könnte“, sagt Verbandsgeschäftsführer Werner Liebmann. „Unsere Mitgliedsunternehmen arbeiten intensiv daran, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und sich strategisch für die kommenden Jahre aufzustellen.“

Kontakt:

www.drehteileverband.de