Konnektivität ist Trumpf

Sie ist in aller Munde, die vierte Industrielle Revolution. Auch bei der Rollomatic S.A. richtet sich der Kurs in Richtung vernetzter Maschinenzukunft. Die EMO ist der ideale Ort, um sich von den Neuerungen rund um webunterstütztes Werkzeugschleifen und darüber hinaus zu überzeugen.

698
Mit dem zum Patent angemeldeten Prozess ‚SmartPunch‘ hat Rollomatic die 5-Achsen Schälschleifmaschine ShapeSmart NP5 erweitert.

Von jedem Rechner aus, der mit dem Unternehmensnetzwerk verbunden ist, noch schnell den Status einer bestimmten Maschine im Betrieb abrufen und sich von ihrem hindernisfreien Lauf zu überzeugen. So schön das klingt und wie häufig allerorten das Label „Industrie 4.0“ grüßt, so selten ist die tatsächliche Vernetzung bereits bei den Unternehmen angekommen.

Die intelligente Überwachungssoftware RMonitor von Rollomatic

Mit einigen Neuerungen will Rollomatic zumindest beim Werkzeugschleifen zeigen, wie unkompliziert sich die Kommunikation zwischen den aktuellen Rollomatic-Systemen RMonitor und RConnect einrichten lässt: RMonitor ist eine intelligente Überwachungssoftware, mit der die Effizienz von Produktionsmitteln kontrolliert werden kann. Das System visualisiert den aktuellen Zustand sowie die Historie der Maschinen und meldet beispielsweise anstehende präventive Wartungsmaßnahmen.

Das ermöglicht insgesamt eine effizientere Verwaltung der Ressourcen. Die Software RConnect verknüpft sich mit einem ERP-System z.B. via OPC und bietet die Möglichkeit, Produktionsstatistiken zu analysieren und Prozesse zu planen. Neben den vernetzen Lösungen möchten die Schweizer auf der EMO 2017 auch mit zahlreichen „Offline-Neuerungen“ punkten, die den Produktionsalltag für Werkzeugschleifer wirtschaftlicher gestalten.

LaserSmart 501 bringt PKD präzise in Form

Aluminium- und Leichtbaumaterialien wie CFK und Titanlegierungen gehören in der Luftfahrt- und Automobilindustrie zum Tagesgeschäft. Gerade um der Abrasivität von faserverstärkten Kunststoffen aber auch der schweren Zerspanbarkeit gehärteter Stähle und anderer extrem temperaturbeständiger Werkstoffe zu widerstehen, eignen sich PKD-, CVD- oder cBN-bestückte Werkzeuge, zunehmend auch solche in Monoblock-Ausführung.

Mit der LaserSmart 501 hat Rollomatic nun die ideale Bearbeitungsmaschine im Programm: Sie bietet die Komplettbearbeitung von PKD-/CVD-/cBN-Werkzeugen und erlaubt dank der von Rollomatic-Ingenieuren entwickelten smarten Maschinenprozesse scharfe und klar definierte Schneidkanten.

LaserSmart 501 für die Komplettbearbeitung von PKD-/CVD-/cBN-Werkzeugen.

Dazu Damien Wunderlin, Leiter Marketing und Verkauf bei Rollomatic SA: „Mussten wesentliche Merkmale eines PKD-Werkzeugs wie beispielsweise seine Rundfase oder die Spanleitstufen nach dem Erodieren auf separaten Maschinen eingebracht werden, erledigt die neue LaserSmart 501 sämtliche Prozesse in einem Arbeitsgang. Das spart enorm viel Zeit und steigert gleichzeitig die Produktivität. Auch in Sachen Präzision bringt das Lasern viele Vorteile: Anders als beim Erodieren schneidet der Laser glatt durch das Diamantkorn und erreicht ohne Verschmelzungen und Ausbrüche wesentlich schärfere Schneidkanten.“ Im Zerspanvorgang zeigt sich das in glatteren Oberflächen dank der Rundfase sowie der geordneten Spanabfuhr durch die entsprechenden Spanleitstufen, und für die gezielte Spankontrolle können bei Bedarf auch effektive Spanbrecher eingebracht werden.

Rollomatic hat das Modell LaserSmart 501 nun um wesentliche Features erweitert, die die Bearbeitung von Monoblock-Werkzeugen deutlich vereinfacht. „Dazu haben wir die Werkstückaufnahme angepasst und einen Automatisierungsprozess integriert. Dieser Job-Manager ermöglicht, ohne Bedienereingriff unterschiedliche Werkzeuggeometrien zu laden und zu lasern. Durch eine Umgestaltung des Maschinendesigns konnten wir gleichzeitig den Bearbeitungsraum für eine noch größere Vielfalt an möglichen Werkzeugen vergrößern“, so Damien Wunderlin.

Noch bevor die Maschine bestückt ist und den ersten Laserpunkt setzt, lässt sich das Werkzeug inklusive sämtlicher Bearbeitungsvorgänge vorab in einem 3D-Simulationsprogramm visualisieren. „Das vereinfacht den gesamten Produktionsprozess und ist obendrein kinderleicht zu bedienen. So bleibt das Werkzeugdesign intuitiv und wird nicht zur Astrophysik!“, betont Damien Wunderlin.

Sechs Achsen machen flexibel und sind schneller einzurichten

Die Schleifmaschinen von Rollomatic – ganz besonders die sechsachsigen Modelle – haben in der Branche die Reputation, zuverlässige Arbeitstiere für präzise Standard- und Sonderwerkzeuge zu sein. Begründet hat Rollomatic den Ruf mit Modellen wie den GrindSmart629 XS und 629XW. Unter anderem durch die smarten Spann- und Handlingsysteme können die Maschinen gleichsam zum Schleifen von Wendeplatten eingesetzt werden. Dank der sechsten Achse, die eine Neigung der Schleifscheiben beim Schleifvorgang ermöglicht, wird das Schleifen größerer Freiwinkel und komplexer Werkzeuggeometrien noch einfacher. Beim Radiusschleifen hält die sechste Achse den Schleifpunkt konstant, was sich in noch präziseren Ergebnissen auszahlt.

Die sechsachsigen Schleifmaschinen GrindSmart 629 XW

Effizienz und Produktivität sind Merkmale, an denen sich Werkzeughersteller im Wettbewerb messen lassen müssen. Um diese und andere Herausforderungen zu meistern, schraubt Rollomatic mittels verschiedener Funktionen an den Rüstzeiten seiner Maschinen. Einige davon wird das Unternehmen auf der EMO enthüllen. „Wir haben beispielsweise ein selbstzentrierendes System in die Schleifmaschinen integriert, das ganz ohne Einstellung von Seiten des Bedieners auskommt. Neu ist auch die Erweiterung der GrindSmart 629XW um zusätzliche Scheibenpakete im Wechsler. Denn mit dreimal so vielen Schleifscheiben wie bisher vereinfacht sich das Prozessmanagement für den Nutzer und verkürzen sich die Nebenzeiten um einiges!“, so Damien Wunderlin.

Auch wenn autonomes Autofahren langsam den Kinderschuhen entwächst, hat die Industrie in Sachen Autonomie die Nase vorn: Mannlos Fertigen ist dort schon wichtiger Teil einer wirtschaftlichen Produktion. Besonders bei präzisionssensiblen Bearbeitungsvorgängen muss kontinuierlich gemessen werden. Bereits seit einigen Jahren sind in den Schleifmaschinen von Rollomatic Messmittel integriert, die via 3D-Abtastung der Werkzeuggeometrie wichtige Daten über den Erfolg eines Schleifvorgangs geben. „Nun sind wir einen Schritt weitergegangen und haben eine kontaktlose Methode implementiert. Sie misst ohne Eingriff des Bedieners im µ-Bereich und stellt somit die Eigenständigkeit des Produktionsprozesses und seine Qualität sicher“, erläutert Damien Wunderlin. Anhand dieser Messroutinen lassen sich sogar Abweichungen ausgleichen, die durch plötzliche Temperaturschwankungen oder einsetzenden Schleifscheibenverschleiß ausgelöst werden.

Elliptisch ist das neue rund

Ist bei Schaftwerkzeugen ein perfekt runder Umfang wesentliches Qualitätsmerkmal, sieht das bei Stanz- und Umformwerkzeugen oftmals anders aus. „Anfragen unserer Kunden haben gezeigt: Der Bedarf an beispielsweise elliptisch und unrund geformten Werkzeugen steigt. Dafür haben wir den zum Patent angemeldeten Prozess ‚SmartPunch‘ in unsere 5-Achsen Schälschleifmaschine ShapeSmart NP5 integriert. Das Maschinendesign zusammen mit der neuen Schleifmethode tragen dazu bei, unrunde Stempel, Gewindewerkzeuge sowie Stanz- und Formwerkzeuge mit komplexen Formen zu schleifen. Das eröffnet der Werkzeug- und Stanzwerkzeugindustrie zahlreiche vorher undenkbare Möglichkeiten“, so Damien Wunderlin.

Rollomatic auf der EMO 2017: Halle 6, Stand H12

Kontakt:

www.rollomaticsa.com