Aus zwei mach eins

Brasilianischer Flugzeughersteller setzt bei der effizienten Fahrwerksproduktion auf eine Hochgantrymaschine von Starrag

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Droop+Rein FOGS D40 Twin

Eine scheinbar unlösbare Aufgabe packte die Schweizer Starrag: Der brasilianische Flugzeughersteller Embraer/Eleb suchte ein Bearbeitungszentrum, das Hauptfahrwerks-Komponenten auf e ngstem Raum hocheffizient und prozesssicher bearbeitet. Am Standort Bielefeld entstand dazu die Hochgantrymaschine Droop+Rein FOGS D40 Twin, die dank zweier Spindeln den Platzbedarf und die Investition im Vergleich zu einer Lösung mit zwei Maschinen deutlich senkt.

Den Auftrag vom weltweit viertgrößten Flugzeughersteller Embraer/Eleb verdankt Starrag vor allem seinem besonders guten Ruf als Spezialist für Maschinen für die Aerospace-Industrie: Starrag hat mit seinen Droop+Rein-Maschinen weltweit in der Produktion von Fahrwerkskomponenten einen Marktanteil von über 80%. Der Flugzeughersteller mit Sitz in São José dos Campos (bei São Paulo) wird auf einer Droop+Rein FOGS D40 Twin ab dem Sommer 2018 konturnah im Gesenk vorgeschmiedete Teile aus niedrig legierten Vergütungsstählen mit der Kennzeichnung 300 M zerspanen. Es entstehen dann in mehreren Produktionsschritten Hauptstrukturkomponenten wie Fahrwerksgehäuse sowie Kolbenstangen mit integrierter Radachse für das Hauptfahrwerk von Embraer/Eleb.

Eine Droop+Rein FOGS D40 Twin zerspant ab 2018 beim Flugzeughersteller Embraer/Eleb

Es kommt ein Gabelfräskopf mit Kartuschen für wechselbare Spindeln zum Einsatz, der die simultane 5-Achs-Bearbeitung ermöglicht. Wahlweise kann Embraer/Eleb die mechanische 40-kW-Getriebefrässpindel mit einem maximalen Drehmoment von 1.100 Nm und 5.000 min-1 oder die schnelle 20-kW-Motorfrässpindel mit 48 Nm und 18.000 min-1 verwenden. Ulrich Vollmer, Leiter der Projektierung in Bielefeld: „Speziell für den Anwendungsfall haben wir eine zusätzliche Winkelkopf-Spindel für das Bohren entwickelt.“

Nebenzeiten im Griff: Ein Roboter übernimmt das Handling der 320 Werkzeuge

Die mechanische Spindel übernimmt das schnelle Schruppen, mit 4 bis 5 m/min und die Motorfrässpindel das Schlichten mit 10 bis 12 m/min. „Das ist auch das generelle Merkmal der Droop+Rein FOGS D40: Es ist eine multifunktionale Maschine, die hochdynamisch schruppt und schlichtet“, sagt Ulrich Wiehagen, Werksleiter Starrag Technology GmbH, Standort Bielefeld. Das Hauptaugenmerk liegt beim schnellen Schlichten mit hoher Genauigkeit. Die Twin kommt dann zum Einsatz, wenn eigentlich zwei Hochgantrymaschinen nötig wären.

Den unproduktiven Zeitaufwand etwa für Handling oder Rüsten senkt Starrag mit einem linear verfahrbaren Roboter, der die Twin über ein Fenster aus einem Regalmagazin mit 320 Plätzen mit Werkzeugen versorgt. Zum hauptzeitparallelen Rüsten verfügt die Maschine über zwei Arbeitsbereiche: Während in dem einen neue Werkstücke gerüstet werden, wird in dem anderen bearbeitet.

Ulrich Wiehagen, Werksleiter (links) und Ulrich Vollmer, Leiter der Projektierung bei der Starrag Technology GmbH, Standort Bielefeld

Die Lösung ist ein Paradebeispiel wie sich Starrags Claim  “Engineering precisely what you value” erfüllen lässt. Warum erhielt Embraer/Eleb genau das, was das Unternehmen braucht? Wiehagen: „Die Droop+Rein FOGS D40 Twin senkt im Vergleich zu einer sonst üblichen Lösung mit zwei Maschinen den Platzbedarf um 40 % und den Preis um rund 30 % – bei etwa verdoppelter Leistung. Die Twin wirkt sich auch sehr positiv auf die Personalkosten aus, denn statt sonst zwei Bedienern reicht ein Mitarbeiter.“

Kontakt:

www.strrag.com