Rückblick: Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017

»Internet of Production für agile Unternehmen« lautete das Leitthema des diesjährigen Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquiums (AWK), das vom 18. bis 19. Mai 2017 bereits zum 29. Mal stattfand.

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Eröffnung des Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium AWK 2017 durch Prof. Dr. Günther Schuh

Als Highlights stellten die Veranstalter, das Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen und das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT, das erste mit Methoden der Industrie 4.0 entwickelte Serienauto vor, eröffneten auf dem RWTH Aachen Campus das mit 30 000 m² größte produktionstechnische Forschungscluster Europas und präsentierten die neugegründete Business School der RWTH Aachen.

Das Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium war mit seinem umfangreichen Vortragsprogramm, einer begleitenden Industrieausstellung und Institutsbesichtigungen im Mai abermals Treffpunkt für mehr als 1.200 Experten der Produktionstechnik und verwandter Disziplinen aus dem In- und Ausland. Die Veranstaltung bot in zwei parallelen Vortragsreihen mit zwölf Fachvorträgen und vier Keynotes sowie zusätzlich sechs Plenarvorträgen aus Wissenschaft und Praxis einen umfassenden Überblick über aktuelle Ansätze und Strategien für die Industrie 4.0. Vier Vortragssessions zu den Themenfeldern »Agile Produktentwicklung«, »Lernende Produktionssysteme«, »Vernetzte, adaptive Produktion« und »Wissenschaft in der Produktionspraxis« gaben Antworten auf die dringendsten Fragen der heutigen Produktionstechnik. Im Rahmen der Veranstaltung erhielten die Teilnehmer erstmals die Gelegenheit, die zahlreichen neuen Einrichtungen des RWTH Aachen Campus zu besuchen.

Die Aachener Perspektive: Internet of Production Das Internet of Production beschreibt die Aachener Perspektive auf die Herausforderungen der Industrie 4.0. Oberstes Ziel: eine echtzeitfähige, sichere Informationsverfügbarkeit zu jeder Zeit an jedem Ort.

Informationen werden damit zu einem mächtigen und vielseitig nutzbaren digitalen Schatten der Produktion. Präzise und kontinuierliche Datenanalysen ermöglichen es, innerhalb der Produktion Muster zu erkennen und daraus Prognosen zur Entscheidungsunterstützung abzuleiten.

Systematisches Lernen aus den Daten, die in diesem sogenannten Internet of Production gewonnen werden, kann Unternehmen einen erheblichen Zusatznutzen bieten. Denn eine agile, hochiterative Produktentwicklung soll daraus genauso möglich werden, wie eine schnelle, fehlerfreie Umsetzung von Change Requests in der Serienproduktion. Der Wettbewerbsvorteil durch solche aggregierten Informationen,die nahezu in Echtzeit gewonnen werden, unterstützt Unternehmen dabei, neue Formen der Adaption und Agilität zu erzielen.

Bewährtes Konzept für neue Herausforderungen Bereits seit mehr als 65 Jahren befasst sich das Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium mit den jeweils aktuellen Entwicklungen der Produktion. Namhafte Referenten aus unterschiedlichsten Bereichen der Produktionstechnik und verwandter Disziplinen präsentieren hier alle drei Jahre gemeinsam mit den Wissenschaftlern des WZL und des Fraunhofer IPT Forschungsergebnisse und industrielle Lösungsansätze für die Produktentwicklung und die Produktion, zeigen Unternehmensstrategien auf und berichten über ihre Erfahrungen in der Umsetzung neuer Konzepte. Ziel und Anspruch des 29. AWK war es auch in diesem Jahr, die aktuellen Entwicklungen umfassend zu reflektieren, unerschlossene Potenziale aufzuzeigen und Wege in eine erfolgreiche Zukunft zu weisen.

  • Der Tagungsband mit dem Titel »AWK Aachener Werkzeugmaschinen Kolloquium 2017 – Internet of Production für agile Unternehmen« ist beim Apprimus Wissenschaftsverlag unter der ISBN 978-3-86359-512-8 erhältlich.

Kontakt:

www.awk-aachen.de