Neue, „kleine“ ProfiMill überzeugt im Alltag

Herkules Meuselwitz erreicht Effizienzsteigerung in der Produktion durch eine neue Portalfräsmaschine von WaldrichSiegen

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Universalfräskopf für die verschiedenen Bearbeitungsmethoden bei der Bearbeitung eines Großgetriebegehäuses

„Der Preisdruck in unserer Branche ist enorm“, beschreibt Maximilian Thoma die aktuelle Situation in der Großwerkzeugmaschinenindustrie. „Die anhaltende Stahlkrise hat weltweit zu einem Preisverfall geführt – auch bei den zur Herstellung benötigten Werkzeugmaschinen. Das hat zur Folge, dass wir unsere Kostenstruktur und unseren Output weiter optimieren müssen“. Für sein Unternehmen, die Maschinenfabrik Herkules Meuselwitz in Thüringen, ist eine hocheffiziente Produktion aus diesem Grund unerlässlich. In den vergangenen Jahren wurde darum im großen Stil in den eigenen Betrieb investiert, in dem 230 Mitarbeiter auf 17.000 m2 Produktionsfläche technologisch führende Werkzeugmaschinen für die Walzenbearbeitung fertigen. Gleichzeitig ist das Unternehmen Zulieferer für die HerkulesGroup, eine familiengeführte Gruppe führender Großwerkzeugmaschinenhersteller, zu der Herkules Meuselwitz seit 1992 gehört.

Die neue, „kleine“ ProfiMill bei der Maschinenfabrik Herkules Meuselwitz

„Neben der Weiterentwicklung unserer Walzenschleif- und Drehmaschinen haben wir in den letzten Jahren unsere Produktionsprozesse im Rahmen eines großangelegten Projekts umstrukturiert“, beschreibt Maximilian Thoma seine Strategie für den Umgang mit der verhaltenen Auftragslage. Die Optimierung der Arbeitsabläufe durch die Einführung der Boxenmontage ist eine Maßnahme zur Effizienzsteigerung. Eine andere ist die konsequente Investition in Werkzeugmaschinen, die höchste Verfügbarkeit und Präzision gewährleisten.

„Wir haben in den letzten Jahren gezielt in unseren Maschinenpark investiert – allein in zwölf Werkzeugmaschinen für eine hohe einstellige Millionensumme“, sagt Maximilian Thoma. Im Fokus standen dabei neben der Effizienz die hohe Bearbeitungsqualität – einer der Grundsteine für die technologische Spitzenposition von Herkules im Markt. „Wichtig bei diesen Neuanschaffungen war uns dabei, dass die Maschinen höchsten Genauigkeitsanforderungen genügen, wartungsarm und äußerst langlebig sind – aus wirtschaftlicher Sicht sollte natürlich der Return on Investment möglichst schnell erreicht werden.“

Die Betonständer der Maschine überzeugen mit zweifach höheren Dämpfungseigenschaften gegenüber Guss

Eine der Maschinen, in die Herkules Meuselwitz investierte, weil sie exakt diesem Anforderungsprofil entspricht, ist eine ProfiMill der Baugröße 1. Die Portalfräsmaschine von WaldrichSiegen ist die erste ihrer Art, die die Werkshallen des Herstellers verließ. Mit Durchgangsbreiten zwischen 2,7 und 4,2 m wurde die ProfiMill 1 für die Bearbeitung kleiner und mittelgroßer Werkstücke entwickelt.

Bei Herkules Meuselwitz ist die neue ProfiMill nun seit zwei Jahren im Einsatz. Hier wird sie primär für die Bearbeitung von Maschinenbetten, Schleifsupporten und auch Lohnarbeiten eingesetzt. „Unser Teilespektrum hat sich in den letzten Jahren vergrößert und wir benötigten eine weitere, flexibel einsetzbare Portalfräsmaschine, um die Werkstücke mit maximaler Effizienz bearbeiten zu können“, berichtet Benjamin Klein, Produktionsleiter bei Herkules Meuselwitz.

Die ProfiMill-Reihe ist in drei Baugrößen erhältlich. Die Verantwortlichen von Herkules Meuselwitz entschieden sich am Ende für eine ProfiMill 3500 in Tischausführung mit festem Querbalken, 3,5 m Durchgangsbreite, 1,5 m Durchgangshöhe und 40 kW Antriebsleistung an der Spindel, die optimal für ihr Einsatzgebiet abgestimmt ist.

Präzision während des gesamten Maschinenlebens

Absolute Präzision und gleichbleibende Qualität ist beim thüringischen Werkzeugmaschinenhersteller auch im momentan extrem preisgetriebenen Markt ein Muss. Schließlich arbeiten die von Herkules Meuselwitz produzierten Walzenschleif- und Drehmaschinen auf das µm genau – die präzise Bearbeitung aller Maschinenkomponenten ist dafür unverzichtbare Voraussetzung. Die neue ProfiMill 3500 erfüllt diese Anforderungen zur vollsten Zufriedenheit von Herkules Meuselwitz. Benjamin Klein: „Die Maschine arbeitet auf Mikrometer präzise. Über sechs Meter erreichen wir eine Genauigkeit von 6 µm“.

Dass die ProfiMill 3500 nicht nur jetzt absolut akkurat arbeitet, sondern auch in vielen Jahren noch zuverlässige Präzision garantiert, hat WaldrichSiegen schon bei der Konstruktion der Maschine berücksichtigt. „Bei den Maschinen anderer Hersteller muss nach einigen Jahren die Führungsbahn im Querbalken nachgeschabt werden. Das entfällt bei den Maschinen der ProfiMill-Reihe komplett. Durch unsere Richtplatte kann der Querbalken einfach nachgerichtet werden“, erklärt Lutz Abel, Direktor Vertrieb und Produktintegration bei WaldrichSiegen. „Gleichzeitig wird bei der ProfiMill der Querbalken mechanisch kompensiert – die Präzision der Maschine ist also während des gesamten Maschinenlebens reproduzierbar“.

Gut einsehbarer Arbeitsraum vom Bedienpult aus; der Werkzeugwechsler erhöht den Automationsgrad

Da die Verantwortlichen bei Herkules Meuselwitz sich für eine Maschine mit festen Querbalken entschieden, bestehen die Ständer des Portals aus Beton. WaldrichSiegen nutzt hier die zweifach höheren Dämpfungseigenschaften von Beton gegenüber Guss. Der Vorteil für Herkules Meuselwitz im Produktionsalltag: die hervorragenden Dämpfungseigenschaften des Betons und die verbesserte Steifigkeit des Portals sowie der gesamten Maschine.

Alle anderen Strukturbauteile der Maschine bestehen aus Guss. Die konsequente Verwendung von Guss gewährleistet die gleichbleibenden Dämpfungs- und Temperatureigenschaften aller Bauteile. „Die ProfiMill ist dadurch über den gesamten Produktionstag extrem temperaturstabil“, sagt Benjamin Klein. „Außerdem haben wir festgestellt, dass sich die Standzeit der Werkzeuge im Vergleich zu anderen Maschinen verlängert hat. Auch hier zahlen sich die guten Dämpfungseigenschaften von Guss und Hydrostatik aus“.

Im Hinblick auf die Nachhaltigkeit des Investitionsprojekts waren die hydrostatischen Führungen in allen Achsen ohne metallischen Kontakt ein ausschlaggebender Grund für die Entscheidung für die ProfiMill 3500. „Wir haben uns bewusst für eine voll hydrostatisch geführte Maschine entschieden. Zum einen hat das einen klaren Vorteil in puncto Präzision und zum anderen sparen wir langfristig die Instandhaltungskosten ein“, so Benjamin Klein.

Flexibilität ist Trumpf

Das große Teilespektrum, das bei Herkules Meuselwitz bearbeitet wird, ist eine der größten Herausforderungen für den Maschinenpark. Dieser Anforderung begegnet die ProfiMill mit einem hohen Maß an Flexibilität. Der Aufspanntisch der ProfiMill ist mit 2,5 m x 6 m großzügig bemessen. Das ist auch für die Lohnbearbeitung wichtig – zum Beispiel wenn Meuselwitz das Gehäuse eines XXL-Helikopterprüfstandgetriebes für das Schwesterunternehmen RSGetriebe bearbeitet (siehe Fotos).

Nicht nur unterschiedliche Werkstückgrößen, sondern auch verschiedene Bearbeitungsmethoden werden flexibel abgedeckt. Dabei hilft ein Universalfräskopf. „Der Universalfräskopf ist mein persönliches Highlight der Maschine“, erzählt Benjamin Klein. „Er bietet uns hohe Drehzahlen und Drehmomente mit einem Kopf und ist um 360° bzw. 180° in beide Richtungen schwenkbar. Dadurch können wir fast alles mit dieser Maschine bearbeiten“.

Nach rund zwei Jahren Einsatz der ProfiMill 3500 in der eigenen Produktion ziehen die Verantwortlichen bei Herkules Meuselwitz ein positives Fazit. „Mit ihrer Stabilität, ihrer Präzision und ihren geringen Ausfallzeiten trägt die Maschine wesentlich zu unserem Ziel „Effizienzsteigerung“ bei“, so Benjamin Klein. Und auch Geschäftsführer Maximilian Thoma ist zufrieden: „Wir investieren am liebsten in deutsche Qualitätsprodukte – dass diese Strategie erfolgreich ist, hat sich mit der ProfiMill 3500 von WaldrichSiegen noch einmal bestätigt“.+

Kontakt:

www.waldrichsiegen.de