Von Schleifen bis High Performance Cutting

Elb-Schliff und aba Grinding präsentieren ihre Expertise rund um das Thema Schleifen auf der Metalloobrabotka. Im Mittelpunkt des Moskauer Messeauftritts steht das modular aufgebaute Maschinenkonzept bis hin zur additiven Bearbeitung. Weiteres Messehighlight ist die Präsentation des werkService-Konzepts.

413
Laserauftragsschweißen: die millGrind von Elb-Schliff vereint mit dem Fräsen und Schleifen drei Arbeitsschritte in einer Maschine.
Dr. Markus Stanik, Geschäftsführer Elb-Schliff und aba Grinding

Schleifmaschinen haben die verschiedensten Bauformen und Einsatzbereiche, von einfachen 3-achs Flachschleifmaschinen bis zu mehr als 40-achs Spezialmaschinen. Ob einfache, langlebige und präzise Flachschleifmaschinen für nahezu alle Anwendungsbereiche, oder komplett automatisierte Fertigungssysteme für die mehrachsige und mehrspindlige Bearbeitung von zum Beispiel Flugzeugtriebwerksteilen oder in verketteten Anlagen der Automotive-Industrie. Aufgrund ihrer über 100-jährigen Erfahrung können die Elb-Schliff Werkzeugmaschinen GmbH und aba Grinding Technologies GmbH ein extrem breites Spektrum anbieten.

„Mir ist bisher keine Kundenanfrage bekannt, für die wir nicht eine Lösung gefunden haben“, erinnert sich Geschäftsführer Dr. Markus Stanik. „Das Erfolgsgeheimnis ist unser modularer Maschinenbaukasten, mit dem sowohl Flachschleifmaschinen als auch komplexe Profilschleifmaschinen flexibel zusammengesetzt werden können.“

Drei Maschinen ein modulares Konzept

smartLine Maschine

Ein typisches Beispiel für den modularen Aufbau ist die smartLine-Maschine mit einem aus zwei Teilen hergestellten Maschinenbett aus Mineralguss. Die vorhandenen Vorder- und Rückenteile können frei miteinander kombiniert werden, dadurch ergibt sich eine Varianzbreite von vier verschiedenen Schleiflängen. Je nach Anwendung kann zudem flexibel auf ein breites Spektrum an Schleifspindeln mit unterschiedlichen Leistungswerten und Abrichtgeräten zurückgegriffen werden. Diese gehen von einem fest platzierten Einkorndiamanten, über einen Überkopfabrichter bis zu Mehrachs-Tischabrichtern, die alle für dieses Maschinenkonzept verfügbar sind.

Flexibles Schleifzentrum – smartLine BG Helical

Aktuell hat Elb-Schliff die Maschinenbaureihe „smartLine BG Helical“ im Programm. Das Schleifbearbeitungszentrum ist mit einem Werkzeugwechsler ausgestattet, die Schleifspindel um +/- 120° um die Y-Achse schwenkbar, was für das Schleifen von verdrallten Räumwerkzeugen von Vorteil ist.

smartLine BG Helical

In den Schrägungswinkel kann auch bspw. zum Schleifen von Walzbacken geschwenkt werden. Zusammen mit dem Werkzeugwechsler ermöglicht es eine automatisierte und flexible Fertigung dieser Werkzeuge. Die automatische Beladeeinrichtung platziert dabei das Werkstück in der Maschine. Anstatt es nach den Maschinenachsen auszurichten, wird die Lage mit einem Messtaster erfasst und automatisch mit dem Schrägungswinkel kompensiert. Über den integrierten Werkzeugwechsler wird die notwendige Schleifscheibe zur Verfügung gestellt. Abrichten erfolgt vom Maschinentisch. Elb-Schliff hat für die Maschine eigens eine direkt angetriebene Motorspindel entwickelt. Mit 48kW und 270 Nm bei einer Drehzahl von 1700 min-1 bietet sie hohe Leistungsdaten auf kleinstem Bauraum. Die Werkstücke können damit nicht nur im Pendelschleifen, sondern auch im produktiven Tiefschleifen bearbeitet werden. Neben den Profilen können dank Werkzeugwechsler und Schwenkachse auch Fasen oder Verrundungen angebracht und die Werkstücke komplett bearbeitet werden.

millGrind mit Wechsler

Wesentlich komplexer ist die „smartLine millGrind“ aufgebaut. Die Schleifmaschine präsentiert sich als hochflexibles Bearbeitungszentrum mit einer Reihe an Bearbeitungstechnologien. So können neben dem Profil- oder Flachschleifen weitere Fertigungsverfahren wie das Fräsen darauf eingesetzt werden, so dass die Maschine auch bei der Komplettbearbeitung zum Zuge kommt.

Die millGrind spielt ihre Vorteile dort aus, wo ein hoher Anteil an Schleifbearbeitung benötigt wird. Das Mehrtechnologiekonzept zur Komplettbearbeitung reduziert Durchlauf- und Liegezeiten des Werkstücks und senkt so die Herstellkosten. Die Einmalaufspannung verbessert zudem die Maßgenauigkeit. Elb-Schliff empfiehlt die millGrind auch für die Fräshochleistungszerspanung (HPC, High Performance Cutting) in Kombination mit einem hochpräzisen Schleifen. Die Maschine nutzt die Vorteile beider Verfahren: für den schnellen Materialabtrag durch Fräsen und die präzise Feinstbearbeitung durch Schleifen.

Schleif- und Abrichtspindeln mit automatischer HSK-Schnittstelle.

Hybridmaschine für additive Bearbeitung

Als weitere Option für die Mehrfachbearbeitung steht ein Laserkopf zur Verfügung. Auch dieser kann über den Werkzeugwechsler in die Maschine eingewechselt werden, um damit die Funktionen Laserhärten, Markieren und additives Materialaufschweißen zu realisieren. „Wir haben unsere Hybridmaschine jetzt seit einem Jahr am Markt und bei den Kunden bereits sehr gute Ergebnisse erzielt in Bezug auf additive Fertigungsunterstützung“, bestätigt Dr. Markus Stanik, Geschäftsführer bei der Elb-Schliff Werkzeugmaschinen GmbH.

Die Experten von Elb-Schliff sehen die Maschine in erster Linie in der Luftfahrt- und Zulieferindustrie sowie dem Werkzeug- und Formenbau, wo spezifische Bauteile in einem ersten Arbeitsschritt vorbearbeitet und dann geschliffen werden. Dr. Stanik kennt die Vorzüge des Verfahrens: „Laserauftragsschweißen ist eine sehr präzise und schnelle Methode für das Metallschweißen und deshalb natürlich besonders für Präzisionsbauteile im Flugzeugbau geeignet. So ergänzen sich beide Fertigungsverfahren auf einer hybriden CNC-Maschine hervorragend.“

Schleifen ist besonders dort wirtschaftlich, wo schwierige Materialien bspw. aus Nickel und dessen Superlegierungen bearbeitet werden müssen. Die millGrind verwendet dabei konventionelle Schleifmittel mit superabrasiven Fähigkeiten, die XYZ-Auflösung beträgt 0,1 Mikron. „Mit der Hybrid-Bearbeitung bringen wir die additive Fertigung auf ein neues Niveau an Präzision“, versichert der Elb-Schliff-Geschäftsführer.

Retrofit mit werkService

Elb-Schliff hat aktuell auch die Service-Dienstleistungen ausgeweitet. Neben der Überholung von Gebrauchtmaschinen steht das technologische Retrofit. Generalüberholte Maschinen können mit Messsensorik und Fingerprint erweitert, das Monitoring beim predictive Maintenance unterstützen. Erstmals wird der werkService auch in Moskau auf der Metalloobrabotka vorgestellt.

Standardschleifmaschine nach der Überholung im Elb-Schliff werkservice.

In einem eigenen „Service & Retrofit Center“ werden alte Schleifmaschinen wieder auf den aktuellen Stand der Technik gebracht, überholt und auf Wunsch auch nachgerüstet bzw. einem kompletten technologischen Retrofit unterzogen. Ob Überholung oder Retrofit, der Kunde bekommt eine Qualitätsmaschine Made in Germany mit Werksgarantie.

Im Fokus steht vor allem das Overhauling von Standardschleifmaschinen, meist typische Stand-Alone-Maschinen wie sie bspw. beim Nachschleifen in Reparaturwerkstätten oder zum Planschleifen im Form- und Werkzeugbau zum Einsatz kommen. Sie werden Eins-zu-Eins auf den Technikstand von heute umgerüstet, der Funktionsbereich bleibt identisch.

Ein Beispiel ist die Umrüstung (Retrofit) einer alten Maschine mit V-Flach Führungen und hydraulischem Antrieb durch Linearführungen und Linearantrieb. Zusätzlich können Messsysteme integriert werden, wodurch eine Inprozessmessung ermöglicht wird, um Rüstzeiten zu senken. Besonders wichtig ist der Austausch der kompletten Steuerung, damit neueste NC-Programme darauf abgearbeitet werden können. Durch die höhere Produktivität mit leistungsstärkeren Antrieben, sind auch ganz andere Vorschübe möglich, so dass aus herkömmlichen Schleifen ein High Speed Grinding wird.

Elb-Schliff und aba Grinding auf der Metalloobrabotka in Moskau: Halle 2, Stand 2.2E05YY

Kontakt:

www.elb-schliff.de