Die Gewinner des Intec-Preises 2017

Im Rahmen der Messegala der Intec und Z 2017 in der Kongresshalle am Zoo Leipzig wurden am 7. März die Gewinner des Intec-Preises 2017 verkündet.

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Preisträger Intec-Preis Kategorie „Unternehmen über 100 Mitarbeiter“ Profiroll Technologies GmbH und NILES-SIMMONS Industrieanlagen GmbH

„Die Leipziger Messe würdigt mit dem Intec-Preis, der bereits zum 14. Mal vergeben wurde, innovative Entwicklungen an Werkzeugmaschinen und deren Peripherie, herausragende Lösungen für die Fertigungs- und Automatisierungstechnik oder clevere Dienstleistungen für die Produktion. Der Preis spiegelt die enorme Innovationskraft der Aussteller der Intec wider“, erklärt Kersten Bunke, Projektdirektorin der Intec und Z. Eine unabhängige Jury mit Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Medien bewertete die insgesamt 46 eingereichten Beiträge.

Innovative Bearbeitungstechnologien auf den Spitzenplätzen

Als die Gewinner des Intec-Preises in der Kategorie „Unternehmen über 100 Mitarbeiter“ verkündet wurden, gab es eine Überraschung: Denn dieses Mal landeten mit Profiroll Technologies und NILES-SIMMONS Industrieanlagen gleich zwei Bewerber auf dem ersten Platz. Das von der LBBW Sachsen Bank gesponserte Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro teilten sich beide Unternehmen.

Profiroll Technologies erhielt den Preis, da der Firma aus Bad Düben mit ihrem Beitrag ein fertigungstechnischer Innovationssprung gelungen ist. Wie die Jury mitteilte, wurde durch die flexible Fertigungszelle mit integrierter Robotertechnik Rollex FBR das Verfahren des Feinwalzens auf ein neues Qualitäts- und Produktivitätslevel gehoben. Dabei wird die Prozessstufe Schaben ersetzt, wodurch sich die Prozesskette immens verkürzt und eine kostengünstige Alternative zur herkömmlichen Fertigung ermöglicht wird.

NILES-SIMMONS Industrieanlagen sicherte sich den Preis für die Entwicklung eines innovativen Bearbeitungszentrums, mit dem Räder für Hochgeschwindigkeitszüge unter Anwendung von moderner Direktantriebstechnik präzise, effektiv und komplett bearbeitet werden können. Damit wird ein wichtiger Beitrag geleistet, den steigenden Anforderungen an die Qualität der Räder bei immer höheren Geschwindigkeiten der Züge gerecht zu werden. Zusätzlich werden durch die Komplettbearbeitung bisher notwendige Prozessstufen und Bearbeitungsmaschinen eingespart.

Mit dem zweiten Platz wurde Amada Machine Tools Europe gewürdigt. Der Maschinen- und Werkzeughersteller mit Deutschland-Sitz in Nordrhein-Westfalen entwickelte eine Hochleistungsbandsägemaschine, die die Leistungswerte von üblichen Kreissägen klar übertrifft. Damit kann ein Anwender von bisher 20 Kreissägemaschinen ohne Produktionsausfallrisiko die Anzahl der Maschinen auf fünf reduzieren. Die Kosten pro Schnitt werden gegenüber konventionellen Kreissägen um über die Hälfte gesenkt.

Preisträger Intec-Preis Kategorie „Unternehmen bis 100 Mitarbeiter“ SPRING Technologies GmbH

Den dritten Rang erreichte SEW Eurodrive aus Bruchsal in Baden-Württemberg mit dem Automatisierungsbaukasten MOVI-C. Dabei handelt es sich um eine innovative Plattform für elektrische Antriebstechnik, mit der ein breites Spektrum von Automatisierungsaufgaben unterstützt wird. Die Jury honorierte insbesondere die Umsetzung durchgängiger digitaler Engineering-Prozesse. SEW Eurodrive sorgt mit dem neuen, modularen Automatisierungsbaukasten für Bewegung in der Industrie 4.0.

Intec-Preis für zukunftsweisende Software

Die Kategorie „Unternehmen bis 100 Mitarbeiter“ konnte SPRING Technologies für sich entscheiden. Das französische Unternehmen mit Standorten in Wetzlar und Böblingen bekam den Preis für die zukunftsweisende Software NCSIMUL 4CAM, die Ordnung unter die vielen, verfügbaren NC-Programme bringt und ein wichtiger Baustein für die Industrie 4.0 ist. Sie ermöglicht, mit wenigen Klicks bestehende NC-Programme für Werkzeugmaschinensteuerungen auf eine neue Maschine zu konvertieren. Ein großer Fortschritt – bisher war die Investition in eine neue Werkzeugmaschine mit einer Anpassung dieser Programme verbunden. Nun entfällt die manuelle Nacharbeit. Zeitersparnisse im Programmierprozess und kürzere Fertigungszeiten der Werkstücke sind die positiven Folgen.

Das Kompetenzzentrum Maschinenbau Chemnitz/Sachsen, die RKW Sachsen, das Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Leipzig und die Leipziger Messe unterstützten den mit 5.000 Euro dotierten Preis dieser Kategorie.

Auf dem zweiten Platz landete Maximator JET aus Schweinfurt dank ihrer Wasserstrahlanlage MicroCut V2, mit der sich zum ersten Mal sehr kleine und leichte Bauteile präzise per Wasserstrahlschneiden bearbeiten lassen. Daher ist die neue Generation der Anlage vor allem für die Medizin- und Elektroindustrie der Schlüssel zu nachhaltig wettbewerbsfähigen Fertigungsprozessen.

Die Schäum-Spritzgießtechnik ist ein materialsparendes Spritzverfahren, das jedoch Nachteile in der Oberflächenqualität aufweist. Der bkl-lasertechnik ist es gelungen, ein neuartiges, innovatives Verfahren zu entwickeln, mit dem diese Nachteile behoben werden. Die Belohnung: Die Firma aus Rödental im oberfränkischen Landkreis Coburg erlangte den dritten Platz in dieser Kategorie.

REIFF holt den Intec-Preis für Nachwuchsarbeit 2017

Preisträger Intec-Preis für Nachwuchsarbeit REIFF Technische Produkte GmbH

Über den Intec-Preis für Nachwuchsarbeit 2017 kann sich REIFF Technische Produkte freuen. Gewürdigt wurde das Reutlinger Unternehmen für ihr beispielgebendes Maßnahmenpaket zur Nachwuchsgewinnung und -förderung von Fachkräften. Das umfassende Programm von Ausbildungsinhalten und Wissensbausteinen gewährleistet unter anderem, dass qualifizierte Nachwuchsführungskräfte gezielt gefördert werden. Das Preisgeld betrug 1.500 Euro, Sponsor war der VDMA Ost.

Profiroll Technologies war neben der Auszeichnung in der Kategorie „Unternehmen über 100 Mitarbeiter“ ebenfalls beim Intec-Preis für Nachwuchsarbeit erfolgreich und erhielt hier Platz zwei. Der Grund: Das Unternehmen nimmt seine gesellschaftliche Verantwortung wahr, indem es beispielsweise den Wirtschaft-Technik-Unterricht an der Oberschule in Bad Düben unterstützt, Lehrlinge ausbildet und mit Berufsakademien sowie der Technischen Universität Dresden zusammenarbeitet.

Den dritten Platz teilten sich zwei sächsische Unternehmen. Die Kunststofftechnik Weißbach aus dem Erzgebirge überzeugte durch ihr Engagement bei der Ausbildung junger Leute in der Region. Die Beschriftungstechnik Frank Gärtner aus Glaubitz sichert durch erfolgreiche und kontinuierliche Nachwuchs- und Ausbildungspolitik unter anderem den Fortbestand der Firma. Nächstes Jahr übernehmen zwei Mitarbeiter der Beschriftungstechnik Frank Gärtner die Geschäftsführung des Betriebs, in dem sie auch ausgebildet wurden.

Qualitativ herausragende Angebote der Zuliefermesse gewürdigt

Mit der Z-Innovationsschau werden zum fünften Mal qualitativ herausragende, neue Angebote der Zuliefermesse in Form einer Posterschau im Rahmen der Z gezeigt. Eine Expertenjury hat die drei besten Beiträge ermittelt, sie wurden ebenfalls während der Messegala der diesjährigen Intec und Z verkündet.

Zu den Z-Ausstellern, die ausgezeichnet wurden, gehört CEP Compound Extrusion Products – das sächsische Unternehmen aus Freiberg entwickelte innovative Kupfer-Hochtemperaturwerkstoffe, mit denen Prozesszeiten eingespart werden. Für ein innovatives und kostenreduzierendes Verfahren zum Umspritzen von beschichtetem Glas, bei dem neuartige Materialien wie Biokunststoffe verwendet werden, wurde PENTACON aus Dresden gewürdigt. Auch das Münchner Unternehmen POLIGRAT überzeugte die Jury. Bei diesem Beitrag geht es um ein Verfahren zum chemischen Entgraten sowie Glätten von Metalloberflächen, das in zahlreichen Anwendungsfeldern nach der spanenden Fertigung genutzt werden kann.

Kontakt:

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