Präzisionswerkzeug-Industrie im Plus

Mit einem Plus von 3 Prozent, die Prognose 2016 lautete 4 Prozent, hat die Werkzeugbranche das vergangene Geschäftsjahr 2016 abgeschlossen und prognostiziert auch für 2017 ein Wachstum in dieser Höhe.

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Von links: Markus Heseding, Lothar Horn, Hans-Joachim Molka, Udo Fenske

Die jährliche Pressekonferenz des VDMA Fachverbandes Präzisionswerkzeuge war weder von Euphorie, noch von Pessimismus geprägt. Zusammen erreichten die Sparten, Zerspanungswerkzeuge (+ 3%), Spannzeuge (+ 1%) und Werkzeugbau (+5%) einen Produktionswert von 9.9 Mrd. Euro und lagen im Plus. Den größten Anteil verzeichnete dabei der Werkzeugbau mit 52% gefolgt von den Zerspanungswerkzeugen mit rund 32% und den Spannzeugen mit 12%. Einen Anteil von 4 Prozent des Gesamtergebnisses wurde dem Bereich Reparaturen zugeordnet.

Politische Situationen lassen keine Prognosen zu

Das vergangene Jahr startete zunächst sehr verhalten, steigerte sich aber im 4 Quartal deutlich und erbrachte doch noch ein positives Ergebnis für die Unternehmen der Präzisionswerkzeughersteller. Die Vorzeichen für 2017 werden durch den Verband zwar positiv eingestuft, jedoch machen die Mitglieder des Gremiums keinen Hehl daraus, dass politische Entscheidungen (z.B. Brexit, TTP) oder auch Neuwahlen in diversen Ländern zu diesem Zeitpunkt Unsicherheitsfaktoren darstellen die noch nicht eindeutig zu bewerten sind.

Märkte Inland

Der Inlandsmarkt erbrachte 2016 für die Sparte Werkzeugbau ein einstelliges Wachstum, während sich die Bereiche Zerspanungswerkzeuge und Spannzeuge ohne nennenswertes Wachstum auf dem Vorjahresniveau bewegten.

Märkte Ausland

Der Export von Zerspanungswerkzeugen und Spannzeugen blieb 2016 unter den Erwartungen. Grund hierfür waren insbesondere deutliche Rückgänge in den beiden größten Einzelmärkten USA und China. Dabei ist positiv zu erwähnen, dass zum Ende des Jahres die Bestellungen aus China wieder anstiegen und sich der indische Markt mit einem Wachstum von 15 Prozent sehr stabil entwickelte. Auch die Exporte in europäische Länder entwickelten sich positiv und auch Russland bestellte im Vergleich zu 2015 wieder deutlich mehr.

Im Werkzeugbau verlief das Exportgeschäft prozentual niedriger als in den anderen Teilbranchen. Der 2015 durch Sondereffekte extrem hohe Export nach China relativierte sich 2016 wieder auf ein normales Niveau, der entsprechende Rückgang im Vorjahresvergleich ist nicht aussagekräftig.

Ausblick 2017

Die Präzisionswerkzeug-Industrie prognostiziert für 2017 nochmals ein Wachstum von 3 Prozent. Aufgeteilt in die einzelnen Sparten erwartet der Werkzeugbau ein Wachstum von 4 Prozent, die Zerspanungswerkzeuge einen Zuwachs von ca. 3 Prozent, während die Sparte der Spannzeuge voraussichtlich um 1 Prozent zulegen wird.

Der Werkzeugbau sieht Wachstumschancen in den USA und China. Der Absatz auf dem Heimatmarkt Deutschland und in die europäischen Nachbarländer soll auf dem erreichten hohen Niveau stabil bleiben.

Die Hersteller von Zerspanungswerkzeugen erwarten eine leichte Auftragssteigerung aus den Märkten der EU-Partnerländer, den USA und China. Für den heimischen Markt sind die Erwartungen verhalten, auf dem Niveau des Vorjahres.

Große Hoffnungen auf den asiatischen Markt setzen die Hersteller von Spanntechnik. Verhalten beurteilt dieser Bereich der Präzisionswerkzeuge dagegen die Wachstumsimpulse für das Inland sowie Europa und den USA.

VDMA-Gremium

  • Markus Heseding, Geschäftsführer des VDMA Fachverband Präzisionswerkzeuge
  • Lothar Horn, Vorsitzender VDMA Präzisionswerkzeuge und Vorsitzender der Fachabteilung Wendeschneidplatten
  • Hans-Joachim Molka, stellvertretender Vorsitzender des VDMA Präzisionswerkzeuge und Vorsitzender der Fachabteilung Spannzeuge
  • Udo Fenske, Stellvertretender Vorsitzender des VDMA Werkzeugbaus, einer Fachabteilung des VDMA Präzisionswerkzeuge