Aufgestiegen zum Branchensieger

Phoenix Contact gewinnt Wettbewerb zum »Werkzeugbau des Jahres 2016«

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Sieger und Finalisten im Wettbewerb »Excellence in Production«

Im vergangenen Jahr lagen sie noch knapp hinter dem Gewinner, der Sparte Werkzeugbau der Audi AG – doch nun hat sich für die Phoenix Contact GmbH & Co. KG die kontinuierliche Weiterentwicklung ausgezahlt: Der unternehmensinterne Werkzeugbau des westfälischen Automatisierungsspezialisten ist aufgestiegen zum neuen Gesamtsieger des Wettbewerbs »Excellence in Production« und damit zum »Werkzeugbau des Jahres 2016«.

Seit 2014 standen die Werkzeugbau-Experten aus Blomberg bereits zweimal im Finale des Wettbewerbs »Excellence in Production« zum Werkzeugbau des Jahres – in diesem Jahr hat die westfälische Beharrlichkeit sich ausgezahlt: Während einer feierlichen Abendveranstaltung im Krönungssaal des Aachener Rathauses überreichte Jörg Spindler, Leiter der Audi Sparte Werkzeugbau, den begehrten Pokal im Krönungssaal des Aachener Rathauses vor rund 300 Gästen: Dr. Ralf Gärtner, Bereichsleiter des Werkzeugbaus der Phoenix Contact GmbH & Co. KG, nahm den Preis stellvertretend für die Mitarbeiter des Unternehmens entgegen.

Phoenix Contact: »Global vernetzter Produktionsbefähiger und Vorreiter der Industrie 4.0«

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Werkzeugbau des Jahres 2016: Phoenix Contact GmbH & Co. KG und Jurymitglieder (v.l.n.r.: Prof. Fritz Klocke (Fraunhofer IPT), Markus Heseding (VDMA), Prof. Günther Schuh (WZL), Dr. Heinz Wesch (Phoenix Contact), Frank Zimmer (Phoenix Contact), Dr. Sven Holsten (Phoenix Contact), Sabrina von Hebel (Phoenix Contact), Ralph Appel (VDI), Ferdinand Hasse (Phoenix Contact), Dr. Ralf Gärtner (Leiter Werkzeugbau), Dr. Helmut Ridder (Phoenix Contact), Dr. Christof Bönsch (Komet Group), Prof. Carl-Dieter Wuppermann (CDWIS))

Als Stärken des internen Werkzeugbaus lobte Laudator Jörg Spindler vor allem das definierte Geschäftsmodell, aus dem das Unternehmen neue Kompetenzen und Leistungen ableitet, um den Werkzeugbau als integralen Entwicklungspartner im Gesamtunternehmen zu positionieren. Beeindruckt zeigte sich die Jury auch von der weltweiten Transparenz über alle Projekte auf Tagesbasis, die durch den Einsatz eines Informationssystems sowie digitale Boards zur Auftragsverfolgung und tägliche Gemba-Walks sichergestellt wird. Ergänzend dazu wurde die konsequente Steigerung des Automatisierungsgrads in der Fertigung durch einen zusätzlichen Ausbau verfahrensgemischter Automationszellen positiv bewertet.

Phoenix Contact wurde 1923 als Handelsvertretung für Elektro-Produkte in Essen gegründet und verlagerte seinen Sitz im Jahr 1966 ins westfälische Blomberg bei Detmold. Zur Unternehmensgruppe zählen zwölf Unternehmen sowie rund 50 eigene Vertriebsgesellschaften. Das Produktspektrum umfasst Komponenten und Systemlösungen für die Energieversorgung inklusive Wind- und Solartechnik, den Geräte- und Maschinenbau sowie den Schaltschrankbau. Nicht nur Schrauben, Kunststoff- und Metallteile, sondern auch hochautomatisierte Montagemaschinen, Stanz-Biege- und Spritzgießwerkzeuge fertigt das Unternehmen selbst. Das Leitwerk des globalen Netzwerks zum Bau von Spritzgießwerkzeugen befindet sich am Stammsitz von Phoenix Contact in Blomberg. Es handelt sind um einen industrialisierten Werkzeugbau mit zwei Neuwerkzeugsegmenten und einem Service- und Reparatursegment. Das Produktportfolio umfasst Beratungsdienstleistungen, Prototypen, Kleinserien, Rapid Tools sowie komplexe Mehrkavitäten- und Schnellläuferwerkzeuge.

Auch bester interner Werkzeugbau mit mehr als 50 Mitarbeitern

Neben dem Gesamtsieg gewann Phoenix Contact auch die Auszeichnung in der Kategorie »Interner Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter«. Als weitere Finalisten dieser Kategorie zeichnete die Jury außerdem die Hirschvogel Automotive Group aus Denklingen sowie den Werkzeugbau der ZF Friedrichshafen AG aus Schweinfurt, Gesamtsieger des Jahres 2012 und Finalist im Jahr 2015, mit einer Urkunde aus.

Sieger in der Kategorie »Interner Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter« ist die Harting Applied Technologies GmbH aus Espelkamp

Gewinner in der Kategorie »Interner Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter« ist die Harting Applied Technologies GmbH aus Espelkamp in Ostwestfalen-Lippe. Die Jury würdigte bei Harting vor allem den strukturierten Prozess der Strategieentwicklung und die Definition von Zielen unter Einbindung aller Mitarbeiter. Das Unternehmen setze auf Selbstoptimierung der einzelnen Gruppen bei der Bearbeitung von Fertigungsaufträgen und nutze gezielt Methoden zur kontinuierlichen Verbesse­rung. Ein weiteres großes Plus sei der Einsatz sehr hochwertiger Maschinen und Anlagen in allen Bereichen der Fertigung.

Die Harting Applied Technologies GmbH ist eine eigenständige Gesellschaft innerhalb der Harting Technologiegruppe. Sie entwickelt, konstruiert und fertigt Spritzgießformen, Druckgussformen für Aluminium und Zink sowie Stanz-Biege-Werkzeuge, aber auch Montagesysteme und Sondermaschinen. Der Werkzeugbau erstellt hochpräzise und produktive Formen in Einkomponenten- und Mehrkomponententechnik. Eine Spezialität ist dabei die Herstellung von Spritzgießformen und die Entwicklung der zugehörigen Spritzgießprozesse für die Herstellung von Metall-Kunststoff-Verbundbauteilen. Die Prozesskette im Werkzeugbau umfasst eine eigene Vorentwicklung für neue Fertigungsverfahren und -konzepte sowie eine umfassende und frühzeitige Beratung der Kunden.

Als weiterer Finalist in der Kategorie »Interner Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter« wurde die Festo Polymer GmbH aus St. Ingbert im Saarland ausgezeichnet.

Bester »Externer Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter«: Schülken Form GmbH

Den Sieg in der Kategorie »Externer Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter« geht an die Schülken Form GmbH aus Waltershausen bei Gotha. Die Schülken Form GmbH ist 2015 aus der Ralf Grübel Werkzeugbau GmbH hervorgegangen, einem seit mehr 50 Jahren existierenden Formenbau am Standort Schwarzhausen. Um das eher handwerklich organisierte Unternehmen zu einem wettbewerbsfähigen Werkzeug- und Formenbau weiterzuentwickeln, setzte Geschäftsführer Marco Schülken in einem Zeitraum von nur neun Monaten zahlreiche Veränderungen auf organisatorischer und technologischer Ebene um. Das Unternehmen fertigt heute auf einer Produktionsfläche von rund 1000 m² Spritzgießformen für die Herstellung von Verpackungen, Verschlüssen, Medizinprodukten, Automotiveprodukten sowie Elektro- und Elektronikprodukten. Dabei handelt es sich um Hochpräzisionswerkzeuge, Mehrkomponentenwerkzeuge und Multikavitätenwerkzeuge.

Als Stärken des Werkzeugbaus identifizierte die Jury die Übernahme und strategische Neuausrichtung auf die Medizintechnik- und Verpackungsbranche. Außerdem beeindruckte die Jury der Aufbau einer Automatisierungslinie aus zwei Senkerosionsanlagen, einer Graphitfräsmaschine und einer Messmaschine. Das Unternehmen achtet sehr auf hohe Ergonomie in der Fertigung und Montage und stellt diese durch eine durchgängige Verwendung höhenverstellbarer Montagetische sicher.

Als weitere Teilnehmer haben es die Formenbau Kellermann GmbH aus Postbauer-Heng in der Oberpfalz, die LOTEC Loh GmbH & Co. KG aus Arnsberg im Sauerland sowie die Wunder Formenbau GmbH aus dem oberfränkischen Steinwiesen bis ins Finale geschafft.

Gewinner der Kategorie »Externer Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter« ist die WEBO Werkzeugbau Oberschwaben GmbH

Bester »Externer Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter« wurde die WEBO Werkzeugbau Oberschwaben GmbH aus Amtzell im Allgäu. Die WEBO Werkzeugbau Oberschwaben GmbH ist ein weltweiter Anbieter für umformtechnische Innovationen im Bereich der Antriebstechnik. Das Unternehmen mit prozessbegleitendem Werkzeugbau bietet seinen Kunden ein Portfolio aus Bauteilentwicklung, Prüfstandsversuchen und FEM-Berechnung, Prototypenherstelllung, Prozessentwicklung, Konstruktion, Präzisionsfertigung, Montage und Try-out. Über ein Netzwerk ist WEBO in der Lage, 80 Prozent aller metallischen Bauteile eines Getriebes, die durch Umformverfahren hergestellt werden, zu entwickeln und mit einem Werkzeug abzubilden. Zahlreiche Auszeichnungen für WEBO, darunter auch der Kategorie- und Gesamtsieg im Wettbewerb »Excellence in Production« zum »Werkzeugbau des Jahres 2013«, unterstreichen den Erfolg des jungen Unternehmens.

Die Jury lobte besonders die Gründung und den Aufbau eines so erfolgreichen Werkzeugbaus innerhalb von nur acht Jahren zu einem etablierten Entwicklungspartner der Automobilbranche. Ebenfalls positiv bewertet wurde die hohe Fokussierung auf die Mitarbeiter in Form jährlicher Zielvereinbarungen und eines angemessenen Prämiensystems sowie einer besonderen Unternehmenskultur, die sich durch soziales Engagement, Teambuilding-Events und Feste auszeichnet. Punkten konnte der Werkzeugbau darüber hinaus mit einem durchgängigen Key Account Management durch einen projektbezogenen Vertrieb und das Projektmanagement aus einer Hand.

Weitere Finalisten in dieser Kategorie waren die Fischer GmbH aus Geringswalde in Sachsen sowie die Giebeler GmbH aus Eschenburg bei Gießen.

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT und das Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen ermittelten gemeinsam mit einer fachkundigen Jury die besten Werkzeug- und Formenbau-Betriebe in vier Kategorien auf der Grundlage eines ausführlichen Vergleichs und besuchten diese vor Ort: Die zehn Juroren aus Industrie, Politik und Wissenschaft bestimmten anschließend die zwölf Finalisten, die Kategoriesieger sowie den Gesamtsieger. Insgesamt hatten sich 279 Werkzeug- und Formenbau-Betriebe am Wettbewerb beteiligt. Der Wettbewerb »Excellence in Production« fand in diesem Jahr bereits zum 13. Mal statt. Am Tag nach der Preisverleihung stellten ausgewählte Unternehmen ihre Erfolgsstrategien auf dem 16. Internationalen Kolloquium »Werkzeugbau mit Zukunft« im Aachener Quellenhof vor.

Neue Chance im nächsten Jahr

Auch im kommenden Jahr werden sich die besten Werkzugbau-Unternehmen wieder untereinander messen. Im kommenden Jahr wird der Wettbewerb einen neuen zweiphasigen Modus haben, der den Unternehmen die Teilnahme erleichtern soll. Außerdem wird der Fragebogen weiter fokussiert, um den Aufwand für die Teilnehmern zu reduzieren. Interessenten können sich schon jetzt unter www.excellence-in-production.de detailliert über die Änderungen im Wettbewerb informieren und sich registrieren. Alle Teilnehmer des Wettbewerbs erhalten eine individuelle Auswertung über Ihre Stärken und Verbesserungspotenziale.

Das Kolloquium »Werkzeugbau mit Zukunft« und der Wettbewerb »Excellence in Production« werden von den Unternehmen Hasco Hasenclever GmbH + Co. KG, der Böhler-Uddeholm Deutschland GmbH sowie der WBA Aachener Werkzeugbau Akademie GmbH und dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. unterstützt. In diesem Jahr ist erstmals die Messe »Formnext« neuer Sponsor des Wettbewerbs. Die Messe findet vom 15. bis 18. November 2016 in Frankfurt am Main statt.

Kontakt

www.excellence-in-production.de