Neuer Plattenbandförderer von KNOLL

Das neue Förderband eignet sich durch scharnierfrei verbundenen Platten sowohl für den Späneabtransport, als auch fürs Fördern von Teilen oder Stanzabfällen.

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Das Förderband ist aus scharnierfrei verbundenen Platten aufgebaut. Die Kette übernimmt neben ihrer Aufgabe als Zugmittel auch die Funktion des Plattengelenks.

Seit langem sind Scharnierbandförderer aus der Zerspanung sowie Stanz- und Umformtechnik nicht wegzudenken. Sie transportieren nasse und trockene Späne ebenso wie Schüttgut oder Kleinteile – meist effizient und wirtschaftlich. Doch Kleinstteile aus dünnen Blechen sowie feine, harte Späne oder gar Heißanwendungen, wie Laserschneiden, zeigen den Scharnierbandförderern ihre bauartbedingten Grenzen auf.

Daher hat KNOLL Maschinenbau ein Förderband entwickelt, das besonders robust und servicefreundlich ist und sich für ein deutlich breiteres Anwendungsfeld eignet.

Durchdachte Konstruktion

Der KNOLL Plattenbandförderer unterscheidet sich vom klassischen Scharnierbandförderer durch verschiedene konstruktive Merkmale. Das wichtigste: Die profilierten Platten haben selbst kein geschlossenes Gelenk, das sie miteinander verbindet. Sie stehen nur durch eine Linienberührung in Kontakt, wodurch die Gelenkreibung minimal ausfällt. Dafür übernimmt die Kette – eine Hohlbolzenkette wie beim Scharnierband – neben ihrer Aufgabe als Zugmittel auch die Funktion des Plattengelenks.

Denn mit der Kette sind Konsolen verbunden, die einerseits die Seitenborde bilden und andererseits als Auflage für die Plattenelemente dienen, mit denen sie form- und kraftschlüssig verbunden sind. Im Vergleich zum bisherigen KNOLL Scharnierbandförderer sind die Seitenborde höher und in einer Reihe stehend angeordnet. Eine Labyrinthabdichtung und bei Bedarf oben sowie unten angeordnete Bürstenleisten schützen die Kette vor Verschmutzung.

Der Plattenbandförderer eignet sich durch seinen Aufbau sowohl für den Späneabtransport bei Nass- und Trockenbearbeitung, als auch fürs Fördern von Teilen oder Stanzabfällen.

Die Plattenelemente weisen ein durchgängiges, im sogenannten Rollformverfahren hergestelltes Profil auf. Die erzeugte Kontur dient zum einen einer hohen Biegesteifigkeit. So verkraftet das Plattenband eine Belastung von 100 kg auf 1 m Bandbreite und ist somit ohne zusätzliche Unterstützungskonstruktion begehbar. Zum anderen vermeidet die Kontur der Platten jegliche Spaltbildung gegen die Laufrichtung.

Noch ein weiterer Effekt: Das Profil mit ausgeprägten Plattenmulden erlaubt in Kombination mit den in Reihe stehenden Seitenborden das kontrollierte Transportieren von Kleinteilen. Sie bleiben stets in den Mulden liegen, können sich nicht verklemmen und den Antrieb blockieren.

Schraubverbindungen erleichtern den Plattentausch

Bei der Entwicklung des Plattenbandförderers widmete KNOLL der Servicefreundlichkeit höchste Aufmerksamkeit. Ein wichtiger Beitrag dazu ist die lösbare Verschraubung der Bandplatten. Sie werden mit den Konsolen über Fließformschrauben verbunden. Diese formen sich ihr eigenes Gewinde und bieten durch ihre minimal unrunde Form eine extreme Schraubensicherung, was beim schwingungsbehafteten Betrieb des Plattenbandes von großer Bedeutung ist.

Bei etwaigen Schäden an einzelnen Platten lassen sich diese ohne weitere Umbaumaßnahmen einfach und schnell austauschen. Sollte dabei keine Fließformschraube zur Hand sein, lässt sich eine „normale“ Schraube mit M6-Gewinde verwenden.

Der KNOLL Plattenbandförderer ist modular aufgebaut und auch andere Elemente lassen sich problemlos austauschen. Es besteht sogar die Möglichkeit, bestehende KNOLL Scharnierbandförderer aufs Plattensystem umzubauen, allerdings ohne die neuen Seitenborde und Labyrinthabdichtungen.

Einsatzmöglichkeiten im Detail

Der KNOLL Plattenbandförderer kommt mit seinen durchdachten konstruktiven Details vielen Einsatzfällen entgegen, bei denen der Scharnierbandförderer nicht oder nicht ideal geeignet war. In der Zerspanung beispielsweise werden immer leistungsfähigere Maschinen eingesetzt, die Dreh- und Fräsaufgaben übernehmen und daher unterschiedliche Späne produzieren. Während bisher galt: für lange Späne ein Scharnierband- und für kurze ein Kratzbandförderer, kann der Plattenbandförderer beide Aufgaben erledigen. Denn auch feine, harte Späne machen ihm keine Probleme.

Selbst feine, harte Späne machen keine Probleme. Denn die Seitenborde mit Labyrinthabdeckung schützen das Zugmittel.

Dafür sorgen die neuen Seitenborde, die mit Labyrinthabdeckung etc. den Schutz des Zugmittels gewährleisten. Auch der Umstand, dass keine Schlitze auftreten und aufgrund der Linienberührung keine geschlossenen Gelenke verschmutzen und blockieren können, kommt diesem Einsatz entgegen. Bei Nassbearbeitung lassen sich perforierte Platten einsetzen, so dass das Band quasi als Vorfilter fungiert und (nur) den Kühlschmierstoff passieren lässt.

Auch in der Blechbearbeitung sind die genannten Eigenschaften willkommen. So können selbst Kleinstteile, die aus 0,5 mm dünnem Blech gestanzt, genibbelt oder geschnitten wurden, problemlos gefördert werden, ohne dass ein Verklemmen droht.

Selbst bei Heißanwendungen, wie dem Laserschneiden, bietet der KNOLL Plattenbandförderer deutliche Vorteile. Denn das Gesamtsystem ist unempfindlich gegen Wärmeeintrag, da die Platten sich unabhängig voneinander ausdehnen und wieder schrumpfen können, ohne dass sich das Band verspannt. Aufgrund der Gelenkkonstruktion mit nur einer Linienberührung der Platten ist das System selbst gegen hartnäckige Verschmutzung (z.B. durch Schlacke) unempfindlich.

Bereits in der Praxis bewährt

Dass die Vorteile nicht nur in der Theorie gelten, sondern in der Praxis Bestand haben, beweisen zahlreiche verschiedene Versuchsaufbauten mit Stanz-Nibbel-, Laser-, Dreh- und Fräsmaschinen. Zahlreiche Plattenbandförderer hat KNOLL im Laufe der letzten drei Jahre in Betrieb genommen – bei Kunden und in der eigenen Fertigung, wo es beispielsweise in der Gussbearbeitung zu kurze, abrasive Späne der Entsorgung zuführt. Hier wurden die Seitenborde mit Bürsten kombiniert, und selbst nach mehrwöchiger Laufzeit konnte kein Verschleiß an den Seitenborden festgestellt werden.

KNOLL bringt den Plattenbandförderer zunächst in den Größen P40 und P63 auf den Markt. Die Bezeichnung entspricht der Teilung der Kette. Die Breite des Förderers, sprich die Plattenlänge, kann der Kunde frei wählen.

KNOLL auf der AMB 2016: Halle 6/C38

Kontakt:

www.knoll-mb.de