Präzisionsdrehen in bedienerlosen Schichten

Benzinger präsentiert kompakte Roboterzelle für Drehzentren GoFuture

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Sämtliche Funktionen und Arbeitsbewegungen der Roboterzelle zum Be- und Entladen können an der CNC-Steuerung der Drehzentren programmiert werden

Zur Messe AMB 2016 in Stuttgart vom 13. bis 17. September zeigt Benzinger aus Pforzheim erstmals seine jüngst entwickelte Roboterzelle zum automatisierten Be- und Entladen seiner modular aufgebauten Präzisionsdrehzentren der Baureihe Präzisionsdrehzentren GoFuture. Besonders vorteilhaft ist der besonders kompakte Aufbau. Wie Dieter Wentz, Vertriebsleiter bei Benzinger, hervorhebt, lässt sich die Roboterzelle nahezu vollständig in die Umhausung der Drehmaschinen einfügen. Sie benötigt nur wenig zusätzliche Stellfläche. Dennoch arbeitet sie weitgehend autark und kann flexibel im Wechsel an mehreren Drehzentren GoFuture eingesetzt werden. Neben dem mechanischen Einfügen in die Aufnahmen auf der Maschinenbasis sind dafür lediglich elektrische und pneumatische Steckkupplungen zu verbinden.

In die Roboterzelle sind ein Industrieroboter von Fanuc und eine Palettenstation für Roh- und Fertigteile integriert. Letztere nimmt auf einer Fläche von 300 x 600 mehrere Platten auf. Somit kann ein Präzisionsdrehzentrum GoFuture, je nach Bearbeitungszeit pro Werkstück, über mehrere Stunden ohne Bediener produzieren. Hauptzeitparallel kann ein Bediener aus der Roboterzelle Paletten entnehmen beziehungsweise einsetzen.

Bedienerlos produktiv: Rainer Jehle (l.), Geschäftsführer der Carl Benzinger GmbH in Pforzheim, und Dieter Wentz, Vertriebsleiter, präsentieren das Präzisionsdrehzentrum GoFuture BX mit der kompakten, flexibel an mehreren Maschinen im Wechsel einsetzbaren Roboterzelle
Bedienerlos produktiv: Rainer Jehle (l.), Geschäftsführer der Carl Benzinger GmbH , und Dieter Wentz, Vertriebsleiter, präsentieren das Präzisionsdrehzentrum GoFuture BX mit der kompakten, flexibel an mehreren Maschinen im Wechsel einsetzbaren Roboterzelle

Ein weiterer Vorteil der kompakten Roboterzelle ist, dass trotz der Automatisierung der Zugang zum Arbeitsraum der Drehzentren für einen Bediener uneingeschränkt zugänglich bleibt. Das sorgt für hohe Flexibilität. In raschem Wechsel ohne zeit- und arbeitsaufwendiges Umrüsten der Automatisierung kann ein Bediener einige Einzelteile bearbeiten und das Drehzentrum bedienerlos in mittleren und größeren Serien fertigen. Die Roboterzelle befindet sich neben der Hauptspindel. Durch eine separate Öffnung in der Umhausung greift der Roboter in den Arbeitsraum, um mit seinem Doppelgreifer Rohlinge in das Futter einzulegen sowie fertig bearbeitete Bauteile zu entnehmen.

Als Option gibt es eine Digitalkamera, um Werkstücke und deren Lage in den Paletten zu erfassen. Das ermöglicht dem Roboter den „Griff in die Kiste“, also das zuverlässige Greifen ungeordnet abgelegter Bauteile. Somit entfallen aufwändige teilespezifische Werkstückaufnahmen in der Palette. Die vollständige steuerungstechnische Integration der Roboterzelle sowie der Kamera in die Steuerung Fanuc 31i B5 der Drehzentren vereinfacht und beschleunigt erheblich das Programmieren der kompletten Einheit. Alle Funktionen können am Terminal der Maschinensteuerung vorgegeben werden.

Mit dieser kompakten, flexibel einsetzbaren Roboterzelle erhalten Fertigungsbetriebe in der Medizin- und der Dentaltechnik, in der Uhren- und der Schmuckherstellung, in der Mikro- und der Feinmechanik sowie in der Automotive-Industrie eine ausgereifte Automation. Mit ihr können sie nunmehr auch in bedienerlosen Schichten in der Nacht und an Wochenenden von den Vorteilen der modularen, kompakten und hochgenauen Präzisionsdrehzentren GoFuture profitieren.

Der Roboter greift durch eine separate Öffnung in den Arbeitsraum und erhält somit die volle Zugänglichkeit für das Bedienpersonal
Der Roboter greift durch eine separate Öffnung in den Arbeitsraum und erhält somit die volle Zugänglichkeit für das Bedienpersonal

In der Variante BX bieten diese eine 5-Achs-Bearbeitung. Dazu sind sie mit einer HSC-Fräseinheit ausgestattet, die sich auf einem NC-Rundtisch befindet. Dessen Schwenkbereich von -3° bis +93° in Verbindung mit der Y-Achse ermöglicht Werkstücke rundum fünfachsig zu bearbeiten. Die Frässpindel dreht bis 36000 min-1 schnell und nimmt in einer Aufnahme HSK32 Werkzeuge bis 10 mm Durchmesser auf. Letztere wechselt die Fräseinheit automatisch aus einem Scheibenmagazin, das über 12 Plätze für bis zu 60 mm lange Werkzeuge verfügt.

Ein Vorteil der aktuellen Variante BX der Drehzentren GoFuture sind die niedrigen Investitionskosten. Diese ergeben sich aus dem bei Benzinger durchgängigen modularen Aufbau der bewährten Präzisionsdrehzentren.

Carl Benzinger GmbH auf der AMB 2016 in Halle 3 Stand B71.

Kontakt:

www.benzinger.de