Klein, schlank und sehr ehrgeizig

Die metallmanufaktur GmbH in Kooperation mit dem regionalen Haas Factory Outlet (HFO) Katzenmeier

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Zu den auf der UMC-750 produzierten Teilen gehören Chargen von je 200 Stück für die industrielle Messtechnik und ähnliche Mengen für Müllfahrzeuge. Die Teile werden alle automatisch geladen und größtenteils auf der 5-Achsen-Maschine von Haas in einer Aufspannung bearbeitet.

Im Jahr 2013 hat sich Jochen Schumacher seinen Traum von der Selbständigkeit erfüllt und in Orsingen-Nenzingen, 130 Kilometer südlich von Stuttgart, dicht an der Schweizer Grenze, die metallmanufaktur GmbH gegründet. Obwohl es sicherlich kein perfekter Standort für eine CNC-Fertigung war, ist es dem Unternehmen gelungen, als zuverlässiger, schneller und kostengünstiger Zulieferer regional und überregional, eine lukrative Nische zu füllen.

Die bei der metallmanufaktur GmbH installierten Haas Bearbeitungszentren sind alle identisch konfiguriert, sodass die Umrüstzeiten im Durchschnitt bei nur 5 bis 10 Minuten liegen. Das Bild zeigt den Mitgründer des Unternehmens, Ramon Zejnic.
Die bei der metallmanufaktur GmbH installierten Haas Bearbeitungszentren sind alle identisch konfiguriert, sodass die Umrüstzeiten im Durchschnitt bei nur 5 bis 10 Minuten liegen.

„Wir begannen 2013 mit einem vertikalen CNC-Bearbeitungszentrum VF-2SS Super-Speed und einem universellen 5-Achsen-Bearbeitungszentrum UMC-750 von Haas“, erläutert Schumacher. Von Haas hatte er erstmals gehört, als er noch Leiter der mechanischen Fertigung bei Leica Biosystems, einem unweit von Heidelberg ansässigen Spezialisten für Medizintechnik, war.

„Obgleich ich während meiner Zeit bei Leica und danach als Fertigungsleiter am Bodensee nie die Gelegenheit hatte, Haas Maschinen zu kaufen, war mir klar, dass, sollte ich jemals ein eigenes Unternehmen gründen, ich auf die Maschinen von Haas setzen würde.“

Zu Beginn musste Schumacher potenzielle Kunden noch per Kaltakquise finden, um die ersten Aufträge zu gewinnen. Damals hatte er im Internet und bei Ausstellern von Fachmessen gesucht, deren Produkte und Teile ihm für seine Fertigungsmöglichkeiten zu passen schienen. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Heute kommen die Kunden von selbst zu ihm, zumeist über Empfehlungen anderer Kunden. Fast jede Woche werden es mehr Kontakte, so dass sich die metallmanufaktur GmbH auf ein benachbartes Gebäude erweitert hat.

Jochen Schumacher ist Mitgründer der metallmanufaktur GmbH..
Jochen Schumacher ist Mitgründer der metallmanufaktur GmbH.

Anfang 2015 konnte das Unternehmen eine Kooperation mit dem regionalen Haas Factory Outlet (HFO) Katzenmeier starten und einen Ausstellungsraum eröffnen.

„Es gab südlich von Stuttgart keine Möglichkeit, die Leistungsmerkmale der Haas Maschinen vorzuführen“, sagt Schumacher. „Nach Gesprächen mit Bernd Katzenmeier, Direktor des Haas Factory Outlet Süddeutschland, und Jens Thing, Geschäftsführer von Haas Automation Europe, war man der Meinung, dass hier ein guter Standort wäre. Bei der feierlichen Eröffnung des Ausstellungsraums Mitte des Jahres konnten wir etwa 220 Gäste, Stammkunden von Haas sowie Interessenten, begrüßen. Natürlich ist das für uns von Vorteil, wenn so viele Fertigungsunternehmen hierher kommen und sich bei uns die Maschinen von Haas ansehen. Das ist eine großartige Gelegenheit Netzwerke aufzubauen!“

Kurz vor der feierlichen Eröffnung hatte die metallmanufaktur GmbH im März 2015 ein zweites universelles 5-Achsen-Bearbeitungszentrum UMC-750 von Haas erworben, das zudem mit einem automatischen Beladesystem ausgestattet ist.

Das Team.
Das Team.

„Wir suchten eine Maschine, die den ganzen Tag, über Nacht oder an Wochenenden unbeaufsichtigt laufen konnte. In dieser Region ist es schwer, einen gut ausgebildeten und qualifizierten Maschinenbediener zu finden“, meint Schumacher.

Auf dieser Maschinen werden hauptsächlich Bauteile für die industrielle Messtechnik, die Medizintechnik und zum Beispiel auch Bauteile für Müllfahrzeuge in Stückzahlen zwischen 20 und 200 Stück gefertigt. Die Teile werden alle automatisch beladen und auf der 5-Achsen-Maschine von Haas in meist einer Aufspannung bearbeitet. Wenn ein Teil fertig ist, öffnet sich die Tür, der Roboterarm greift in den Maschinenraum und hebt das Teil aus dem Spannturm. Anschließend dreht sich die Greifvorrichtung um 180° und legt einen neuen Rohling ein. Die Span-zu-Span-Zeit beträgt nur etwa 30 Sekunden.

Nullpunkt-Spannsystem
Nullpunkt-Spannsystem.

In dem regionalen HFO-Ausstellungsraum der metallmanufaktur GmbH stehen mehrere Demo-Maschinen, darunter eine Haas Super Mini Mill und ein CNC-Drehzentrum ST-20Y mit Y-Achse.

Obwohl das Unternehmen zurzeit alle Dreharbeiten extern vergibt, plant es, diese einmal selbst auszuführen. Aktuell konzentriert man sich jedoch auf prismatische Bauteile, die aus den verschiedensten Metallen und Kunststoffen gefertigt werden. So werden etwa 180 Komponenten aus verschiedenen Materialien für ein spezielles Intensivtransportsystem zum Transport übergewichtiger Patienten gefertigt.

Auch das vertikale CNC-Bearbeitungszentrum Haas VF-2SS Super-Speed spielt eine wichtige Rolle. Die Spindel mit einer Drehzahl von 12.000 min-1 und die schnellen Eilgänge sorgen dafür, dass das Unternehmen bei allen Auftragsarten wettbewerbsfähig bleibt. So wurde die VF-2SS Anfang 2015 genutzt, um eine Reihe von 30.000 relativ einfachen Teilen mit einer großen Anzahl von Bohrungen zu fertigen.

Für komplexere Arbeiten wird auf eine der 5-Achsen-Maschinen UMC-750 zurückgegriffen. Ein Beispiel sind Chargen aus jeweils 60 Aluminiumgehäuseteilen für einen deutschen Hersteller von Werkzeughalterungen und Spannsystemen. Die aus Zuschnitten nach engen Toleranzen gefertigten Komponenten benötigen eine Bearbeitungszeit von etwa 3,5 Stunden pro Stück.

Arbeitsraum der UMC-750
Arbeitsraum der UMC-750.

Um die Auftragsplanung und Programmierung zu vereinfachen, sind die Haas Bearbeitungszentren in der metallmanufaktur GmbH mit einem Nullpunkt-Spannsystem und einem an jeder Maschine identischen Werkzeugsortiment ausgestattet. Im Durchschnitt liegen die Rüstzeiten bei nur 5 bis 10 Minuten, wobei die Teile zwischen den einzelnen Maschinen problemlos auswechselbar sind.

„In dem Augenblick, indem ich die Maschinen unterschiedlich konfiguriere, verliere ich an Flexibilität“, betont Schumacher. „Aus Sicht der Prozesssteuerung und der Maschinen ist unser Betriebsablauf jetzt nahezu perfekt. Das ist wichtig, weil wir, abgesehen vom Preis und den Lieferfristen, den Kunden zeigen müssen, dass wir für alle Branchen das beste Angebot haben. Und dieses Angebot basiert auf der Technologie von Haas. Nur weil wir klein sind, heißt das nicht, dass wir nicht mit den Mitbewerbern mithalten können. Wir sind so schlank und wettbewerbsfähig, wie andere auch.“

Kontakt:

www.haascnc.com
www.metallmanufaktur.info