Neues GTC-Format erweitert ISO 13399

NTB, Siemens, Sandvik Coromant, Iscar und Kennametal machen GTC-Datenaustauschformat allgemein nutzbar

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Das Institut für Ingenieurinformatik (INF) der NTB Interstaatlichen Hochschule für Technik Buchs hat unter www.gtc-tools.com eine neue Webseite veröffentlicht, die Informationen zum Generic Tool Catalog (GTC)-Datenaustauschformat bereitstellt. Das Format wurde von den namhaften Zerspanungssoft- und -hardware-Herstellern Siemens PLM Software, Sandvik Coromant, Iscar und Kennametal entwickelt. Mit dem GTC-Format, das das führende Werkzeugdatenformat ISO 13399 erweitert, erhalten alle Werkzeughersteller und Anwendungsentwickler die Möglichkeit, Werkzeugdaten noch einfacher und präziser zu teilen und zu nutzen.

GTC ermöglicht den direkten Austausch zwischen Werkzeughersteller und der Anwendung, sprich ohne dazwischengeschaltetes Unternehmen. Derzeit werden schon bei führenden Fertigungsunternehmen Werkzeugkataloge im GTC-Format, unter anderem von Sandvik Coromant, Iscar und Kennametal, eingesetzt.

Der Zugriff auf vollständige, zuverlässige und umfassende Werkzeugdaten war für Nutzer von CAM- und PLM-Software lange Zeit ein Problem. Erst durch die von der Internationalen Organisation für Normung eingeführte ISO 13399 wurde eine einheitliche Sprache für industrielle Produktdaten festgelegt. Darüber hinaus gab es einen Bedarf nach weiteren Informationen, etwa nach Werkzeugklassifizierung und Bildern. Diese Informationen können nun mit dem GTC-Format bereitgestellt werden.

Die von Siemens PLM entwickelte Manufacturing Resource Library (MRL) ist Teil des Teamcenter Programmpakets, das der Datenklassifizierung sowie dem Datenmanagement von Fertigungsressourcen dient. MRL kann Kataloge im GTC-Format importieren. Dies ermöglicht die Nutzung von Werkzeugdaten und 3D-Modellen zur Erstellung von Werkzeugen, die zur Dokumentation direkt in der Siemens NXTM Software bzw. zur Erstellung und Simulation von Werkzeugwegen in NX CAM verwendet werden können.

„Die neue Webseite stellt Informationen über GTC einfach und für jeden zur Verfügung“, erläutert Marcel Keinan, Director of Product Management bei Siemens PLM Software. „Wir haben uns vollständig auf GTC festgelegt. Es bestimmt ein Standardformat für Anwendungsentwickler und vermeidet so die Erstellung von Schnittstellen für die verschiedenen Werkzeughersteller und Anwendungen.“

Sandvik Coromant ist einer der Begründer der ISO 13399 und bietet Werkzeugkataloge im GTC-Standardformat. Auch Adveon, eine von Sandvik Coromant entwickelte Werkzeugbibliothek, unterstützt GTC. Adveon hat eine Vielzahl von Schnittstellen zu verschiedenen CAM-Systemen.

„Der GTC-Standard ist ein wichtiger Schritt für die Kommunikation, die in der gegenwärtigen und der zukünftigen digitalen Fertigungsumgebung im Sinne von Industrie 4.0 benötigt wird“, erklärt Per Nilsson, Senior Manager Intelligent and Digital Machining bei Sandvik Coromant.

Kennametal ist überzeugt, dass Kunden in der von ihnen genutzten Software Zugang zu den Werkzeugdaten haben sollten. Deshalb stellt das Unternehmen, um im Konstruktions- und Fertigungsprozess auf wichtige Werkzeuginformationen zugreifen zu können, Produktkataloge im GTC-Format bereit. Kennametal setzt für seine Werkzeugberater und Management-Anwendungen auf NOVO, das die Erstellung von GTC-Katalogen sowie deren Import in die Siemens Software unterstützen wird.

„Bei Kennametal glauben wir an die Zukunft der digitalen Fertigung. Partnerschaften mit Unternehmen wie Siemens sind entscheidend für die erfolgreiche Verbesserung von Arbeitsweisen. Das Weitervorankommen mit GTC hilft der Fertigungsbranche bei der Integration von Kennametal Werkzeuginformationen in durchgängige Produktentwicklungsprozesse“, so Fred Patterson, Vice President of Product Engineering und Gründungsmitglied der ISO 13399.

Kontakt:

www.gtc-tools.com