Flexible Fas-Lösung mit vielen Vorteilen

Mit dem Xtra•tec D4580 bringt Walter ein Werkzeug auf den Markt, das Bohren und Fasen vereint und flexibel einsetzbar ist. In den vollvernickelten Werkzeugkörper lassen sich Standardbohrer mit unterschiedlichen Durchmessern und variabler Bohrtiefe einsetzen. Die Fas-Schneiden können – je nach Bohrdurchmesser –über eine Verstellschraube justiert werden.

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Das hartvernickelte Faswerkzeug Walter Xtra•tec D4580 nimmt Vollhartmetall-Bohrer zwischen 4 und 16 mm auf. Die Position der Fas-Schneiden lässt sich einfach verstellen und exakt an den Bohrdurchmesser anpassen.

Nicht wenige Bohrungen benötigen neben dem eigentlichen Loch eine Fase oder müssen auf andere Art entgratet werden. Ein typisches Beispiel sind vorbereitete Innengewinde: Bei ihnen verhindert die Fase das Herausdrücken der ersten Gewindegänge. Auch an Bolzen- und Nietlöchern werden häufig Fasen angebracht. Hier vereinfachen sie das Einführen weiterer Bauteile in die vorbereiteten Bohrungen. Für den Zerspaner bedeutet dies: Zwei Bearbeitungsschritte müssen durchgeführt werden! Erst das Loch aus dem Vollen bohren. Anschließend am Rand der Bohrung die Fase schneiden. Das kostet Zeit und er braucht ein zusätzliches Werkzeug.

Die gängigste Alternative zur „Zwei-Werkzeug-Lösung“ war bisher, beide Operationen in einem Sonderwerkzeug zu kombinieren: bestehend aus einem Stufenbohrer mit festem Durchmesser sowie starrer Bohr- und Fas-Tiefe. Das spart Bearbeitungszeit, hat aber einen entscheidenden Nachteil: Die Lösung ist ausgesprochen unflexibel! Denn der Sonderbohrer lässt sich nur für genau die Bearbeitungssituation verwenden, für die er definiert und gefertigt wurde. Will der Anwender gefaste Löcher mit einem anderen Durchmesser herstellen oder das Material wechseln, muss er ein neues Sonderwerkzeug bestellen. Dies wiederum ist zeitaufwändig. Denn mehrere Wochen Lieferzeit sind bei Sonderausführungen keine Seltenheit. Zudem entstehen mit jedem neuen Lochdurchmesser zusätzliche Werkzeugkosten. Zwei entscheidende Nachteile, weshalb viele Anwender dann doch zur „Zwei-Werkzeug-Lösung“ greifen.

Standardmäßig variabel Bohren

Sonderwerkzeug oder zwei Werkzeuge? Mit der neuen Fas-Lösung von Walter stellt sich diese Frage nicht mehr. Denn Xtra•tec D4580 kombiniert die Vorteile eines integrierten Stufen- und Fasbohrers mit der Flexibilität von Standardbohrern: In den Werkzeugkörper lassen sich genormte Vollhartmetall-Bohrer in beliebigen Durchmessern zwischen 4 und 16 mm einsetzen. Manvinder Singh Saini, Produktmanager Indexable Drills bei der Walter AG, erklärt das Prinzip so: „Ein Anwender möchte heute zum Beispiel ein Loch mit 10 mm Durchmesser und einer Fase von 1 x 45° bohren und besitzt dafür bereits ein Sonderwerkzeug. Morgen will er jedoch ein Loch mit 12 mm Durchmesser und derselben Fase bohren. Normalerweise bräuchte er dafür ein weiteres Sonderwerkzeug. Dies gilt aber nicht, wenn er unsere neue flexible Fas-Lösung einsetzen kann: Denn dann braucht er den 10 mm-Bohrer nur mit einigen wenigen Handgriffen gegen einen Standardbohrer mit 12 mm auszutauschen.“ Und: Nicht nur der Durchmesser, auch der Bohrertyp lässt sich problemlos variieren. Fazit: Mit einem einzigen Werkzeugkörper bearbeitet der Anwender unterschiedliche Durchmesser und praktisch jedes Material.
Auch die gewünschte Bohrtiefe ist variabel einstellbar. Einfach, indem der jeweilige Bohrer mehr oder weniger tief in den Spannzangenschaft des Xtra•tec D4580 eingeführt wird. Endgültig fixiert wird der Bohrer erst in der Werkzeugaufnahme der Maschine: Das Faswerkzeug wird dazu wie eine Zwischenbüchse in ein Hydrodehn- oder Kraftspannfutter eingesetzt. Beim Spannen des Futters wird der geschlitzte hintere Teil des Xtra•tec D4580 von allen Seiten zusammengedrückt. Dies fixiert den Bohrer und dichtet ihn gleichzeitig kühlmitteldicht ab. Dadurch können sowohl Bohrer mit als auch ohne Innenkühlung gleichermaßen gut eingesetzt werden. Auf die Lebensdauer hat die Entscheidung für Nass- oder Trockenbearbeitung keinen Einfluss! Wie alle Xtra•tec-Werkzeugkörper ist auch der D4580 hartvernickelt und zuverlässig geschützt gegen Rost und Verschleiß.

Flexibel fasen, einfach handhaben

Mit dem Xtra•tec D4580 bringt Walter ein Werkzeug auf den Markt, das Bohren und Fasen vereint und flexibel einsetzbar ist.
Mit dem Xtra•tec D4580 bringt Walter ein Werkzeug auf den Markt, das Bohren und Fasen vereint und flexibel einsetzbar ist.

Variabel Bohren ist eine Sache. Seine großen Effizienz erzielt Xtra•tec D4580 jedoch auch und vor allem durch die integrierte zweite Operation: Zwei sicher verankerte zweischneidige Universal-Wendeschneidplatten bringen bis zu einer maximalen Breite von 2,8 mm x 45° die Fase ein. Die neu entwickelte Multilayer-Sorte WXP30 sorgt dabei für höhere Standzeiten und ist besonders verschleißfest. Gleiches gilt für den hartvernickelten Werkzeugkörper. Neben der Qualität besticht die neue Fas-Lösung durch Flexibilität: „Der Verstell-Mechanismus, mit dem die Fas-Schneide an den jeweiligen Bohrdurchmesser angepasst wird, ist extrem einfach konstruiert. Denn er besteht aus lediglich zwei mechanischen Komponenten.“, betont Produktmanager Singh Saini. „Mit einem üblichen Sechskantschlüssel kann der Anwender durch wenige Umdrehungen der Verstellschraube die Wendeschneidplatten so einstellen, dass beide Schneiden direkt am eingewechselten Bohrer anliegen. Ein komplizierter aufgebauter Mechanismus wäre nicht nur unpraktischer zu handhaben, sondern auch deutlich anfälliger. Das Einfache ist in diesem Fall auch das Gute – vor allem in Bezug auf die Benutzerfreundlichkeit.“

Überzeugende Ergebnisse im Test

Xtra•tec D4580 vereinfacht Bohr/Fas-Operationen und macht sie schlanker. Doch wie sieht es mit der Performance aus? „Wir haben das Werkzeug im Labor getestet – und die Ergebnisse waren fantastisch.“, berichtet Manvinder Singh Saini. Im Versuch trat das neue Walter Fas-Werkzeug gegen die „Zwei-Werkzeug-Lösung“ eines Wettbewerbers an. Das Szenario umfasste je 10 Bohrungen in Stahl 42CrMo4 mit einem Durchmesser von 8,5 mm sowie einer Bohrtiefe von 20 mm. In diese wurde eine Fase von 1 x 45° eingebracht. Zweimal pro Bauteil kamen die Werkzeuge dabei zum Einsatz. „Wir haben uns für unseren Labortest an den üblichen Werten orientiert, die im realen Produktionsalltag auch bei unseren Kunden anzutreffen sind“, so Singh Saini.
Die Ergebnisse waren deutlich: Verglichen mit der Kombination aus Bohrer und Kegelsenker des Wettbewerbs konnte Walter mit Xtra•tec D4580 die Bearbeitungszeit für die benötigten Bohrungen mit Fase um satte 30 Prozent reduzieren! Ähnliche Ergebnisse ergaben sich bei den angesetzten Maschinenkosten: Auch die wurden um rund 30 Prozent reduziert.

Effizient Kosten sparen, flexibel reagieren

Nicht nur die um 30 Prozent beschleunigte Bearbeitung mit Xtra•tec D4580 spart Kosten, auch seine flexible und universelle Einsetzbarkeit: Um von einem zum anderen Bohrdurchmesser oder Material umzustellen, muss der Anwender nichts weiter tun, als den aktuell in den Spannzangenschaft eingewechselten Standardbohrer auszutauschen. Wo er bisher für wechselnde Anwendungen, wie sie im Allgemeinen Maschinenbau häufig vorkommen, die entsprechende Anzahl teurer Sonderwerkzeuge benötigte, kann er mit der Walter Fas-Lösung sowie schnell lieferbaren Standardbohrern jetzt innerhalb kürzester Zeit auf eine große Bandbreite von Bearbeitungssituationen flexibel reagieren. Auch ein verschlissenes Bohrwerkzeug, das häufig gewechselt werden muss wie zum Beispiel in der laufenden Massen- und Serienproduktion der Automobilindustrie, lässt sich jetzt mit wenigen Handgriffen durch einen unverbrauchten Standardbohrer ersetzen. Im Gegensatz dazu müssten integrierte Stufen- und Fasbohrer als Sonderausführung nach Erreichen der Standzeit zum Reconditioning an den Hersteller zurückgeschickt werden. Mit den üblichen Folgen: Wartezeit für den Anwender, zeitweiser Verzicht auf das Werkzeug oder eine entsprechende Anzahl passender Stufenbohrer in teurer Lagerhaltung. Das Xtra•tec D4580 ersetzt diese Sonderwerkzeuge – und das ohne Einschränkungen in der Produktion. Im Gegenteil: Weil der Anwender sein bestehendes Werkzeug-Portfolio – etwa ein vorhandenes System zum Auf- und Feinbohren – weiternutzen kann, vervielfacht er seine Bearbeitungsmöglichkeiten. „Unsere neue flexible Fas-Lösung kombiniert gleich mehrere Vorteile, die sich auf einen gemeinsam Nenner bringen lassen“, so Produktmanager Manvinder Singh Saini, „die Effizienz steigern – und gleichzeitig Kosten sparen.“

Kontakt:

www.walter-tools.com