Mit 116 Jahren so fit wie nie

HSS/HSCO-Bohrwerkzeuge von Gühring

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Hartmetall oder HSS? Die Kompetenzen der Schneidstoffe sind klar verteilt – und Hartmetall als Schneidstoff für Bohrwerkzeuge hat längst nicht alle Anwendungsgebiete für sich entscheiden können. Insbesondere bei der Klein- und Mittelserienfertigung, bei instabilen Bearbeitungsverhältnissen und immer dann wenn Zähigkeit gefordert wird, setzen Anwender nach wie vor auf Bohrwerkzeuge aus Schnellarbeitsstahl (HSS/HSCO).

Mit einer weiten
Programmbreite und einer hohen Fertigungstiefe sucht der Produktbereich
HSS/HSCO-Bohrwerkzeuge von Gühring weltweit seinesgleichen

Gühring bietet ein breit gefächertes Produktprogramm von sowohl Standardwerkzeugen als auch Sonderwerkzeugen im Bereich der HSS/HSCO-Bohrwerkzeuge an. Beispiele dieses breiten Standard-Produktprogramms sind:

• Kleinstbohrer ab Durchmesser ≥ 0,05 mm, die zum Beispiel in der Automobilindustrie zur Bearbeitung von Einspritzdüsen, Injektoren, Pumpen, Hydrauliksystemen oder bei Entlüftungsbohrungen in der Reifenherstellung zum Einsatz kommen. Diese Kleinstbohrer finden außerdem Anwendung in der Medizintechnik, zum Beispiel für Antriebswellen in der Dentaltechnik oder für Papierwalzenbohrungen in der Papierindustrie. Alle Bereiche der Feinmechanik und die Bearbeitung von Miniaturpräzisionsteilen, zum Beispiel in der Uhren- und Schmuckindustrie, sind weitere beispielhafte Anwendungsgebiete.

• Bohrer mit Morsekegelschaft bis Ø 98,42 mm gehören ebenfalls zu Gührings Standard-Produktpalette und sind im Großmotorenbau, vor allem im Schiffsbau, unverzichtbar.

• Extra lange Bohrwerkzeuge als Standard mit einer Spannutlänge von 850 mm und einer Gesamtlänge von 1000 mm bei einem Durchmesser von 10 mm werden beispielsweise im Formen-, Werkzeug- und Gesenkbau eingesetzt.

• HSS-Bohrwerkzeuge mit Innenkühlung sowohl mit zylindrischen Schäften als auch mit Morsekegelschäften, zum Beispiel für die Bearbeitung von Stahlbauträgern.

Des Weiteren sind noch Spiralbohrer nach allen gängigen Normen, Zentrierbohrer, NC-Anbohrer, Mehrfasenstufenbohrer und Aufbohrer im Standardprogramm enthalten.

Diese Produktvielfalt gilt neben dem Standardprogramm insbesondere auch für den Bereich der Sonderwerkzeuge. Hier kann Gühring zum Beispiel Bohrwerkzeuge mit einem Durchmesser von bis zu 115 mm fertigen. Die verschiedenen Ausführungen der HSS/HSCO-Sonderbohrer sind nahezu unbegrenzt.

Kein Flug ohne HSS: In der Luftfahrt Status Quo

Bohrwerkzeuge aus HSS/HSCO werden aufgrund ihrer Eigenschaften unter anderem bei Maschinenverhältnissen mit begrenzter Leistung, das heißt mit begrenzten Drehzahlen zum Beispiel bei Mehrspindelautomaten eingesetzt. Auch bei Maschinen mit instabilen Bearbeitungsverhältnissen wie beispielsweise bei Ständer- oder Handbohrmaschinen kommen sie zum Einsatz und sind z.B. bei Nietlochbohrungen in der Luftfahrtindustrie nach wie vor unverzichtbar. Ihre höhere Zähigkeit gegenüber Hartmetallwerkzeugen und die damit einhergehenden Werkzeugeigenschaften wie zum Beispiel die Fähigkeit zur Verformung bei der Einwirkung von Querkräften, sorgen für eine hohe Prozesssicherheit ohne Werkzeugbruch.

Schwierige Aufspannung: Problemlöser HSS/HSCO

Auch bei Bearbeitungssituationen mit schwierigen Aufspannverhältnissen der Bauteile oder z.B. bei der Bearbeitung von dünnen Bauteilen oder Blechen, bei denen allgemein die Gefahr zum Durchbiegen oder zur Vibration der Bauteile besteht, sind HSS-Werkzeuge den Hartmetallwerkzeugen vorzuziehen. HSS/HSCO-Werkzeuge können die hierbei auftretenden Belastungen wie zum Beispiel Querkräfte besser kompensieren und bieten dadurch eine hohe Prozesssicherheit. Natürlich sind HSS/HSCO-Werkzeuge auch in der Fertigung von kleinen oder mittleren Losgrößen gefragt, da sie dort hohe Qualität zu einem optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Jahrelanges Know-how für eine hohe Fertigungstiefe und gebündelte Kompetenzen

Gühring wurde mit Spiralbohrern groß und blickt daher seit Firmengründung im Jahr 1898 auf ein enormes 116-jähriges Know-how in der Herstellung von HSS/HSCO-Werkzeugen zurück. Diese jahrzehntelange Kernkompetenz ermöglicht auch die hohe Fertigungstiefe, die bei Gühring angesiedelt ist. Schnellarbeitsstahlbohrer fertigt Gühring aus hochwertigen, sorgfältig ausgewählten Stahlsorten. Je nach Einsatzfall der Bohrwerkzeuge kann entweder konventioneller HSS als Schneidstoff verwendet werden oder aber höherlegierte HSCO-Sorten oder pulvermetallurgisch hergestellte Stähle (HSS-E-PM). Wolfram und Molybdän als Legierungselemente erhöhen dabei die Anlassbeständigkeit und die Verschleißfestigkeit des Schneidstoffes. Kobalt steigert zudem beispielsweise die Warmhärte. So eignen sich Schnellarbeitsstahlbohrer aus HSCO beispielsweise bei hohen Schnitttemperaturen oder bei ungünstiger Kühlung.

Durch die hauseigene Härterei können die wichtigsten Schneidstoffeigenschaften wie Härte und Zähigkeit optimal für die einzelnen Werkzeuge und Abmessungen beeinflusst und eingestellt werden. Über ein Dutzend verschiedener Härtegruppen sind in Werksnormen definiert und bestimmen die Härtetemperaturen und -zeiten sowie den Anlassvorgang je nach Schneidstoff (HSS oder HSCO oder HSS-E-PM), Werkzeugart und Durchmesser. Die HSS/HSCO-Bohrwerkzeuge werden auf eigenentwickelten und eigengebauten Schleifmaschinen fertiggestellt. Diese Maschinen bieten die notwendige Präzision, Schnelligkeit und Flexibilität, um Kundenwünsche optimal umzusetzen und die Geometrie der Bohrwerkzeuge direkt zu beeinflussen.

Die abschließende Oberflächenbehandlung, wie die Veredelung durch Beschichten, das Nitrieren oder Dampfanlassen zur Verbesserung der Verschleißeigenschaften der Bohrwerkzeuge findet im Unternehmen, teilweise ebenfalls auf eigenentwickelten Anlagen, statt. Neben blanken Werkzeugen und beschichteten Werkzeugen mit erhöhter Verschleißfestigkeit kommen bei speziellen Einsatzfällen Werkzeuge mit weiteren Oberflächenveredelungen zum Einsatz. Fasennitrierte HSS/HSCO-Bohrer sind zum Beispiel für die Bearbeitung von Grauguss, Al mit hohem Si-Gehalt oder Stählen mit hohem Perlitgehalt empfehlenswert. Dampfbehandelte Werkzeuge können Kaltverschweißungen, wie sie beispielsweise bei der Bearbeitung von kohlenstoffarmen Stählen auftreten, vermeiden.

Kontakt:

www.guehring.de