Der neue Hochvorschubfräser brachte den Durchbruch

Heck+Becker hat die Bearbeitung ihrer Bauteile vor dem Härten komplett auf den Hochvorschubfräser „HighQuad F“ von Ingersoll umgestellt und die Bearbeitungskapazität verdoppelt.

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Das mittelständische Unternehmen Heck+Becker hat eine lange Tradition in der Herstellung von Druckgussformen für den Automobilbereich. Im Jahre 2011 konnte man das 75-jährige Firmenjubiläum begehen. Auch zu diesem Anlass waren die ca. 160 Mitarbeiter voll mit einbezogen. Diese Denkweise der Einbeziehung der Mitarbeiter in den täglichen Arbeitsablauf ist eine der grundlegenden Firmenphilosophien bei Heck+Becker und spiegelt sich in dem Leitsatz „Das Können und die Leistungsbereitschaft unserer Mitarbeiter ist der Garant für unsere Spitzenqualität“ wider. Konsequenterweise wird dieser Anspruch durch eine entsprechende Personalpolitik und betriebsinterner Ausbildung bis hin zum berufsbegleitenden Studium verfolgt.

Der Einsatz der neuen Hochvorschubfräser wird geplant von Herrn Achim Klein (Fertigungssteuerung Heck+Becker), Herrn Jürgen Kohlberger (Beratung und Vertrieb Ingersoll) und Herrn Ralf Fett (Produktionsleiter Heck+Becker), vlnr.

Um den hohen Anforderungen der Kunden in der Automobil- und Zuliefererindustrie gerecht zu werden, hat man zudem die gesamte Firmenpolitik auf die Bedürfnisse der „Automobilisten“ ausgerichtet. Ein engpassorientiertes Managementsystem berücksichtigt die von den Kunden geforderten Normen und erlaubt kurze Reaktionszeiten und hohe Flexibilität.
Im eigenen Druckguss-Technologie-Center werden die Formen auf einer 3.200 Tonnen Gießanlage erprobt und optimiert. Das Unternehmen bietet zwischenzeitlich ein großes Leistungsspektrum an: Von der Bemusterung bis zur Prototypenproduktion, von Powertrain über große Strukturteile bis zur Erprobung neuester Technologien sowie Prozessoptimierung.

Um diesem hohen wirtschaftlichen und qualitativen Anspruch gerecht zu werden, ist die Produktionsleitung bei Heck+Becker stets auf der Suche nach der optimalen Fertigungstechnologie.
„Unsere klare Entscheidung, mit der Zeit zu gehen, erfordert Arbeitsabläufe zu hinterfragen und Arbeitsschritte neu auszurichten,“ erläutert Herr Ralf Fett, Produktionsleiter bei Heck+Becker, die Zielsetzung.
Im Jahre 2013 hatte man sich die Aufgabe gestellt:
„Wie können wir Spanvolumen von der zeitaufwändigen Hartbearbeitung auf HSC-Maschinen wegholen ?“
Mit dieser Fragestellung reiste eine kleine Gruppe aus Produktionsleitung und Planung zur EMO in Hannover. Eines der Ziele war der Messestand von Ingersoll, denn mit diesem Werkzeughersteller hatte man bei Optimierungsprojekten in der Vergangenheit schon sehr gute Erfahrung gemacht.
Als Beispiel war es gemeinsam gelungen, das kostenintensive Schneiden von Gewinde in Handarbeit bei der Montage zu eliminieren und durch präzises und schnelles Gewindefräsen bei der CNC-Bearbeitung zu ersetzen.

HiQuad F Hochvorschubfräser vorgestellt auf der EMO 2013

Einsatz der neuen Hochvorschubfräser bei der Schruppzerspanung einer Druckgussform.

Der auf der EMO in Hannover vorgestellte neue Hochvorschubfräser von Ingersoll weckte direkt das Interesse der Fertigungsspezialisten von Heck+Becker.
Das Werkzeug ist ausgelegt für die Schruppzerspanung von 2 mm bis 3 mm maximalen Aufmaß (je nach Wendeschneidplattenabmessung) bei sehr hohen Vorschüben. Die weichschneidende Geometrie ist optimiert sowohl für rost- und säurebeständige Stähle, als auch für hochlegierte Werkzeugstähle und Titanlegierungen. Es stehen fünf unterschiedliche Wendeschneidplattengeometrien in zwei unterschiedlichen Abmessungen zur Verfügung, so dass für unterschiedliche Materialien und Aufmaße das optimale Werkzeug ausgewählt werden kann.  Weiterhin verspricht der flache Anstellwinkel vibrationsfreie Bearbeitung auch bei längeren Auskragungen.
Alle diese Eigenschaften ließen bei den Herren der Fa. Heck+Becker die Hoffnung aufkeimen, ein geeignetes Werkzeugsystem für die neuen Anforderungen gefunden zu haben. Die Dynamik der neuen Bearbeitungszentren bei Heck+Becker ließ sich mit den bis dahin im Einsatz befindlichen Rundplattenwerkzeugen nicht ausschöpfen.

Einsatz der HighQuad F Hochvorschubfräser bei Heck+Becker

Aufgrund der passenden Charakteristik der neuen Fräserserie waren sich die Herren aus der Produktionsplanung von Heck+Becker einig, dass man so schnell wie möglich einen Test im eigenen Hause mit diesen Fräswerkzeugen durchführen möchte.

Die Tatsache, dass die Werkzeuge auch schon lagerhaltig waren, beschleunigte den Testwunsch und die Planung nur noch zusätzlich.
So vergingen nur wenige Wochen, und Herr Jürgen Kohlberger (Ingersoll Beratung und Verkauf) konnte gemeinsam mit den Herren von Heck + Becker die geplanten Tests starten.
Durch die gemeinsamen Erfolge bei Optimierungen in der Vergangenheit genoss Herr Kohlberger einen Vertrauensvorschuss, den Herr Achim Klein (Fertigungssteuerung Heck+Becker) folgendermaßen zum Ausdruck brachte: „Die Zusammenarbeit mit Herrn Kohlberger ist exzellent, er kennt seine Kunden und ihre Bedürfnisse.“

Die gesamte Probebearbeitung verlief zur vollsten Zufriedenheit der Produktionsleitung, und die neuen Hochvorschubfräser konnten alle Kriterien erfüllen, die man im Vorfeld an sie gestellt hatte. Nach Ende der Testbearbeitung konnte man folgende Vorteile gegenüber den bisher verwendeten Rundplattenwerkzeugen verbuchen.

  • Man kann wesentlich näher an das Endprodukt heranfräsen, so dass die zeitaufwändige Hartbearbeitung stark reduziert wird.
  • Die Schnittwerte mit 1,5 mm Zahnvorschub bei 170 m/min Schnittgeschwindigkeit sind gegenüber dem Istzustand wesentlich höher.
  • Durch den flachen Anstellwinkel haben die Schnittkräfte größtenteils eine axiale Komponente und es kann mit längeren Auskragungen gearbeitet werden.
  • Die Werkstückerwärmung ist wesentlich geringer, da die Hitze zum großen Teil über die Späne abgeführt wird.
  • Die Standzeit hat sich deutlich gesteigert. (Das Statement vom Produktionsleiter, Herrn Fett, war: „Die Standzeit ist enorm“).
  • Das Werkzeugsystem ist anwendungsfreundlich für moderne Spannsysteme wie Magnetplatten. Da diese empfindlich für Stoß- und Impulsbelastung sind, ist die weichschneidende Bearbeitung dieses Werkzeugsystems optimal für diese modernen Spannsysteme geeignet.

Einschraub- und Aufsteckwerkzeuge sowie Wendeschneidplatten der neuen HiQuadF Serie von Ingersoll

HiQuad F wird das neue Standard-Werkzeug zur Schruppbearbeitung

Aufgrund der oben aufgezeigten Vorteile wird der neue Hochvorschubfräser bei Heck+Becker nun als Standard-Werkzeug zur Schruppbearbeitung vor dem Härten generell eingesetzt.
Nach Aussage der Produktionsplanung macht eine Maschine nun die Arbeit, für die früher zwei Maschinen notwendig waren.
„Das war genau das richtige Werkzeug zur richtigen Zeit“ drückt Herr Fett, Produktionsleiter Heck+Becker, seine Zufriedenheit aus.
Die Tatsache, dass man für die Aufgabenstellung, den Schruppprozess vor dem Härten zu optimieren, so schnell eine Lösung gefunden hat, ist nach Aussage von Herrn Achim Klein (Fertigungssteuerung) aber nicht zuletzt auch ein Ergebnis der praxisnahen Beratung.
Bei dieser guten Zusammenarbeit und Wertschätzung wird sicher ein neues gemeinsames Projekt und eine weitere Herausforderung nicht lange auf sich warten lassen.

Kontakt:

www.ingersoll-imc.de