Tool-Management für „harte“ Fälle

Für Ceratizit hat sich die Anschaffung des Tool-Management-Systems von ZOLLER gelohnt.

2593

Ceratizit ist Pionier und Global Player für anspruchsvolle Hartstofflösungen. Die Produkte wie beispielsweise Wälzfräser, Wendeplatten oder Schneideneinsätze werden in vielfältigen Märkten und Industrien eingesetzt – so in der Automobilindustrie, der Petroindustrie, im Maschinenbau, in der Energietechnik und für die Holz- und Gesteinsbearbeitung. Die ständige Weiterentwicklung des Produktportfolios erforderte neue Lösungen auch für die Produktions-Peripherie und den Prozessablauf. Am Standort Empfingen, an dem vor allem Produkte für die metallverarbeitende Industrie gefertigt werden, gaben die Entwicklung neuer Werkzeugformen und die Anforderungen an die Werkzeugdaten-Organisation Anlass, darüber nachzudenken, wie die Fertigung noch wirtschaftlicher organisiert werden kann.

Produktion von Hartmetallprodukten bei Ceratizit am Standort Empfingen
Philipp Mahr, Markus Röttgen (beide ZOLLER), Simon Schumacher, Elmar Schweizer, Bernd Gruber (alle CERATIZIT)
Verwaltung von 3300 Einzelkomponenten und 2300 Komplettwerkzeugen
Prüfung eines Wälzfräserrrohlings zwischen Spitzen am ZOLLER Einstell- und Messgerät »phoenix«

Für die Produktion der Hartmetall-Spezialprodukte sind in der Abteilung „Rohteillinie Formgebung Rund und Flach“ am Standort Empfingen aktuell circa 3300 Einzelkomponenten und knapp 2300 Komplettwerkzeuge im Einsatz, davon viele Sonderwerkzeuge.

Bisher keine Werkzeug-Bestandsüberwachung möglich

Die zugehörigen Werkzeugdaten befanden sich bisher auf verschiedenen Systemen mit der Folge, dass immer wieder Fehlbuchungen auftraten. „Die Daten waren auf mehrere Systeme, wie den Lagerschrank und diverse Excel-Tabellen, verteilt. Auch konnten mit den bisherigen Möglichkeiten weder die eingelagerten Werkzeug-Komponenten mit Komplettwerkzeugen in Verbindung gebracht noch der Bestand überwacht werden“, erläutert Herr Elmar Schweizer, CNC-Programmierung und Werkzeugmanagement, die Ausgangslage.

Keine Weiterentwicklung des bestehenden Systems

„Unser bestehendes System hatte sich nicht wirklich weiterentwickelt; es gab keine neuen Funktionen, die uns weitergebracht hätten“, so Herr Elmar Schweizer weiter, „zudem war keine Werkzeug-Lagerverwaltung möglich, die wir so dringend benötigen.“ Die Komplettwerkzeuge, welche ins Lager kamen, konnten mit dem bestehenden System nicht gebucht werden. Der detaillierte Lagerplatz musste von Hand eingetragen werden – ein zeitintensiver und mit Ungenauigkeiten behafteter Vorgang.

Ein zweiter wesentlicher Grund dafür, über die Anschaffung eines Tool-Management-Systems nachzudenken, war die fehlende Datendurchgängigkeit der bestehenden Lösung. Die Werkzeugdaten konnten weder auf den Kardex-Lagerschrank oder die 30 zu bestückenden Drehmaschinen noch auf das CAM-System oder das Messgerät übertragen werden. Stattdessen mussten sie manuell in einem Papierdokument für die Werkzeugvoreinstellung bereitgestellt werden. Eine unbefriedigende Situation für ein innovatives Unternehmen mit Pioniergeist, das im globalen Wettbewerb bestehen muss.

Willkommener Anlass für eine Inventur

Die Entscheidung für die Anschaffung eines Tool-Management-Systems war gleichzeitig willkommener Anlass für eine Inventur. „Zuerst haben wir die bestehende Datenbank, welche damals circa 10.000 Werkzeuge beinhaltete, bereinigt. Die aktualisierten verbliebenen Daten wurden mit Unterstützung von ZOLLER in die TMS- Datenbank überführt“, beschreibt Herr Simon Schumacher, Prozesstechnik, die Vorgehensweise. Der Bestand musste aus dem Kardex-Schranksystem nur ausgelesen und wieder eingelesen werden – eine langwierige Eingabe von Hand entfiel. Lediglich der Schubladenbestand musste einmalig händisch überführt werden.

Grafische Lagerverwaltung

Begeistert ist das Team vor allem von der grafischen Lagerverwaltung. „Mit der ZOLLER-TMS-Lagerverwaltung ist sofort ersichtlich, in welcher Schublade sich welches Werkzeug befindet“, so Elmar Schweizer.

Grafikgenerierung nach DIN 4000

Eine Entwicklung, die etwas mehr Zeit in Anspruch nahm, war die Grafikgenerierung nach DIN 4000. Dank dieser stehen für alle DIN-Werkzeuge Grafiken zur Verfügung. „Doch dies ist noch nicht ganz abgeschlossen, da wir viele Sonderwerkzeuge und Drehwerkzeuge im Einsatz haben“, so Simon Schumacher. Markus Röttgen, Leiter Tool Management Software bei ZOLLER, ergänzt: „Hier hat unsere hauseigene Entwicklungsabteilung in enger Abstimmung mit Ceratizit gearbeitet, und wir sind dabei, die DIN 4000 vollständig abzubilden.“

Ausblick: Erweiterung des 3D-Modellings

Sehr gespannt ist man bei Ceratizit auf die anstehende TMS-Version 1.14 – und freut sich speziell auf die Erweiterung des 3D-Modellings. „Während bisher nur Modelle für CAM-Systeme erstellt werden konnten, ist es dann möglich, umfassende, detailgetreue 3D-Modelle der Werkzeuge zu erstellen“, gibt Markus Röttgen einen Ausblick.

Vorteil Grafikbereitstellung für Bestellwesen

Ein großer Vorteil für die Werkzeugdisposition ist das Bestellwesen. Herr Schweizer stellt heraus, dass er damit leichter bestellen, Lieferanten und Preise einpflegen sowie alle Bestelldaten und Artikelnummern hinterlegen kann.

„Die Konstruktionsabteilung muss heute nur noch die Zeichnungen für Dreh- und Sonderwerkzeuge bereitstellen. Mit Hilfe der durch das System bereitgestellten Grafiken können bspw. Bohrwerkzeuge einfacher bestellt werden!“, beschreibt Herr Schweizer die Vorteile für die Werkzeugdisposition.

„Natürlich hat die Einführung der Tool Management Solutions Zeit gekostet“, fasst Herr Schumacher zusammen, „doch es hat sich gelohnt.“

Kontakt:

www.ceratizit.com

www.zoller.info