100 Jahre Erfahrung im Schleifen

Die Hans Weber Maschinenfabrik: Eine Erfolgsgeschichte in dritter Generation

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Stabilität, Flexibilität und Zuverlässigkeit zeichnen die Maschinen und Anlagen der Hans Weber Maschinenfabrik GmbH aus. Das Unternehmen mit Sitz im oberfränkischen Kronach entwickelt und fertigt seit gut 100 Jahren Schleiftechnik für höchste Anforderungen. Angefangen hat alles mit Schleifmaschinen für die heimische Schiefertafelindustrie.

Produktionsstätte der Hans Weber Maschinenfabrik GmbH im Industriegebiet von Kronach.
Blick in die moderne und klar strukturierte Produktionshalle von Weber.

Anfang des 20. Jahrhunderts begann Firmengründer Hans Weber, Schleifmaschinen zu bauen, die er bis zum Jahr 1913 in Eigenregie vertrieb. Das Rüstzeug für sein Unterfangen holte er sich in einer Schlosserlehre. Zielgruppe war die damals noch florierende Schiefertafelindustrie, die mit Weber-Maschinen fein geschliffen wurden. Ein Zufall führte Hans Weber mit dem Maschinenbauer Ernst Christian Carstens zusammen. Weil sich die beiden gut verstanden und die jeweilige Fachkompetenz des anderen schätzten, ergab sich eine enge Kooperation. Eine Chronik berichtet: „Hier kam im Jahr 1913 eine gute Zusammenarbeit mit einer Firma in Kronach in Oberfranken zustande. Sie führte im Jahre 1925 zu einer ersprießlichen Werkgemeinschaft mit dem Ingenieur Hans Weber.“ In der neuen Fabrik mit Gießerei in Kronach wurden ausschließlich Schleifmaschinen hergestellt. Diese Verbindung hat sich in der folgenden Zeit für beide Seiten als sehr vorteilhaft erwiesen.

Was Weber in dieser Zeit entwickelte und baute, war auf dem Markt aber nicht als Weber-Produkt gekennzeichnet. Ein spezieller Vertrag sah vor, dass die Konstruktionen von Weber unter dem Markennamen Carstens vertrieben werden. In den „Special Maschinen Carstens“ steckte Weber-Technologie. Und die machte sich auf dem Schleifmarkt schnell einen guten Namen. Hans Weber entwickelte auch stufenlos regelbare Getriebe weiter, die immer unter eigenem Namen vertrieben wurden. Für die Firma wurde daraus ein zweites Standbein.

1955 baute Weber als einer der ersten Hersteller auf dem Markt Breitbandschleifmaschinen und setzte damit neue Maßstäbe in diesem Sektor. Anfang der 60er Jahre knüpfte die Hans Weber Maschinenfabrik erste Kontakte mit der damals noch jungen Kunststoffbranche. Strategisch erfolgte in dieser Zeit eine Neuausrichtung: Das Unternehmen entschloss sich, Extruder zu bauen. Und die brauchten das, was Weber zu bieten hatte – leistungsstarke Getriebe. So begann der Einstieg in den Kunststoff-Sektor, der sich schnell erfolgreich entwickelte. In den 70er Jahren wurde der positive Geschäftsverlauf allerdings durch die Ölkrise unterbrochen, die vielen Unternehmen weltweit zu schaffen machte und sich äußerst negativ auf die Kunststoffbranche auswirkte.

Zeichnet verantwortlich für den Geschäftsbereich Schleifmaschinen für Holz und Metall: Dipl.-Ing (FH) Georg Weber.
In der
früheren Produktionsstätte in der Bamberger Straße in Kronach ist heute
die kaufmännische und technische Verwaltung untergebracht.
Breitbandschleifmaschine von Weber aus dem Jahr 1955, vertrieben unter dem Markennamen Carstens.

Ein Meilenstein in der Unternehmensgeschichte war 1973 der Bezug des neu errichteten Firmengeländes im Industriegebiet von Kronach. Der bisherige Produktionsstandort in der Bamberger Straße war zu klein geworden, und so entschloss sich die Firma zu dieser wegweisenden Investition. Es entstand ein Gebäudekomplex mit rund 20.000 Quadratmetern Produktionsfläche sowie gut ausgestatteten Vorführ- und Technikräumen. Kaufmännische und technische Verwaltung waren und sind nach wie vor im historischen Firmengebäude untergebracht.

Im Unternehmen begann Ende der 70er Jahre ein Umdenken. Die Firmenleitung entschied, sich auf die eigene Geschichte zu besinnen und mit dem Holz-Schleifsektor ein weiteres Standbein aufzubauen. Der Vertrag mit der Maschinenfabrik Carstens war zwischenzeitlich ausgelaufen, so dass die Produkte unter dem Markennamen Weber vertrieben werden konnten. Georg Weber, heute mit seinen Brüdern Dr. Johannes Weber und Michael Weber gemeinsamer Geschäftsführer des Unternehmens, trat 1980 in die Firma ein. Sein Fokus lag auf der Entwicklung und dem Bau dieser Schleifmaschinen. „Wir haben den Markt gründlich sondiert und im Lauf der Zeit einen leistungsstarken Vertrieb aufgebaut“, schildert er. Zunächst lag der Schwerpunkt auf der Holzbearbeitung. 1983 kam allmählich der Metallbereich dazu. „Auf beiden Gebieten haben wir schnell eigene technische Lösungen entwickelt, die wegweisend waren“, erzählt Georg Weber.

Heute beschäftigt das Unternehmen 350 Mitarbeiter. Der Ausbildungsanteil liegt mit 13 Prozent deutlich über dem Branchendurchschnitt. „Wir bilden Lehrlinge aus Tradition aus und sichern uns damit den so wichtigen Nachwuchs an Fachkräften“, sagt Weber. Das Unternehmen lehrt technische wie kaufmännische Berufe und bietet darüber hinaus die Möglichkeit zum dualen Studium.

Auf Grundlage von über 100 Jahren Erfahrung und kontinuierlicher Innovation entwickelt Weber Schleifautomaten, die höchsten Ansprüchen genügen. Die Maschinensysteme mit komplexen Funktionen arbeiten mit präzisen Steuerungen, die intuitiv zu bedienen sind. Neue Materialien und neues Design verlangen häufig auch neue Fertigungsverfahren. Weber beschäftigt sich deshalb intensiv mit ständig wechselnden Anforderungen an die Oberflächenqualität und gibt mit der geeigneten Schleiftechnik die passenden Antworten. Ein schonender Umgang mit Energie und Ressourcen ist für das Kronacher Unternehmen Gebot der Stunde. Die Schleifbandantriebe werden mit Motoren erhöhter Effizienzklasse ausgerüstet, die Hauptantriebe mit der energieschonenden „Eco-Drive“-Technologie.

Mit den Geschäftsführern Dr.- Ing Johannes Weber, Dipl.-Ing. Michael Weber und Dipl.-Ing (FH) Georg Weber ist das Unternehmen in dritter Generation in Familienbesitz. Und diese Tradition wird fortgesetzt: Seit sechs Jahren ist Dr.-Ing. Markus Weber in vierter Generation im Hause tätig.

Kontakt:

www.hansweber.de